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Der neue grosse Saal sagt hallo!Kinoansicht. S-Bahn Obertürkheim: 200m geradeaus und gleich links sehen Sie mich! K2
                                            
Unser Programm von Montag, 18.3. bis Mittwoch, 27.3.19.

KINOTHEK 1 ...      Beginn Datum KINOTHEK 2 ...      Beginn
DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT
20.15 Mo 18.3. MARIA STUART KÖNIGIN VON SCHOTTLAND 20.15
DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT
ANDERSWO - ALLEIN IN AFRIKA
17.30
20.15
Di 19.3. ASTRID
DIE FRAU DES NOBELPREISTRÄGERS
17.30
20.15

NEU 
***AUTARK - Leben mit der Energiewende

19.00
Mi 20.3. WOMIT HABEN WIR DAS VERDIENT?
MARIA STUART KÖNIGIN VON SCHOTTLAND
17.30
20.15
DER VORNAME
DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT
18.00
20.15
Do 21.3. DIE FRAU DES NOBELPREISTRÄGERS
MARIA STUART KÖNIGIN VON SCHOTTLAND
18.00
20.15
DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT
A STAR IS BORN
17.30
20.15
Fr 22.3. WOMIT HABEN WIR DAS VERDIENT?
*DIE FRAU DES NOBELPREISTRÄGERS
17.30
20.15
MARY POPPINS´ RÜCKKEHR
DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT
BOHEMIAN RHAPSODY
14.30
17.30
20.15
Sa 23.3. **ASTRID
*MARIA STUART KÖNIGIN VON SCHOTTLAND
NEU   WIE GUT IST DEINE BEZIEHUNG?
14.30
17.30
20.15
ANDERSWO - ALLEIN IN AFRIKA
**DER VORNAME
DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT
A STAR IS BORN
12.45
15.00
17.30
20.15
So 24.3. NEU   DIE SCHNEIDERIN DER TRÄUME
DER TRAFIKANT
WIE GUT IST DEINE BEZIEHUNG?
Ein Film von Michael Moore  **FAHRENHEIT 11/9
12.45
15.00
17.30
20.15
A STAR IS BORN
20.15 Mo 25.3. WIE GUT IST DEINE BEZIEHUNG? 20.15
ANDERSWO - ALLEIN IN AFRIKA
BOHEMIAN RHAPSODY
18.00
20.15
Di 26.3. *DIE SCHNEIDERIN DER TRÄUME
WOMIT HABEN WIR DAS VERDIENT?
18.00
20.15
**MARY POPPINS´ RÜCKKEHR
DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT
17.30
20.15
Mi 27.3. WOMIT HABEN WIR DAS VERDIENT?
**DER TRAFIKANT
17.30
20.15
* NUR NOCH KURZE ZEIT  |   ** VORAUSSICHTLICH LETZTE VORSTELLUNG.  |    *** LETZTE VORSTELLUNG.   |   ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR!
Wie zeigen jeweils die deutsche Fassung (2D), wenn nicht anders angegeben.  |  OF=Originalfassung  | OmU=Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Zu Ihrer Information: Filmtheater erstellen ihr Filmprogramm in der Regel von Woche zu Woche. Jeden Montag nachmittag ab ca. 14 Uhr können Sie unser Programm für die nächsten zehn Tage einsehen. Informieren Sie sich bitte taggenau: Aufgrund der Fülle an Filmen, die für uns interessant sind und bei nur zwei Kinosälen zeigen wir diese nicht täglich (!) innerhalb der Kinowoche (Donnerstag bis Mittwoch), sondern vielmehr über Wochen hinweg immer wieder tageweise.
Sie können von weiteren Vorstellungen eines Titels ausgehen, wenn dieser ohne Stern versehen ist.
Alle diesbezüglichen Angaben sind ohne Gewähr.


Unsere neu einsetzenden Filme, kurz vorgestellt: (Quellen u.a.: programmkino.de/epd-film/fbw)

WIE GUT IST DEINE BEZIEHUNG? – 111 min. – Ab 6 J.
Ralf Westhoffs einfallsreiche WG-Komödie „Wir sind die Neuen“ lockte vor fünf Jahren fast eine Million Besucher. Kopf, Herz und Zwerchfell beim Zuschauer dürfte nun auch der nächste Streich treffen. In zynischen Zeiten ist die Nachfrage nach warmherzigen, clever gestrickten Stoffen allemal vorhanden. Des netten Helden gemütliche Beziehung wird aus der Bahn geworfen, als dessen bester Freund aus heiterem Himmel von der Freundin verlassen wird. Kleineren Selbstzweifeln folgen mittlere Krisengewitter und schließlich fast das Fiasko. Flottes Tempo, hübsches Figurenkarussell mit vergnüglich aufspielendem Ensemble sowie smarte Dialoge im Florett-Modus sorgen für ein gelungenes Kino-Vergnügen!

