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Der neue grosse Saal sagt hallo!Kinoansicht. S-Bahn Obertürkheim: 200m geradeaus und gleich links sehen Sie mich! Gastro

Unser Programm von Mittwoch, 24.8. bis Mittwoch, 21.9.16.

Deutsches Kino, das man in diesem Jahr gesehen haben muß. Von Presse und Publikum in Cannes begeistert gefeiert!
Sandra Hüller, Peter Simonischek in TONI ERDMANN
Wieder im Programm ab Donnerstag, 15.9.2016!

Der 25. März 2016 wird in die kubanische Rock´n´Roll-Geschichte eingehen. An diesem Karfreitag gaben die "Stones" als erste Rockband überhaupt ein
riesiges kostenloses Open-Air-Konzert vor Hunderttausenden von Fans in einem Land am Rande der Veränderung. Jetzt im Kino exklusiv weltweit:

THE ROLLING STONES: "HAVANA MOON".
Nur eine Vorstellung! Bei uns am Freitag, 23.9.16 um 21.00 Uhr.
WELCHER FILM IN KINOTHEK 1 ... Beginn DATUM WELCHER FILM IN KINOTHEK 2 ... Beginn
22.-24.8.16:
BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL 20.15 Mi 24.8. NUR FLIEGEN IST SCHÖNER 20.15
Woche von 25.-31.8.16:
Heute keine Vorstellungen.    Do 25.8.    Heute keine Vorstellungen.
BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL 20.15 Fr 26.8. THE LADY IN THE VAN 20.15
EIN GANZES HALBES JAHR 20.15 Sa 27.8. NUR WIR DREI GEMEINSAM 20.15
Heute keine Vorstellungen. So 28.8. Heute keine Vorstellungen.
EIN GANZES HALBES JAHR 20.15 Mo 29.8. NUR WIR DREI GEMEINSAM 20.15
VOR DER MORGENRÖTE 20.15 Di 30.8. NUR FLIEGEN IST SCHÖNER 20.15
EIN GANZES HALBES JAHR 20.15 Mi 31.8. NUR WIR DREI GEMEINSAM 20.15
Woche von 1.-7.9.16:
EIN GANZES HALBES JAHR 20.15 Do 1.9. NEU  AGNES 20.15
NEU   EWIGE JUGEND 20.15 Fr 2.9. THE LADY IN THE VAN 20.15
BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL 20.15 Sa 3.9. NUR FLIEGEN IST SCHÖNER 20.15
EWIGE JUGEND 19.30 So 4.9. THE LADY IN THE VAN 19.30
EIN GANZES HALBES JAHR 20.15 Mo 5.9. AGNES 20.15
VOR DER MORGENRÖTE 20.15 Di 6.9. NUR WIR DREI GEMEINSAM 20.15
EIN GANZES HALBES JAHR 20.15 Mi 7.9. AGNES 20.15
Woche von 8.-14.9.16:
BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL 20.15 Do 8.9. NUR FLIEGEN IST SCHÖNER 20.15
EIN GANZES HALBES JAHR 20.15 Fr 9.9. THE LADY IN THE VAN 20.15
EWIGE JUGEND 20.15 Sa 10.9. NUR WIR DREI GEMEINSAM 20.15
BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL
NEU  DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER
17.00
19.30
So 11.9. NUR FLIEGEN IST SCHÖNER
NEU   SKY - DER HIMMEL IN MIR
17.00
19.30
VOR DER MORGENRÖTE 20.15 Mo 12.9. AGNES 20.15
EIN GANZES HALBES JAHR 20.15 Di 13.9. THE LADY IN THE VAN 20.15
DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER*** 20.15 Mi 14.9. SKY - DER HIMMEL IN MIR 20.15
Woche von 15.-21.9.16:
NEU  TONI ERDMANN 20.00 Do 15.9. BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL 20.00
TONI ERDMANN 20.00 Fr 16.9. NUR WIR DREI GEMEINSAM 20.00
EIN GANZES HALBES JAHR
TONI ERDMANN
17.15
20.00
Sa 17.9. THE LADY IN THE VAN
AGNES
17.15
20.00
NEU  BIG FRIENDLY GIANT
TONI ERDMANN
VOR DER MORGENRÖTE*
14.15
17.00
20.30
So 18.9. NEU  RICO, OSKAR & der Diebstahlstein
AGNES*
NUR FLIEGEN IST SCHÖNER**
14.15
17.00
20.30
EIN GANZES HALBES JAHR** 20.15 Mo 19.9. THE LADY IN THE VAN** 20.15
EWIGE JUGEND 20.15 Di 20.9. SKY - DER HIMMEL IN MIR 20.15
EWIGE JUGEND* 20.15 Mi 21.9. SKY - DER HIMMEL IN MIR* 20.15

