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Der neue grosse Saal sagt hallo!Kinoansicht. S-Bahn Obertürkheim: 200m geradeaus und gleich links sehen Sie mich! Gastro
                                            
Unser Filmprogramm von Montag, 25.9. bis Mittwoch, 4.10.17:

WELCHER FILM IN KINOTHEK 1 ... Beginn DATUM WELCHER FILM IN KINOTHEK 2 ... Beginn
 GRIESSNOCKERLAFFÄRE 20.15 Mo 25.9. Der WUNDERBARE GARTEN der BELLA BROWN 20.15
NEU   VALERIAN Die Stadt der tausend Planeten 20.15 Di 26.9. THE DINNER 20.15
MONSIEUR PIERRE GEHT ONLINE
GRIESSNOCKERLAFFÄRE
18.00
20.15
Mi 27.9. DIE GÖTTLICHE ORDNUNG
Der WUNDERBARE GARTEN der BELLA BROWN
18.00
20.15
NEU  ***BLACK SABBATH THE END OF THE END 20.15 Do 28.9. In Kino 2 heute keine Vorstellung.
NEU  WEIT DIE GESCHICHTE VON EINEM WEG UM DIE WELT 20.15 Fr 29.9. MONSIEUR PIERRE GEHT ONLINE 20.15
EIN DORF SIEHT SCHWARZ
NEU  THE PARTY
GRIESSNOCKERLAFFÄRE
15.00
17.30

20.15
Sa 30.9. NEU  HILFE, UNSER LEHRER IST EIN FROSCH!
**THE DINNER
Der WUNDERBARE GARTEN der BELLA BROWN
15.00
17.30
20.15
**EIN DORF SIEHT SCHWARZ
WEIT DIE GESCHICHTE VON EINEM WEG UM DIE WELT
THE PARTY
15.00
17.30
20.30
So 1.10. HILFE, UNSER LEHRER IST EIN FROSCH!
MONSIEUR PIERRE GEHT ONLINE
DIE GÖTTLICHE ORDNUNG
15.00
17.30
20.30
 GRIESSNOCKERLAFFÄRE
WEIT DIE GESCHICHTE VON EINEM WEG UM DIE WELT
17.30
20.30
Mo 2.10. Der WUNDERBARE GARTEN der BELLA BROWN
MONSIEUR PIERRE GEHT ONLINE
17.30
20.30
DIE GABE ZU HEILEN
**LION  DER LANGE WEG NACH HAUSE
WEIT DIE GESCHICHTE VON EINEM WEG UM DIE WELT
THE PARTY
12.30
15.00
17.45
20.30
Di 3.10. IN ZEITEN DES ABNEHMENDEN LICHTS
**VALERIAN Die Stadt der tausend Planeten
MONSIEUR PIERRE GEHT ONLINE
DIE GÖTTLICHE ORDNUNG
12.30
15.00
17.45
20.30
DIE GABE ZU HEILEN
GRIESSNOCKERLAFFÄRE
18.00
20.30
Mi 4.10. **IN ZEITEN DES ABNEHMENDEN LICHTS
Der WUNDERBARE GARTEN der BELLA BROWN
18.00
20.30
* NUR NOCH KURZE ZEIT  |   ** VORAUSSICHTLICH LETZTE VORSTELLUNG.  |    *** LETZTE VORSTELLUNG.   |   ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR!
Wie zeigen jeweils die deutsche Fassung (2D), wenn nicht anders angegeben.  |  OF=Originalfassung  | OmU=Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Zu Ihrer Information: Filmtheater erstellen ihr Filmprogramm in der Regel von Woche zu Woche. Wir aktualisieren dieses jeden Montag nachmittag für die nächsten zehn Tage. Informieren Sie sich bitte taggenau, denn aufgrund der Fülle an Filmen, die für uns interessant sind und bei nur zwei Kinosälen zeigen wir diese nicht täglich (!) innerhalb der Kinowoche (Donnerstag bis Mittwoch), sondern vielmehr über Wochen hinweg immer wieder tageweise.
Sie können von weiteren Vorstellungen eines Titels ausgehen, wenn dieser ohne Stern versehen ist.
Alle diesbezüglichen Angaben sind ohne Gewähr.