DIE SCHNEIDERIN DER TRÄUME – 96 min. – Ab 6 J.
Im modernen Mumbai der gläsernen Hochhäuser arbeitet die junge Witwe Ratna als Dienstmädchen für Ashwin, einen jungen Mann aus wohlhabendem Hause, der scheinbar alles hat, was es für ein komfortables Leben braucht. Ratna wiederum hat vor allem eins: den Willen, sich ein besseres Leben zu erarbeiten und ihren Traum zu verwirklichen, Mode-Designerin zu werden. Als Ashwins sorgfältig arrangierte Bilderbuch-Hochzeit platzt, scheint Ratna die Einzige zu sein, die Ashwins tiefe Melancholie versteht. Ashwin verliebt sich in das so zurückgenommene Hausmädchen, denn er entdeckt in ihr eine willensstarke und sinnliche Frau, die bereit ist, für ihre Träume einzustehen. Und auch Ratna entwickelt Gefühle für ihn. Dennoch ist sie für beider Umgebung nur das Dienstmädchen, das von seiner Familie entsprechend behandelt wird. Die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden macht ihnen nur zu bewusst, wie unvereinbar die Welten sind, denen sie angehören. So müssen sie wählen zwischen gesellschaftlicher Anerkennung und der Liebe, einer Liebe, die sich gegen alle politischen und kulturellen Widerstände behaupten muss und ihre Familien zerstören würde. Mit Sensibilität, Humor und starken, authentischen Schauspielern erzählt die indische Regisseurin Rohena Gera eine zarte Liebesgeschichte zwischen den Welten, die in einem Mumbai spielt, das ein wilder Schmelztiegel der Farben, Hoffnungen und Schicksale ist. Großes Kino über Liebe, Familie, über Traditionen und Religion, ernst und wunderbar heiter zugleich.

Aktuell im Programm: (Quellen u.a.: programmkino.de/epd-film/fbw)

AUTARK - LEBEN MIT DER ENERGIEWENDE – 90 min. – Ab 0 J. - (Nur eine Veranstaltung: Mi 20.3. 19.00 Uhr).
Filmemacher Frank Farenski sitzt vor einem Windrad und rechnet vor: 1 Stunde Windrad ersetzt 3 Tonnen Kohle. Die Kilowattstunde eines Windrads kostet 3 Cent, die von einem Kohlekraftwerk 7 Cent. Der Bürger zahlt für eine Kilowattstunde Strom 27 Cent, für 11 Cent kann er sich diese inklusive Speicherung selbst produzieren. Fossile Energie kostet jedes Jahr mehr, erneuerbare Energie wird immer preiswerter. Unbezahlbar dagegen sind die Endlagerkosten von Atommüll. Warum also diskutieren wir dann immer noch über die Energiewende?
Hierüber wird im Film „Autark“ gesprochen. Zum Beispiel von dem Journalisten Franz Alt mit dem Dalai Lama. „Ohne Energiewende gibt es keinen Frieden. Weil wir unsere Versorgungsprobleme nicht in den Griff bekommen“ betont dieser. Auch Hans-Josef Fell, der Präsident der Energy Watch Group und Vater des Erneuerbare-Energien-Gesetzes kommt zu Wort, weiterhin Uwe Leprich, ehemaliger Leiter Abteilung Klimaschutz Bundesumweltamt, Dr. Andreas Piepenbrink, Geschäftsführer Solarstromspeicher E3/DC, Holger Laudeley von der Laudeley-Betriebstechnik, Saxo Dyzak von Solid Power, Architekt Harald Semke und andere Experten. Fazit: Eigen-Versorgungskonzepte muss man zulassen. Strom, Wärme, Mobilität, das können sich die Bürger und Unternehmen selbst organisieren. Denn Eigenversorgung macht frei, frei von Gängelung durch Politik und Konzerne, frei von Kostensteigerungen. „Autark“ ist der vierte Kinofilm in der Filmreihe „Leben mit der Energiewende“ von Frank Farenski.

MARIA STUART – KÖNIGIN VON SCHOTTLAND – 124 min. – Ab 12 J.
Im Jahre 1561 kehrt Maria Stuart (Saoirse Ronan) in ihre Heimat zurück, erst 18 Jahre alt, aber schon Witwe und Königin von Schottland. Ihre Kindheit und Jugend hatte sie in Frankreich verbracht, wo sie zur Stärkung der Bande mit dem Dauphin von Frankreich verheiratet war, der 1560 starb. Während ihrer Abwesenheit hatten Regenten das Land regiert, nun ist Maria volljährig und selbst Königin. Doch sie beansprucht nicht nur den Thron Schottland, sondern sieht sich auch als rechtmäßige Herrscherin über England. Dort regiert ihre Cousine Elisabeth I. (Margot Robbie), die nach der Abspaltung der protestantischen anglikanischen Kirche durch ihren Vater, Henry VIII., die Herrschaft übernommen hat. Doch die Katholiken im Land unterstützen Maria Stuart, die in ihrem Land betont liberal regiert und die Protestanten nicht verfolgt. Ein Fernduell der Cousinen entbrennt, ein Kampf um die Nachfolgereglungen im Vereinigten Königreich, um Erben, Religion und Toleranz. Eine sehr moderne, feministisch geprägte Lesart des Lebens der legendären Maria Stuart legt die britische Theaterregisseurin Josie Rourke mit ihrem Regiedebüt vor. Atemberaubend ästhetisch, hervorragend besetzt, in seinem Versuch, zeitgenössische Relevanz zu erlangen, allerdings auch ein wenig bemüht, macht sie die höfischen Intrigen des 16. Jahrhunderts zu einem frauenzentrierten Politthriller.