* NUR NOCH KURZE ZEIT  |   ** VORAUSSICHTLICH LETZTE VORSTELLUNG.  |    *** LETZTE VORSTELLUNG.   |   ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR!
Wie zeigen jeweils die deutsche Fassung (2D), wenn nicht anders angegeben.  |  OF=Originalfassung  | OmU=Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Weitere Spieltage der einzelnen Filme stehen noch nicht fest. Aktualisierung des Programms jeden Montag nachmittag bis zum Mittwoch der Folgewoche.
Wir erstellen unser Filmprogramm im 7-Tage-Rhythmus! Zu Ihrer Information: Filme laufen bei uns, aufgrund der Fülle an Filmen, die für uns interessant sind und bei
nur zwei Kinosälen, nicht täglich(!) innerhalb der Kinowoche (Donnerstag bis Mittwoch), sondern wir zeigen diese über Wochen hinweg immer wieder tageweise.
Wie lange Ihr Wunschfilm noch bei uns im Programm sein wird?  Im obigen Spielplan können Sie von weiteren Vorstellungen eines Films ausgehen, sofern dieser nicht mit einem Stern gekennzeichnet ist. Bei den unten folgenden Kurzinhalten zu den Filmen machen wir jeweils in weiss hinterlegter Schrift eine vorsichtige Einschätzung,
wie lange wir den jeweiligen Film noch zeigen werden. Alle diesbezüglichen Angaben sind ohne Gewähr.


EIN GANZES HALBES JAHR - 110 min. - Ab 6 J.
Das Kinodebüt der britischen Regisseurin Thea Sharrock adaptiert den gleichnamigen Roman von Jojo Moyes als Wohlfühlromanze mit einer ernsten Note. Ein lebensmüder junger Mann, der seit zwei Jahren im Rollstuhl sitzt, will in der Schweiz Sterbehilfe in Anspruch nehmen, und das, obwohl sich zwischen ihm und seiner unkonventionellen Pflegerin Louisa, einer absoluten Frohnatur, romantische Gefühle entwickeln. Aber sind die Gefühle auf beiden Seiten stark genug, Will von seinem Vorhaben abzubringen? Das schön fotografierte Romantikdrama taugt, im Gegensatz zum Buch, kaum als Grundlage für eine ernsthafte Diskussion über die an die Sterbehilfe geknüpften moralischen Fragen - Thema Selbstmord als Ausdruck persönlicher Freiheit -, dafür ist die Erzählung von dem fröhlichen Mädchen und dem lebensmüden Griesgram im Rollstuhl schlicht zu oberflächlich.
 Weitere Vorstellungen folgen.
EWIGE JUGEND – 118 min. – Ab 12 J.
Oscar-Preisträger Paolo Sorrentino ("La Grande Bellezza – Die große Schönheit") wird seinem Ruf als großartiger Geschichtenerzähler einmal mehr gerecht. Diesmal schickt der bekennende Fellini-Fan zwei betagte Künstler in ein Schweizer Luxushotel in den Alpen, um sie dort über das Leben, die Liebe und das Alter philosophieren zu lassen. Das opulente Senioren-Drama verblüfft durch ein Füllhorn famoser Einfälle, geschliffener Dialoge sowie einem exzellenten Ensemble. Potenziert wird die visuelle Wundertüte durch einen spektakulären Soundtrack der Extraklasse. Mit visueller Eleganz bietet Sorrentino ein überschäumendes Füllhorn grotesker Ideen und absurder Figuren. Eigentlich waren Michael Caine und Harvey Keitel als die ganz großen Favoriten in Cannes gesetzt, doch die Jury erwies sich als Spielverderber und ließ nicht nur das grandiose Duo, sondern den gesamten Film komplett leer ausgehen. Der Beifall des Festivalpublikums fiel umso deutlicher aus, insbesondere für den 82-jährigen Michael Caine, der eine wahre Meisterleistung als philosophierender Künstler in der End-Life-Crisis liefert. Trotz Palmen-Pech, dieser Sorrentino-Streich dürfte allemal sein kinobegeistertes Publikum finden. Sorrentino wurde soeben mit den Europäischen Filmpreis 2015 für sein neues Werk ausgezeichnet, den er sich schon letztes Jahr für „La Grande Belleza“ abholen durfte.
Weitere Vorstellungen folgen.