Unsere diese Woche neu einsetzenden Filme kurz vorgestellt: (Quellen: programmkino.de/kino.de)

WEIT - Die Geschichte von einem Weg um die Welt - 125 min. - Ab 0 J.
Sie wollen ihr Zuhause verlassen, um zu entdecken, was Heimat für andere bedeutet: Das junge Paar Patrick und Gwen aus Freiburg zieht mit dem Rucksack gen Osten und weiter bis um die Welt. Die zwei versuchen dabei auch, sich in Verzicht zu üben. Das Ziel ist es, nicht mehr als fünf Euro am Tag auszugeben, und nicht zu fliegen. Jeder zurückgelegte Meter soll mit allen Sinnen wahrgenommen, Grenzen sollen ausgetestet und neben dem Verzicht soll auch der Genuss gelernt werden. Bei jedem Schritt wollen Patrick und Gwen spontan und neugierig bleiben. Die beiden sind drei Jahre und 110 Tage unterwegs, bewegen sich ausschließlich als Anhalter fort, ob mit Bus, Zug, Schiff. Am Ende kommen fast 100.000 Kilometer durch Europa, Asien sowie Nord- und Zentralamerika zusammen. Sie kehren zu dritt zurück. Im Mittelpunkt der Reise steht immer der unmittelbare Kontakt zu den Menschen, die sie durch das „per Anhalter reisen“ besonders intensiv erleben dürfen. Sie, und wir mit ihnen, sind mittendrin im Alltag der Menschen. Jedes Auto bringt eine neue Geschichte, eine neue Begegnung, die man so nie hätte planen können. Der Film und die beiden Reisenden Patrick und Gwen sind dermaßen sympathisch, dass man sich ungeheuer gerne mit ihnen auf ziemliche Abenteuer einläßt quer durch die Welt, meist trampend, oft im Zelt schlafend, oft auch bei Menschen, die sie unterwegs kennen lernen. Da Patrick zudem von Beruf Kameramann ist, kann man sich über erstaunlich professionelle Bilder freuen, die immer dicht dran sind an der Natur und den Mitmenschen. Viel schöner kann man nicht Lust machen aufs Reisen, auf Welt entdecken, auf Menschen kennen lernen. Ein Film wie eine gelebte Völkerverständigung, und ein Erfolgsprojekt ohnegleichen. Anfänglich gedacht, nur Bilder und Videos für Freunde ins Netz zu stellen, entwickelte sich daraus ein Kinofilm, der mittlerweile über 200.000 Besucher begeistert hat. Dabei sind die 130 Minuten des Kinofilms nur ein Bruchteil des Materials, das insgesamt zur Verfügung stand. Nach fünf Monaten anstrengender Deutschlandtour starten die beiden nun ihre Live-Bühnentour, mit weiteren Geschichten und vielen neuen Anekdoten. „Herzlichen Dank für all das schöne Feedback, das wir täglich persönlich, per mail, über das Gästebuch und Facebook bekommen! Es berührt uns immer wieder zu beobachten, was für eine Reichweite die wunderschönen Begegnungen, die wir auf unserer Reise erleben durften, nun haben. Grüße von Herzen: Patrick und Gwen. (www.weitumdiewelt.de).

THE PARTY – 71 min. – Ab 12 J.
Eine Abendgesellschaft in der linksliberalen Elite Londons gerät unerwartet zum Fiasko. Hinter der Fassade gutbürgerlicher Toleranz  verbergen sich snobistische Egoismen und Spießerattitüden. In 71 höchst kurzweiligen Minuten zündet Sally Potter ein cineastisches Feuerwerk vom Feinsten (und das in Schwarz-Weiß!). Die künftige Ministerin im Schattenkabinett lädt ihre besten Freunde zur intimen Feier ins traute Heim. Kleine Geheimnisse und große Lebenslügen fliegen den Gästen immer schneller um die Ohren. Ein exzellentes Ensemble zelebriert die schillernden Figuren samt ihrer funkelnden Dialoge mit spürbarem Vergnügen. Dass die Bären-Jury 2017 daran keinen Gefallen fand, lässt sie in die Ignoranten-Liga der „Erdmann“-Trottel von Cannes absteigen. Das Publikum hat da mittlerweile klüger entschieden, der Film nähert sich der Marke von 200.000 Kinobesuchern. Ein Kammerspiel in Echtzeit gelingt der britischen Autorin und Regisseurin Sally Potter mit scheinbar müheloser Eleganz. Ihr russischer Kameramann Aleksei Rodionov zaubert im beengten Wohnraum kunstvolle Tableaus in Schwarz-Weiß, selbst die schnöde Mülltonne im Garten bekommt in diesem dynamisch visuellen Konzept eine ganz besondere Bedeutung. Richtig zünden kann solch eine bitterböse Burleske über die feine Akademiker-Gesellschaft und ihre Abgründe freilich nur mit einem hochkarätigen Ensemble. Die Spielfreude dieser charismatischen Sieben überzeugt in jeder Szene. Ganz genüsslich spielt man sich die Bälle und Pointen zu, ob beim philosophisch-existentialistischen Wortgefecht oder dem ganz banalen Faustschlag. Eine böse, beißende Satire über das selbstgerechte Establishment mit subtilen Bezügen auch zur aktuellen Lage Großbritanniens.