ANDERSWO – ALLEIN IN AFRIKA – 103 min. – Ab 0 J.
Anselm Nathanael Pahnke wollte mit zwei Freunden Südafrika auf dem Fahrrad erkunden, als diese ihm eröffneten, dass sie die Tour abbrechen müssen. Anselm stand vor der Entscheidung: Aufgeben oder allein weiterreisen? Er entschied sich, weiterzufahren. 15.000 Kilometer, 414 Tage, 15 Länder: Das sind die trockenen Fakten einer langen Reise, die der Hamburger unternommen hat. Die Doku bringt einem nicht nur die verschiedenen Ethnien, Kulturen und Bewohner näher. Im Zentrum steht genauso die vielfältige Tier- und Naturwelt des Kontinents. Wie einmalig und wunderschön dieser ist, wird zum Beispiel in Tansania deutlich. Die Landstriche sind unberührt und erhaben, direkt vor Anselm durchstreifen Giraffen, Zebras und Gnus die Steppe. Weitere Höhepunkte sind die Szenen, die Anselm auf dem Malawisee (dem neuntgrößten See der Erde) und bei den Gräbern im „Tal der Könige“ in Ägypten zeigen. Der Film steht aber ebenso für zutiefst emotionale und menschliche Momente, zum Beispiel beim Aufeinandertreffen von Anselm mit seinem Vater. Dieser besuchte seinen Sohn in Namibia und erkundete mit ihm die Tierwelt des Landes. Andere Szenen zeigen Einheimische dabei, wie sie den Reifen von Anselms Fahrrad wechseln oder ihm Wasser bringen. Dies ist eine zentrale Botschaft. Sie zeigt, wie hilfsbereit und selbstlos die Menschen vor Ort sind. Anselm begegnet auf seiner ganzen Reise Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und Offenheit, und das, obwohl einige der Länder zu den ärmsten der Welt zählen. Eine intime, ebenso heitere wie mitreißende Reise-Dokumentation, die dem Kinobesucher aus einem sehr persönlichen Blickwinkel heraus die Vielfalt des afrikanischen Kontinents näherbringt.


WOMIT HABEN WIR DAS VERDIENT? – 92 min. – Ab 6 J.
Für die Wienerin Wanda (Caroline Peters), überzeugte Atheistin und Feministin, wird ihr schlimmster Albtraum wahr, als ihre Teenagertochter Nina zum Islam konvertiert, von nun an Fatima heißen und Schleier tragen möchte.
Wandas wunderbare Welt des besseren Wissens steht Kopf. Sie wünscht sich die Zeit zurück, als ihre einzigen Probleme im Komasaufen und Kiffen bestanden. Plötzlich dreht sich alles um die Frage: Wie bringt man das Mädchen zur Vernunft? So ernst meint es Nina plötzlich mit der Religion, dass es selbst die echten Muslime mit der Angst bekommen. So findet Wanda eine unwahrscheinliche Mitstreiterin in der Muslima Hanife, der Mutter von Ninas Freundin Maryam, die für Frauenrechte im Islam kämpft und Ninas Radikal-Religionskur für einen schlechten Einfluss auf ihre Tochter hält. Als wäre das alles nicht genug, muss ihr Ex-Mann (Simon Schwarz) ausgerechnet jetzt noch einmal Vater werden, doch damit lässt sich leben. Denn Wanda war immer liberal, aufgeklärt und irgendwie super. Aber wenn die eigene Tochter plötzlich keinen Schweinebraten mehr mag, im Burkini schwimmen geht und fünfmal täglich die Gebetsmühle anwirft, droht bei ihr der multikulturelle Geduldsfaden zu reißen. Muss man denn wirklich alles akzeptieren? Deftiges und scharfsinniges Komödienkino aus Österreich: Eine aufgeklärte, liberale Patchwork-Familie fragt sich nahezu fassungslos, was bei ihr schiefgelaufen sein könnte. Mit viel Humor und spitzfindigen Dialogen gelingt Regisseurin Eva Spreitzhofer und ihrem grandiosen Ensemble eine herrlich bissige Gesellschaftskomödie über Toleranz und ihre Grenzen.