Nochmals. Deutscher Filmpreis 2016: DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER - 105 min. - Ab 12 J.
Er war die Ausnahmeerscheinung der Nachkriegsjustiz: Fritz Bauer, hessischer Generalstaatsanwalt, der die Deutschen in einem Aufsehen erregenden Prozess mit der Barbarei in Auschwitz konfrontierte. In seiner Zunft stand er weithin alleine da. „Wenn ich mein Amtszimmer verlasse“,  sagte er im Freundeskreis, „betrete ich feindliches Ausland“. Denn die Mehrheit seiner Amtskollegen trug ihre Robe bereits im Zeichen des Hakenkreuzes. Eingebunden in braune Seilschaften, bemühten sie sich nach Kräften, die Verbrechen der Vergangenheit zu vertuschen. Ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod erinnert jetzt Regisseur Lars Kraume an einen leider fast vergessenen Mann, der sich in der alten Bundesrepublik mit seinem Mut wenig Freunde machte. Er brachte die Verbrechen von Auschwitz fast im Alleingang vor Gericht. Kraumes Psychogramm eines Aufrechten in den 60er Jahren und einer Nation, die von ihrer Vergangenheit nichts wissen wollte, war längst überfällig, auch wenn "Im Labyrinth des Schweigens" schon viel aufgegriffen hat. Kraume konzentriert sich in seinem Film auf die Zeit der Suche nach Eichmann und seine Ergreifung. Es ist ein dunkler Verschwörungsthriller und ein Film über die dunklen Jahre des Wirtschaftswunders, als die Machthaber von einst schon wieder an der Macht waren. Kongenial beschwören Kraume und sein Team jene Atmosphäre herauf, die einen beschleicht, wenn man Bilder aus dieser Zeit sieht. Herausragend verkörpert der subtile Charakterdarsteller Burghart Klaußner diesen humanistischen Helden. Ein ungemein starker Film, der diesem mutigen Mann die verdiente Ehre erweist. Unbedingt sehenswert! Das nach ihm benannte Institut in Frankfurt am Main hat in diesem Jahr eine Wanderausstellung zu seinem Leben und Werk auf die Beine gestellt.
 Nur für zwei Vorstellungen.
AGNES - 105 min. - Ab 6 J.
Walter ist ein Sachbuchautor, der in einer Bibliothek recherchiert und dabei auf Agnes trifft. Er verliebt sich auf den ersten Blick in die hochbegabte Physikstudentin, deren scharfer Intellekt ihn ebenso fasziniert wie ihre selbstverständliche sexuelle Begierde. Hinter der mädchenhaften Fassade verbirgt sich eine hoch komplizierte Persönlichkeit, ein Mensch auf der Suche nicht nur nach Liebe, sondern nach Perfektion, privat wie beruflich. Auch Agnes fühlt sich von dem älteren Mann stark angezogen. Er fordert sie heraus, doch das beruht auf Gegenseitigkeit, eine Beziehung auf Augenhöhe, eigentlich der Traum aller jungen Verliebten. Der gemeinsame Beschluss, ihre Liebesgeschichte aufzuschreiben, ist zunächst eine Art Spiel zwischen den Liebenden, sie amüsieren sich über die unterschiedliche Sichtweise der Wirklichkeit, doch bald verändert die geschriebene Realität die echte Beziehung … Ebenso rätselhaft wie seine Heldin ist der erfolgreiche Roman von Peter Stamm und jetzt auch der Film von Johannes Schmid: eine komplexe, moderne Liebesgeschichte zwischen Realität und Fiktion. Toll gespielt von Odine Johne und Stephan Kampwirth und in traumschöne Bilder gesetzt von Michael Bertl, zeigt Johannes Schmid eine komplizierte Beziehung zwischen zwei komplizierten Menschen auf der Suche nach Harmonie, ein intellektuelles Kinovergnügen! 
Weitere Vorstellungen folgen.
SKY - DER HIMMEL IN MIR - 102 min. - Ab 12 J.
Anfangs ist Romy mit ihrem Mann im Cabrio in den Weiten des amerikanischen Westens unterwegs. Doch ihre kriselnde Ehe findet in diesem Ferientrip ein plötzliches Ende. Nach vermeintlich tödlichen Handgreiflichkeiten flüchtet Romy und fühlt sich zwei Tage lang als Outlaw. Als sich die wahre Sachlage herausstellt, ist sie unvermittelt frei von allen Fesseln. Frei, durch die Gegend zu vagabundieren, sich treiben zu lassen. Es ist eine wahrhaftige Geschichte. Eine, die von den authentischen Figuren lebt, die einerseits vielschichtig, andererseits mysteriös sind. Man lernt viel über Romy, die deutschstämmige Französin, die in der Wüste den Mut findet, ein neues Leben anzufangen. Sie befindet sich in einem Käfig. Den der Gewohnheit, den der Umstände, den des Geldes, aber sie lässt alles zurück. Das ist ein mutiger Schritt, den im wahren Leben nur wenige wagen. Umso beeindruckender ist es dann, hier vorgeführt zu bekommen, was damit einhergeht. Ganz neu anzufangen, sich aber zugleich nicht zu verschließen, sondern einem neuen Menschen zu öffnen, ist eine große Herausforderung, die der Zuschauer zusammen mit Romy meistert. Dies ist vor allem Diane Krugers Film, aber auch Norman Reedus ist exzellent. Als ein Einzelgänger, der nicht an die Liebe glaubt und sich ihr verschließt, als sie bei ihm anklopft. Als Archetyp eines Mannes, der sich für eine Frau schlägt, der aber das tiefsinnig in Kontext setzen kann. Das sind starke, ehrliche Momente, die den Zuschauer dort treffen, wo es wirklich zählt: mitten ins Herz. Eine Liebesgeschichte, die abseits filmischen Pomps das Leben zelebriert, und die Freiheit, die sich jeder nehmen sollte, egal, welche Konsequenzen damit einhergehen. Mit einem der klassischen, nicht zuletzt filmischen Sehnsuchtsorte spielt Regisseurin Fabienne Berthaud (Barfuss auf Nacktschnecken) und inszeniert ein mäanderndes, episodenhaftes Road-Movie, mit einer Diane Kruger, die selten so überzeugend agierte.
 Weitere Vorstellungen folgen.