Nochmals bei uns. Soeben oscarprämiiert: "Bester Filmsong".   A STAR IS BORN – 135 min. – Ab 12 J.
Als der Country-Star Jackson Maine (Bradley Cooper) zufällig einen Auftritt der singenden Kellnerin Ally (Lady Gaga) miterlebt, erkennt er sofort das Talent der unbekannten Musikerin. Ally hat ihren Traum vom Ruhm zwar mehr oder minder aufgegeben, legt aber, nachdem Jackson sie bei einem seiner Konzerte zu einem spontanen Duett auf die Bühne holt, über Nacht eine steile Musikkarriere hin. Kurz vor ihrem Aufstieg werden Ally und Jackson ein Liebespaar. Doch während Ally als Popstar immer größere Erfolge feiert, zerbricht der inzwischen eher erfolglose Jackson an seiner Alkohol- und Drogensucht. Wie lang hält die Liebe diese Belastung aus? Der Hollywood-Star Bradley Cooper nutzt in seiner Version der zeitlosen, hier auf zwei Personen aufgeteilten Ruhm-und-Absturz-Story gekonnt filmische Mittel, um eine vibrierende Atmosphäre herzustellen. Das kommt insbesondere bei den vielen Live-Konzerten zum Tragen, zusammen mit dem wirklichkeitsnahen Tondesign kommt im Kinosaal echte Konzertstimmung auf. Der besondere Clou des Dramas ist dennoch der Cast. Lady Gaga begeistert in ihrer ersten Kinohauptrolle mit einem nuancierten Spiel, das viel Raum für Zwischentöne lässt. Dabei ist es allein schon ein Highlight, den sonst so extrovertierten Popstar ohne Make-up und pompöse Bühnenoutfits zu sehen. Cooper verkörpert den Part als suchtkranker Musiker auf dem absteigenden Ast ebenfalls sehr eindringlich. Soeben ausgezeichnet mit dem Oscar 2019: „Bester Filmsong“.


FAHRENHEIT 11/9 – 128 min. – Ab 6 J.
In seinem neuen emotional aufrüttelnden Anti-Trump-Dokumentarfilm startet der begnadete Polemiker Michael Moore eine dringende Warnung, um die USA als Demokratie zu retten. Schon vor Jahren zeigte der 64jährige an den drastischen Folgen des profitorientierten Krankheitsversicherungssystems den maroden Zustand. Dass das System bereits bevor Trump auftauchte, kaputt war, illustriert er mit drastischen Beispielen. Ob Waffenlobby, die Finanzkrise oder George W. Bush, die in der Vergangenheit manchmal umstrittene Ikone Moore rechnet auch diesmal wieder in gekonnter Mischung aus staunender Naivität und beißender Schärfe mit der US-Gegenwart ab. Moore zieht in seinem im besten Sinne aufrüttelnden Agitprop-Film alle Register. Um Trump, den schmierigen Ehrgeizling mit ungesunder Tochterfixierung, geht es dabei ganz konkret nur in den ersten zwanzig Minuten. Danach begibt sich Moore auf Ursachenforschung. Wie konnte es so weit kommen, dass ein Land wie die USA einem wie Trump den roten Teppich ausrollt? Hier ändert sich die Tonlage; aus der bissigen Satire wird eine Recherche, die zumindest tendenziell dokumentarischen Charakter annimmt. Auf den ersten Blick geht es dabei um alles und nichts: Waffengesetze hier, medizinische Versorgung dort; Verstrickungen zwischen Politik und Wirtschaft hier, Wut und Frust der gesellschaftlich Abgehängten dort. Allmählich aber setzt sich ein durchaus komplexes Bild zusammen. Das Ganze gewährt nicht nur erschütternde Einblicke in den Status quo eines zerrissenen Landes, sondern bietet eine durchaus einleuchtende (Teil-)Erklärung für Trumps Erfolg. Für Moore gibt es trotzdem keinen Grund zum Verzweifeln. Er bezieht Hoffnung aus Umfrageergebnissen, die das amerikanische Volk aufgeklärter, sozialer und fortschrittlicher erscheinen lassen als seine aktuellen politischen Repräsentanten. Und schließlich entdeckt er eine neue demokratische Politikergeneration, die mit Populismus nichts am Hut hat und vielleicht eines Tages das Ruder rumreißen wird.

DIE FRAU DES NOBELPREISTRÄGERS – 100 min. - Ab 6 J.
Was für ein schönes Paar in diesem schönen Haus in Connecticut! Was für eine wunderbare Gemeinsamkeit! Zu schön, um wahr zu sein? Tatsächlich wird dieses Bild nach und nach entzaubert. Die Geschichte einer leidgeprüften Frau eines erfolgreichen Autors, die sehr viel mehr draufhat, als alle in ihr zu sehen gewillt sind. Eine Frau bleibt im Schatten, damit ihr Mann Erfolg hat: Was wie ein sich leise zuspitzendes Drama beginnt, entfaltet sich zu einem lauten Aufschrei über das gesellschaftliche Missverhältnis zwischen Frau und Mann. Der unspektakulär inszenierte, dafür aber spannend erzählte Film handelt von einer tiefgreifenden Lebenslüge, die stückweise an die Oberfläche dringt. 2004 wurde Björn Runges Drama „Morgengrauen“ mit dem Silbernen Bären der Berlinale ausgezeichnet. Nun legt der schwedische Filmemacher dieses Charakterdrama nach dem gleichnamigen Roman der US-Autorin Meg Wolitzer vor. Für Glenn Close könnte nach sechs Nominierungen der erste Oscar winken. „The Wife“ ist ziemlich exakt das, was man als Schauspielerfilm bezeichnet. Ein Film also, dessen Qualität im (Zusammen-)Spiel des Ensembles liegt und der eher innere als äußere Konflikte thematisiert. Ein mitreißend gespieltes Ehe-Komplott, mit all seinen Abgründen, Kränkungen und Zärtlichkeiten, die Glenn Close und Jonathan Pryce bewunderungswürdig, witzig und unendlich traurig ausspielen. Die große Leistung dieses feinsinnig gespielten und inszenierten Emanzipationsdramas einer lebenslangen Unterwerfung und Ausbeutung besteht darin, zu zeigen, wie tief sich ein Paar in einer Lüge eingesponnen hat, eine Lüge, die einen Nobelpreisträger hervorbrachte und eine Schriftstellerin verschwinden ließ.

DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT – 100 min. - Ab 6 J.
Caroline Links Verfilmung des gleichnamigen autobiografischen Erfolgsromans von Hape Kerkeling über seine Kindheit im Ruhrpott, das Aufwachsen in einer fröhlichen Großfamilie und den frühen Verlust der geliebten Mutter. Mit der Verpflichtung von Julius Weckauf gelang der Regisseurin der Besetzungscoup des Jahres. Unter mehr als 5000 Bewerbern setzte sich der Junge aus einem Dorf in NRW beim Casting durch, nachdem er von Kunden im Laden seiner Eltern auf die Suche nach einem jungen Hape Kerkeling aufmerksam gemacht worden war. - Der pummelige 9-jährige Hans-Peter ist Teil einer großen, feierwütigen Familie aus dem Ruhrpott, in der jeder seine kleinen Macken hat. Nach den ersten behüteten Jahren im Haus von Oma und Opa auf dem Dorf zieht er mit seinen Eltern in eine Stadtwohnung, im gleichen Haus wohnt das andere Großelternpaar. Etliche Tanten und Onkel sind ebenso stets gern gesehene Gäste. Sein Talent, andere zum Lachen zu bringen, trainiert er im Krämerladen seiner Oma Änne, wo er Kundinnen perfekt nachmacht. Den ersten Knick bekommt die heile Welt nach dem Tod der Großmutter. Später erkrankt seine Mutter schwer und verfällt in Depressionen, an denen selbst Hans-Peters komödiantische Fähigkeiten abprallen. Nach ihrem Freitod ziehen die Großeltern vom Land in die Stadt und kümmern sich um den Jungen, der so gerne die Stars des deutschen Fernsehens imitiert. Und alle ahnen schon damals und akzeptieren unausgesprochen, dass Kerkeling homosexuell ist. Die Fröhlichkeit Kerkelings ist aus tiefem Schmerz geboren, dies bringt der unterhaltende Film dem Zuschauer sehr nah. Link blickt mit großer Liebenswürdigkeit und Ehrlichkeit auf diese kleinbürgerliche Welt, sie hält traumwandlerisch sicher die Balance aus Tragikomik und Ernsthaftigkeit. Sie beweist das richtige Gespür für den Ton in jeder Situation, wobei sie einen im deutschen Kino einmaligen Mut zur Sentimentalität beweist, die sie stets richtig dosiert. Nostalgisch im besten Sinne des Wortes, aber nie kitschig oder verklärend. Zur gelungenen Zeichnung von Milieu und Ära tragen die detailreiche Ausstattung und die Charakterisierung der Figuren bei, die alle ihre Schrullen und Macken haben. Aber vor allem das Herz am rechten Fleck. Über das Porträt des jungen Kerkeling wird die alte Bundesrepublik mit ihren Kiezen und Tante-Emma-Läden lebendig, hier hat der Entertainer seine Wurzeln, das Fernsehen der 70er mit Hitparade, Disco und Samstagabendshows wird eine Quelle seines unverwechselbaren Humors. Zugleich macht der Film klar, warum Kerkeling auf dem Höhepunkt des Ruhms dem Bildschirm adé sagte. Er ist nun mal ein Kind der 70er, das sich selbst oft in Szene setzte, aber nie seine Person ins Zentrum seiner Auftritte stellte. Genau das reflektiert der Film auf wunderbare Weise. Ein liebenswerter, herrlich nostalgischer Familienfilm.