TONI ERDMANN - 162 min. - Ab 12 J.
Schon in ihren ersten beiden Filmen hat Maren Ade die Unzulänglichkeiten der Existenz und die Stromschnellen menschlicher Beziehungen mit schmerzlicher Genauigkeit ausgelotet. Doch die Nöte einer jungen, unerfahrenen Lehrerin in »Der Wald vor lauter Bäumen« und der quälende Urlaubszank eines Paares in »Alle anderen« waren nur Fingerübungen im Vergleich zu diesem minuziösen Meisterstück, das bei der Premiere in Cannes mit Standing Ovations gefeiert wurde. Es genügt ein Blick ins Gesicht von Sandra Hüller, um vom Strudel der Gefühle mitgerissen zu werden, diesem alles verschlingenden Mix aus Scham und Wut, Hilflosigkeit und schlechtem Gewissen, als sie in der Hotellobby - ihre Karriere als Unternehmensberaterin hat Ines nach Bukarest geführt - neben Kollegen und Kunden versucht, die Contenance zu wahren, als sie aus dem Augenwinkel ihren Vater (Peter Simonischeck) entdeckt, der sie unangemeldet besucht und dessen unterschwelliges Anliegen es ist, dass seine Tochter befreit wird aus ihrem Käfig der Kälte und Emotionslosigkeit. Am liebsten würde Ines ihn ignorieren. Weil das nicht geht, nimmt sie ihn notgedrungen auf einen Empfang mit, wo er mit Plastiktüte und Zottelklamotten ein wandelnder Affront ist und sie in ihrer ohnehin labilen Situation ständig aus dem Gleichgewicht bringt. Nach einer Abfolge peinlichster Momente bricht der Vater das Katastrophenwochenende ab, nur um in neuer Identität wieder aufzutauchen. Er klemmt sich ein Fastnachtsgebiss in den Mund, setzt eine Zottelperücke auf den Kopf und betritt als schmierige Kunstfigur Toni Erdmann die klinisch reine Businesswelt … und zwingt seine konsternierte Tochter zum Mitspielen. Mit seinem Schabernack macht er die feinen Haarrisse familiärer Verhältnisse und menschlicher Beziehungen sichtbar und entlarvt die Masken aller Umstehenden, bis sie am Ende im wahrsten Sinne des Wortes nackt dastehen. „Bist du überhaupt ein Mensch? Bist du glücklich?" Wie befreit er seine Tochter aus den Fängen einer Business-Welt, die nur noch Zahlen und Kennziffern kennt? Wie finden sie beide aus ihrer Sprachlosigkeit, über Jahre sich fremd geworden? Toni Erdmann "erdet" die künstliche Gesellschaft, der Mann aus der Fremde entfremdet die Figuren von ihrer Entfremdung. Selbst Ines, die eben noch vor Scham im Boden versinken wollte, fühlt sich von ihrem Vater angezogen, fast so, als erkenne sie in seinen Täuschungen ihre eigenen Selbsttäuschungen. Anfangs ist sie die versteinerte Medusa im Olymp der kapitalistischen Helden, dann, unmerklich, in unwillkürlichen Gesten, kehrt ihr Körper ins Leben zurück. Der Körper "weiß" noch etwas, er ist spontane Natur unterm Schuppenpanzer des aschgrauen Businesskostüms. Zwischen Entsetzen und Belustigung feiert sie auf einer Nacktparty schließlich den letzten Akt ihrer Emanzipation. Ines streift die falsche Haut ab, nicht länger ist ihr Körper ein Objekt von Dressur und Selbstbewirtschaftung. Nacktheit ist das wahre Leben im falschen. Endlich ist Ines frei genug, um peinlich zu sein, denn im Kreis von Untoten ist Peinlichkeit ein Zeichen der Freiheit. Dieser große Film fungiert dabei selbst wie ein Toni Erdmann. Das Kunstwerk doubelt seine eigene Figur und macht sich selbst zum Eindringling: In absurder Verkleidung fällt der Film in den Alltag des Publikums ein und spricht lustig über tragische Dinge, über Tod und Vergänglichkeit und die Einsamkeit des ökonomischen Menschen. Wer in Toni Erdmann lacht, der lebt noch. (Thomas Assheuer/Die Zeit).
Wieder im Programm ab Donnerstag, 15.9.16.