BOHEMIAN RHAPSODY – 135 min. – Ab 6 J.
Am 24. November 1991 endete das Leben von Farrokh Bulsara, besser bekannt als Freddie Mercury. Die Musikwelt verfiel in einen Schockzustand. Der legendäre Leadsänger der Rockgruppe Queen erlag im Alter von nur 45 Jahren den Folgen einer HIV-Infektion. In den gut zwei Dekaden, die Queen mit Mercury existierte, schuf die britische Band Welthits für die Ewigkeit. Ähnlich turbulent wie Mercurys wildes Leben ist die Produktionsgeschichte dieses Biopic-Dramas. Eine Hommage an die ganze Gruppe, aber mit klarem Fokus auf ihren schillernden Frontmann. England, die 1970er Jahre: Der 19-jährige Farrokh hat große Träume: Er will auf die Bühne und singen. Als er allen Mut zusammennimmt und sich bei einer Band als deren neuer Leadsänger bewirbt, hat er noch keine Ahnung, dass dies der Beginn einer musikalischen Ära ist. Er selbst nennt sich Freddie Mercury. Als charismatischer, leidenschaftlicher Performer erobert er das Publikum im Sturm. Doch je mehr er sich auf der Bühne zu finden beginnt, desto mehr verliert er den Halt im Leben. Und riskiert schon bald, alles zu verlieren, was ihm etwas bedeutet. Am 13. Juli 1985 spielten Queen im Rahmen des Live-Aid-Concerts vor 72.000 Menschen im Wembley Stadion. Über 1,9 Milliarden Menschen verfolgten das Konzert live. Für Bryan Singers und Dexter Fletchers Film dient dieses Konzert als erzählerischer Rahmen. Als Künstler-Biopic erzählt der Film aus der Perspektive von Mercury. Dabei zeigt er den öffentlichen Menschen und kommt gleichzeitig auch der privaten Seite des scheuen und unsicheren Mannes nahe, der sich Zeit seines Lebens nach wirklicher Vertrautheit sehnte und dennoch seine Freunde oft verriet, weil er sich auf falsche Berater einließ. Dass er nie wirklich zu seiner Homosexualität stehen konnte, ist ein Aspekt, den der Film nie ausstellt, sondern sensibel in die Erzählung einwebt. Rami Malek ist grandios in seiner Darstellung als Freddie. Die Verletzlichkeit einer zarten Künstlerseele, die Neurosen und Allüren eines übergroßen Stars und die Getriebenheit eines nie ruhenden Genies, Malek lässt nie einen Zweifel an der Authentizität seiner Darstellung. Auch der Rest des Ensembles steht dem in nichts nach, vor allem auch im Zusammenspiel miteinander. Neben der Geschichte der Band greift das Drehbuch auch die Entstehungsgeschichte der weltberühmten Songs auf. Wenn als Höhepunkt der legendäre 25-minütige Auftritt der Band minutiös und detailgetreu nachgestellt wird, dann spürt man als Zuschauer die Kraft, die Musik freisetzen kann. Was auch der Soundtrack beweist, der kaum einen Hit von Queen vermissen lässt. „Es ist kein Biopic, es ist ein Film über Freddie und Queen, bei dem wir uns kreative Freiheit herausgenommen haben!“ - das sagte Queens Leadgitarrist Brian May selbst nach einem Konzert in Hamburg und erklärt damit innerhalb eines Satzes, was den Reiz des Films ausmacht. So ist es nicht bloß ein sehr musikalischer und emotionaler Film, sondern auch ein verdammt unterhaltsamer geworden. Der Regie gelingt ein hochsensibler, aber nie voyeuristischer Film, in dem es in erster Linie darum geht, den Geniestatus der den musikalischen Zeitgeist prägenden Band hervorzuheben. So gehören ausgerechnet die Szenen zwischen Queen und den hinter den Kulissen agierenden Produzenten und Musiklabelchefs zu den ganz großen Highlights des Films; immerhin wissen wir heute sehr genau, wie erfolgreich die Band später wurde. Als Zuschauer wird man nicht nur abgeholt, sondern mitgerissen! Ein Musikfilm der ganz großen Emotionen, mit großer Power, Opulenz und Dramatik inszeniert. Für Fans von Freddie Mercury und Queen ist dieses elektrisierend-nostalgische Musik-Biopic ein Muss. Rami Malek, um es noch einmal zu sagen, liefert in der Hauptrolle eine unglaubliche, eine fulminante Performance, die ihn zum nahezu sicheren Kandidaten für die beginnende Filmpreis-Saison macht.

ASTRID – 121 min. - Ab 6 J.
Wenn der Name Astrid fällt, weiß in Schweden jedes Kind, wer gemeint ist: die größte Tochter des Landes, die berühmteste Kinder- und Jugendschriftstellerin der Welt, Astrid Lindgren. Das Biopic über ihre Jugend und ihren holprigen Start ins Erwachsenenleben ist ein wunderschöner Film mit einer Heldin, die sich nicht unterkriegen lässt. Nur ganz nebenbei geht es ums Schreiben, vor allem aber um Astrid Lindgren als Persönlichkeit, die sich lebenslang für Menschenrechte einsetzte und sich, nicht nur in ihren Büchern, kreativ über Regeln und Normen hinwegsetzte. Von ihrem Weg dorthin erzählt Pernille Fischer Christensen sehr sensibel, fesselnd und mit feinem, unterkühltem Humor. Keine typische Künstlerbiographie, lässt der Film diese faszinierende Frau und ihre Zeit lebendig werden, mit allen Problemen und Hindernissen, die ihr in den Weg gelegt wurden oder die sie sich selbst geschaffen hat, je nach Standpunkt. Wie sich dieses anfangs so optimistische, immer leicht überschwängliche junge Mädchen vom wilden Kind zu einer selbstbewussten, couragierten Persönlichkeit entwickelt, die um ihre Selbständigkeit kämpft und ihre schwierige Situation in den Griff bekommt, das ist eine Frauengeschichte mit allem Drum und dran, mit allem, was auch heute noch gelegentlich Frauen daran hindert, ihre Träume zu leben: unerwartet schwanger, ein Kind ohne Vater, finanzielle Not, Familienprobleme, Schwierigkeiten im Job. Vermutlich hat all das mit dazu beigetragen, dass Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertochter, Karlsson, Madita und die vielen anderen unsterblichen Figuren aus Astrid Lindgrens Werken entstehen konnten. Sicherlich aber war all das notwendig, damit der Mensch Astrid wachsen konnte, um sich später und lebenslang für die Rechte von Kindern, Frauen und Minderheiten einzusetzen. Abgesehen davon ist es eine schöne Idee, auf derart subtile Weise die Frage zu beantworten, woher eigentlich die Geschichten kommen. Aus dem Leben natürlich, ob direkt oder indirekt. Vieles an diesem Film ist ganz besonders und ganz besonders gut: Wie es Pernille Fischer Christensen gelingt, die Stimmung und Atmosphäre der 20er Jahre einzufangen, die Kostüme, die in meist sanften Farben gehalten sind, herrliche Landschaftsbilder und die eindrücklichen Szenen von Astrids Leben in Angst und Armut. Zwei Aspekte ragen heraus: eine anfangs unscheinbare Rahmenhandlung, in der die greise Astrid, deren Gesicht nie ganz zu sehen ist, die Briefe von Kindern liest. Vor allem anderen aber ist es Alba August, die unfassbar gut und einfühlsam die junge Astrid spielt. Sie ist das übermütige Kind, die einsame Frau, die wartende Geliebte, die glückselige und die verzweifelte Mutter, manchmal alles gleichzeitig, aber immer mit faszinierender Leichtigkeit und großer schauspielerischer Intelligenz. Ihr spitzbübisches Lächeln lässt sie jünger und immer wieder beinahe kindlich wirken, gibt ihr aber auch einen atemberaubend ehrlichen Charme. Sie macht aus dem Film kein übliches Biopic, sondern eine sehr überzeugende Coming of Age-Geschichte. Und sie erweckt Astrid Lindgren buchstäblich zu neuem Leben. Allerbestes skandinavisches Erzählkino.

DER TRAFIKANT – 113 min. - Ab 6 J.
Österreichern muss man nichts erklären, und weil dies die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Robert Seethaler ist, wissen auch deutsche Leser Bescheid: Ein Trafikant ist der Besitzer eines kleinen Geschäfts für Tabakwaren, Zeitungen, Schreibwaren. Der 17-jährige Franz Huchel (Simon Morzé) verlässt auf strenges Geheiß seiner Mutter Margarete (Regina Fritsch) sein Heimatdorf im Österreich des Jahres 1937 und fährt ins aufregende, brodelnde Wien. Hier führt ein ehemaliger Liebhaber der Mutter, Otto Trsnjek (Johannes Krisch), eine Tabak-Trafik, Franz geht bei ihm in die Lehre. Der Bub lernt schnell, nicht nur das Praktische, sondern auch das Lebenskluge, zum Beispiel die Zeitung zu lesen, um informiert zu sein. Zu den besten Kunden gehört der 82-jährige Sigmund Freud (Bruno Ganz), der, so sagt man, „Köpfe repariert, innen drin“. Franz ist neugierig und sucht Rat. Er ist nämlich unglücklich verliebt, in die schöne, viel zu erfahrene und flatterhafte Böhmin Anezka (Emma Drogunova). Doch Freud ist in Liebesdingen keine große Hilfe. Überhaupt gibt es Wichtigeres: Hitlers Truppen sind einmarschiert, Otto Trsnjek, ein Jude, verschwindet in den Kellern der Gestapo. Nun ist Franz der Trafikant. Und er trifft eine folgenschwere Entscheidung. Regisseur und Co-Drehbuchautor Nikolaus Leytner hat ein genaues Gespür für die Zeit und die Menschen, die in ihr leben. Er bringt sie dem Zuschauer anschaulich näher, mit ihren Sorgen und Nöten, mit ihren Sehnsüchten und Wünschen, vor allem aber mit den politischen Erschütterungen, die die Nazis verursachen. Plötzlich wird der Nachbar zum Feind, und auch am Attersee ticken die Uhren jetzt anders, wie der Briefwechsel mit der Mutter, eine weitere Erzählebene des Films, beweist. Die politische Realität schleicht sich nur langsam und behutsam in die Geschichte ein, weil die Hauptfigur zunächst andere Probleme hat und sie nur am Rande wahrnimmt. Es geht vor allem um das Erwachsenwerden eines Jungen, der die Liebe und die Großstadt kennen lernt und von gleich zwei Ersatzvätern lernt. Und es kommt eine dritte Erzählebene hinzu: Franz ist ein Träumer, der sich in mutigen Tagträumen den besseren Ausgang einer Situation vorstellt oder in finsteren Nachtträumen in eine andere, poetischere Welt flüchtet. Immer wieder blitzen diese Phantasien auf, in entfremdeten, surrealen und sehr ausdrucksstarken Bildern. Auf Anraten Freuds schreibt Franz die Träume auf und hängt das Geschriebene dann ins Schaufenster der Trafik, um sie mit anderen zu teilen. Nur so kann er seine Überforderungen und seinen Kontrollverlust kompensieren. Die Beziehung zwischen Franz und Sigmund Freud, dem unerfahrenen jungen Mann und dem greisen, lebensklugen und bescheidenen Weltbürger, gerät denn auch zum Zentrum des Films. Simon Morzé und Bruno Ganz spielen ihre Rollen ebenso einfühlsam wie glaubwürdig: neugierig und lebenslustig der eine, klug und schelmisch der andere.