NUR FLIEGEN IST SCHÖNER - Eine Anti-Stress-Komödie - 105 min. - Ab 6 J.
Wer träumt nicht davon, aus dem Alltag auszubrechen, sich aufzumachen in die Natur, in die Freiheit? Weg zu fliegen, weg zu fahren! Oder: weg zu paddeln, so wie der etwas steife 50jährige Michel in dieser liebevollen französischen Komödie. Im Kopf macht er sich öfter auf zu kleinen Fluchten, aber so wirklich traut er sich nicht. Bis er sich eines Tages, halb geschubst von seiner Frau, mit einem Kayak auf einen neuen Fluss des Lebens begibt. Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Bruno Podalydès erzählt eine charmante Geschichte vom Ausbruch aus den Zwängen, ganz unaufgeregt und doch sehr witzig, ganz schräg und doch wahrhaftig und liebenswert. Erstaunlich, wie erfrischend Podalydès als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person diese alte Geschichte neu erzählt. Ganz harmlos, ganz unaufgeregt führt er uns ein ins Leben seiner Hauptperson, um uns dann im Verlauf der Reise immer enger zu binden an diesen Mann, der eigentlich ein bißchen zu linkisch ist, zu pedantisch, und der uns doch ans Herz wächst, so dass man auf einmal mit ihm in seinem Boot sitzt und die Welt aus seiner Sicht sieht. Neben ihm agieren Frankreichs Frauenstars Sandrine Kiberlain und Agnés Jaoui, und sie sind in ihrer Selbstsicherheit allein schon ein Statement. Fast scheint es, als ob Männer um 50 das schwache Geschlecht sind. Aber nur fast. Keine botschaftsgetränkte Selbsthilfegeschichte, sondern eine feine Komödie über den Lauf des Lebens und darüber, was wir daraus machen, manchmal leise, manchmal herzhaft, immer liebevoll-charmant. Ein Wohlfühlfilm der anderen Art. In dieses Kayak sollte man unbedingt einsteigen!
Weitere Vorstellungen folgen.