DER VORNAME - 91 min. - Ab 6 J.
Ein mehr als ungewöhnlicher Vorname ist Auslöser eines Familienstreits, der im Lauf eines Abendessens immer mehr ausartet. Basierend auf dem gleichnamigen französischen Film haben Sönke Wortmann und seine vier Hauptdarsteller viel Spaß, sich allerlei Bosheiten an den Kopf zu werfen, mit denen Scheinheiligkeiten und Vorurteile entlarvt werden. Immer tiefer schneiden die Pointen, immer offener geht das Quintett miteinander um, offenbart tiefsitzende Vorurteile und Aversionen, die weit in die Vergangenheit zurückreichen. Ein großes Vergnügen ist diese Adaption eines französischen Stücks, das mit seiner Ausgangsidee, den natürlich gerade in Deutschland aus offensichtlichen Gründen verpönten Vornamen Adolf wiederzuentdecken, geradezu nach einer deutschen Adaption verlangt hat. Die hat nun Sönke Wortmann in seinem besten Film seit Jahren erfolgreich vorgelegt. Seine durchtriebene Gesellschaftskomödie, in der im nicht nur verbalen Schlagabtausch die mentalen Sollbruchstellen eines gut situierten urbanen Milieus entlarvt werden, erinnert an Yasmine Rezas Bühnenstücke wie »Gott des Gemetzels« und »Kunst«. Doch der Film basiert auf einem anderen französischen Theaterstück, »Le prénom« von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière, das 2010 in Paris uraufgeführt und mit riesigem Erfolg erstmals 2012 verfilmt wurde. Auch in Sönke Wortmanns Nachzügleradaption erweist sich die Vorlage als so unkaputtbar lustig und pointensicher wie ein Molière-Stück. Mit Wortwitz und viel Esprit bringt Wortmann die heile Fassade einer Familie zum Bröckeln. Scharfzüngig, augenzwinkernd, aberwitzig. Schöner wurde in deutschen Komödien selten gestritten.

MARY POPPINS´ RÜCKKEHR – 130 min. – Ab 6 J.
Der von Walt Disney produzierte Musical-Fantasyfilm „Mary Poppins“ lief 1964 höchst erfolgreich im Kino. Der Film von Regisseur Robert Stevenson fügte auf damals innovative Weise Trickfilmfiguren in die Realaufnahmen ein und gewann bei dreizehn Nominierungen fünf Oscars, darunter für den besten Filmsong und die beste Filmmusik sowie für den Auftritt von Julie Andrews in der Titelrolle. Das an die „Mary Poppins“-Romane der Autorin Pamela L. Travers angelehnte Musical spielte im London des Jahres 1910, die Fortsetzung nach einem Drehbuch des „Life of Pi“-Autors David Magee führt den Plot des Originalfilms zwanzig Handlungsjahre später fort. Wie im Klassiker bildet die kindliche Fantasie einen Gegenpol zur durchrationalisierten Welt. Wenn Mary Poppins den Kindern ein Bad einlässt und das Badevergnügen als fantasievoller Unterwasserausflug stattfindet, unterhält das ebenso gut wie die Kombination von Real- und Trickfilmsequenzen. Das Highlight der Neuversion ist Emily Blunt in der Titelrolle. Blunt tritt mit spürbarer Spielfreude in die Fußstapfen von Julie Andrews und bringt die Poppins-eigene Mischung aus Strenge und Spaß lebhaft rüber. Mit ihrem divenhaften Auftreten verbucht sie die meisten Lacher auf ihrer Seite. Nicht nur wir sind erwachsen geworden. Sondern auch die Frau, die wir als Mary Poppins kennen, hat sich weiterentwickelt. Emily Blunts' Mary ist immer noch so eitel, fürsorglich und wenn nötig auch mal streng, wie wir sie kennen. Trotzdem ist sie mit der Zeit gegangen. Sie ist noch ein bisschen selbstbewusster, spritziger und moderner geworden.