THE LADY IN THE VAN - 104 min. - Ab 6 J.
In dem Vorort-Viertel Camden Town im Norden Londons hat sich im Laufe der 70er Jahre eine linke Künstlerklientel angesiedelt, deren feine Hausfassaden von Erfolg und Wohlstand künden. Mitten in diesem liebevoll gepflegten Künstlerdasein macht sich der hässliche Van von Miss Shepherd wie ein Kulturschock aus. Die grantelnde Dame lebt mit ihrer gesamten Habe in dem abgewrackten Van und bewegt das Fahrzeug nur, um nicht von der Polizei wegen Dauerparkens behelligt zu werden. Als ihr eines Tages der Abtransport droht, glauben sich die Bewohner der Strasse schon von ihrem schrulligen Dauergast befreit. Nur der erst vor kurzem zugezogene Bühnenautor Alan Bennett gestattet Miss Shepherd aus Mitleid, in seiner Einfahrt zu parken. Nur dass aus der notdürftigen Übergangslösung ein Dauerzustand wird, erweist sich auch für den freundlichen Autor als unangenehme Überraschung. Doch der Dauergast erweist sich im Laufe der Jahre trotz aller Unbill auch als ungeahnte Inspirationsquelle für den Dramatiker. Dass die Camperin im gelben Van so gar nichts von ihrem Leben preisgeben mag und mit unerschütterlichen Willen ihren Alltag durchzieht, weckt die kreative Neugier Bennetts. Er beginnt sich Gedanken über das Leben der alten Frau zu machen und verfasst ohne deren Wissen ihre Memoiren, aus denen nach ihrem Tod sein bisher berühmtestes Theaterstück wird. Das Stück liefert auf der einen Seite das Porträt einer Exzentrikerin, die ihr großes musikalisches Talent ihrer Liebe zum  Katholizismus opfert. Erzählt aber gleichzeitig davon, wie der Autor mit seinen Identitäten als Alltagsmensch und kreativer Schreiber ringt – im Film dargestellt in der Form des zweifach auftretenden Alex Jennings, der in ständiger Zwiesprache mit sich selber debattiert. Dabei rücken auf leisen Sohlen Themen wie Rücksichtsnahme, Respekt vor dem Leben der Anderen und Achtsamkeit in den Fokus. Alex Jennings und Maggie Smith brillieren beide in dieser anrührenden Tragikomödie um zwischenmenschliche Beziehungsmuster.
Weitere Vorstellungen folgen.

NUR WIR DREI GEMEINSAM - 102 min. - Ab 6 J.
Dieser Film ist viel, viel mehr als eine Flüchtlingsgeschichte, auch wenn er allein damit schon überzeugt. Denn hier kommt eine wunderbare Komödie, ein warmherziger Familienfilm, ein kämpferisches Sozialdrama, und das alles in feinster Cineastenqualität! Es geht um die wahre Geschichte von Hibat und seiner Frau Fereshteh. Sie entkommen der Verfolgung im Iran und bauen sich in Frankreich ein neues Leben auf. Immer mit dabei: ihr Sohn. Das Multitalent Kheiron erzählt die Biographie seiner eigenen Familie mit Witz, Verstand und Leidenschaft und macht daraus ein optimistisches Plädoyer für Liebe und Menschlichkeit. Heimat ist da, wo die Familie ist, das könnte die Kernaussage dieses Films sein, der von Widerstand, Verfolgung und Flucht ebenso erzählt wie von Hoffnung und Neuaufbau. Kheiron, der ein wunderbarer Schauspieler ist und gleichzeitig Autor und Regisseur seiner eigenen Biographie, erzählt diese bewegende Geschichte als tragikomische und oft sehr schwarzhumorige Reise durch die Vergangenheit. Dabei gelingt es ihm, zwischen Ernst, Irrsinn und Komik zu balancieren wie ein besonders mutiger Seiltänzer, der die schwierigsten Passagen mit lässiger Eleganz überwindet. Grandios!
 Weitere Vorstellungen folgen.

VOR DER MORGENRÖTE - 106 min. - Ab 6 J.
„Alle die fahlen Roße der Apokalypse sind durch mein Leben gestürmt“, schreibt Stefan Zweig, der österreichische Schriftsteller, Erzähler, Lyriker und Essayist aus dem jüdischen Bildungsbürgertum in seinem großen Epochenporträt „Die Welt von Gestern“. Auf der Flucht vor Hitler landet er als einer der letzten bedeutenden Realisten der deutschsprachigen Literatur in Brasilien. Sein brennender Wunsch: die Schaffung eines humanistischen Grundverständnisses in Europa, das bis in die Politik reichen sollte. Dadurch hoffte der überzeugte Pazifist den Terror des Nationalistischen zu stoppen. Als Biopic angelegt, erlangt der Film mit seiner Konzentration auf die Erfahrungen eines vor Krieg und Zerstörung Geflüchteten eine Allgemeingültigkeit und verweist somit auf gegenwärtige Migrationen und die Situation von geflüchteten Menschen. Maria Schraders Episodendrama spürt dem grausamen Bruch in Leben und Werk Stefans Zweigs nach. Den weit gereisten Kosmopoliten und überzeugten Pazifisten, einen der populärsten europäischen Schriftsteller, treibt die NS-Herrschaft in die Emigration. Zerrüttet vom „heimatlosen Wandern“ begeht der Weltbürger im brasilianischen Exil Selbstmord. In der scharfsinnigen Reflexion über Nationalismus und die Rolle des Intellektuellen in der Gesellschaft, überrascht Star-Kabarettist Josef Hader als sensibler, ambivalenter Autor. Die szenisch besten Momente liefert freilich das Spannungsverhältnis mit der grandiosen Charakterdarstellerin und Fassbinder-Heroine Barbara Sukowa. Multitalent Schrader nimmt nach ihrem furiosen Debüt mit der Romanverfilmung  „Liebesleben“ erneut auf dem Regiestuhl Platz. Und wieder geht die Berlinerin damit mutig ein künstlerisches Wagnis ein. Mit dem genialen Kameramann Wolfgang Thaler, der den Stil der österreichischen Ulrich-Seidel-Filme prägte, minimiert sich das Risiko. Seine kraftvoll pulsierenden Bildkompositionen vermitteln dem Zuschauer hervorragend, den quälenden Zwiespalt der Heimatlosigkeit im tropisch-brasilianischen Paradies. Nicht umsonst genießen die Österreicher im Filmkunstfach derzeit einen exzellenten Ruf. Weitere Vorstellungen folgen.

BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL – 101 min. – Ab 0 J.
Wie ein Himmelskörper landet Pierre im Leben der gerade verwitweten Birnen- und Lavendelbäuerin Louise und ihrer beiden Kinder. Ein Mann im Jetzt und Hier, scheinbar ohne Vergangenheit und Zukunft. Auf dem Nachhauseweg knallt er ihr unvermittelt vor die Motorhaube und rennt erst mal verstört ins nächste Feld. Er wirkt verwirrt und seltsam aus der Zeit gefallen, sie nimmt ihn kurzerhand mit zu sich nach Hause, ins nahe gelegene provenzalische Landhaus. So nimmt eine romantische Komödie ihren Lauf, die gegen den Strich gebürstet ist, weil Liebe im klassischen Sinn für beide nahezu ausgeschlossen ist. Für Louise, weil sie um ­ihren gerade verstorbenen Mann trauert, und für Pierre, weil ihm als Autisten Gefühle und Berührungen fremd sind. Manchmal kann ein kleiner Unfall auch ein unverhoffter Glücksfall sein: Könnte es sein, dass ausgerechnet dieser sensible Eigenbrötler die Lösung für ihre Probleme kennt? Éric Besnards modernes Märchen entführt uns in eine Welt voller kleiner Wunder, es ist eine Begegnung mit dem Anderssein, die von der Schönheit der Unschuld erzählt und von der Stärke in der Zerbrechlichkeit. Eine unromantische und doch märchenhafte Begegnung einer trauernden Obstbäuerin und eines ­charmanten Autisten.
(Deutsche Fassung). Weitere Vorstellungen folgen.

BIG FRIENDLY GIANT - 115 min. - Ab 6 J.
Vor fast 35 Jahren drehte Steven Spielberg „E.T. der Außerirdische“, seinen erfolgreichsten und vielleicht auch beliebtesten Film. Das Drehbuch schrieb damals Melissa Mathison, die nun auch für die Adaption des Kinderbuchs von Roald Dahl verantwortlich zeichnet. „Big Friendly Giant“ heißt das Ergebnis, es erreicht vielleicht nicht die Magie von Spielbergs besten Filmen, ist aber wie von Spielberg nicht anders zu erwarten technisch brillant und souverän inszeniert. Fraglos ist die Botschaft des Buchs eine, die sich auch in Spielbergs Filmen immer wieder findet: Toleranz für Außenseiter und Andersdenkende! Sowohl Sophie, Bücherwurm und Waise, - sie träumt von einer Welt außerhalb ihres Heims -, als auch der BFG stehen in ihrer jeweiligen Welt am Rand, sie sind anders als die Anderen. Oscar-Gewinner Mark Rylance leiht dem BFG dabei seine Gesichtszüge und vor allem seine Stimme und verleiht dem Riesen viel Wärme und Würde. Mag sein, dass diese Figur es ist, die Spielberg vor allem an der Geschichte interessierte. Denn der Riese und Spielberg arbeiten gewissermaßen in vergleichbaren Metiers: in einer Traumfabrik. Während der Riese mit in Gläsern eingefangenen Gedanken und Wünschen neue Traume (oder auch Albträume) kreieren kann, die die Menschen inspirieren, glücklich machen oder verstören, hat Spielberg die schier endlosen Möglichkeiten Hollywoods zu seiner Verfügung, mit denen er seit Jahrzehnten Illusionen erzeugt, Geschichten erzählt, traumhafte Welten entstehen lässt. Aber vielleicht sollte man diesen Vergleich auch nicht zu weit führen und „BFG – Big Friendly Giant“ einfach nur als souveräne Verfilmung eines Kinderbuchs betrachten.
 Weitere Vorstellungen folgen.
RICO, OSKAR UND DER DIEBSTAHLSTEIN - 94 min. - Ab 0 J.
Der abenteuerlustige und „tiefenbegabte“ Rico und sein bester Freund, der clevere und zögerliche Oskar, gehen als Hobbydetektive auf zahlreiche Abenteuer. Im ersten Teil mussten die Berliner Spürnasen eine Entführung beenden. Im zweiten Film haben sie illegale Machenschaften rund um einen Bingo-Ring aufgedeckt. Inzwischen leben die beiden Freunde im selben Haus, nachdem Oscars Vater Lars kurzerhand zur Ricos Familie gezogen und Ricos Mutter Tanja mit „dem Bühl“ von der Nachbarswohnung zusammengekommen ist. Es könnte so schön sein, doch die Idylle hält nicht lange. Eines Tages stirbt der mürrische Nachbar Fitzke und hinterlässt dem kleinen Rico seine heißgeliebte Steinsammlung. Als Rico sein Erbe begutachtet, entdeckt er, dass ein wichtiger Teil der Sammlung fehlt. Die Freunde entdecken, dass der wertvolle Kalbsstein von Dieben gemopst wurde, die nun auf dem Weg zur Ostsee sind. Die Jungs beschließen daraufhin ganz alleine, hinter den Dieben her zu reisen. Ein großes Abenteuer beginnt, dass nicht nur ihren Spürsinn auf die Probe stellt, sondern auch ihre Freundschaft. Die kunterbunte Literaturverfilmung basiert auf der gleichnamigen, erfolgreichen Kinderbuch-Reihe von Andreas Steinhöfel. Ein bisschen schade ist es angesichts all dieser Qualitäten dieser Filmreihe, dass nach diesem "Rico und Oskar"-Abenteuer wohl Schluss ist, aber vielleicht überdenken die Macher ihre Entscheidung ja auch noch einmal.
Weitere Vorstellungen folgen.
Textquellen: programmkino.de. kino.de.

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