HILFE, UNSER LEHRER IST EIN FROSCH! – 83 min. – Ab 0 J.
Sita und ihre Altersgenossen gehen auf eine kleine Grundschule und haben mit Herrn Frans einen tollen Lehrer. Sita findet heraus, dass ihr Lehrer sich in einen Frosch verwandeln kann. Das Geheimnis wird aber ausgeplaudert und so erfährt es auch bald die ganze Klasse. Die Schüler halten jedoch zu Lehrer Frans und versuchen ihn vor den Gefahren, die auf einen Frosch lauern, und vor den Anfeindungen durch den neuen Schuldirektor zu schützen. Doch damit nicht genug: Sitas Mutter hat keine Zeit für ihre Tochter, Lehrer Frans ist auch noch in eine Kollegin verliebt und das große Schulfest steht an. Werden sich alle Probleme und Aufgaben lösen lassen? Erzählt wird von Freundschaft, Zusammenhalt, Tierleben, Anderssein und Vertrauen. Ein gelungener Kinderfilm aus den Niederlanden von Anna van der Heide, der nicht auf moralische Komplexität wie ein Märchen setzt, dafür aber auf kurzweiliges Vergnügen für alle Altersstufen.

Weitere Titel im Programm, kurz vorgestellt: (Quellen: programmkino.de/kino.de)

GRIESSNOCKERLAFFÄRE - 99 min. - Ab 6 J.
Der Franz gilt als Hauptverdächtiger. Sein alter Spezl und ehemaliger Kollege Rudi Birkenberger muss ihm beim Ermitteln helfen. Denn schließlich ist der Eberhofer mehr ein bayrischer Sheriff, der nach seinen eigenen Vorstellungen handelt, als ein braver Polizist. Skurrile Typen, schwarzer, staubtrockener Humor, niederbayerischer Charme und ein verzwickter Fall: Der vierte bayerische Heimatkrimi nach der Vorlage von Bestsellerautorin Rita Falk entfaltet erneut ein hinreißendes Panoptikum von authentischen Charakteren. Sebastian Bezzel und Simon Schwarz bekommen es als Ermittler-Duo Eberhofer und Birkenberger diesmal mit Mord in den eigenen Reihen zu tun. Währenddessen bandelt Oma Eberhofer mit ihrer alten Jugendliebe an, auf Kosten kulinarischer Vielfalt. Die brillante österreichisch-bayerische Schauspielriege wird diesmal noch durch Nora Waldstätten und dem legendären Theater- und Filmstar Branko Samarovski bereichert. Bestes Kino aus Bayern, das sein Publikum mit Herz und Dialekt erreicht.

DIE GÖTTLICHE ORDNUNG - 97 min. - Ab 6 J.
Während andernorts die 68er-Bewegung für Frieden, Frauenrechte und die sexuelle Revolution auf die Straßen geht, hält man all diese Dinge in den meisten Kantonen der Schweiz der 70er-Jahre für Teufelswerk. Hier herrscht noch der Mann nahezu uneingeschränkt über die Familie und das Dorf. Gegen diese gesellschaftlichen Normen hat die zweifache Mutter Nora (Marie Leuenberger) nie laut rebelliert. Als eine Abstimmung über die Einführung des Frauenwahlrechts ansteht, wird ihr plötzlich die Ungerechtigkeit dieses streng patriarchalischen Systems bewusst. Sie beschließt, in ihrem Dorf den Wahlkampf zu organisieren und sich aktiv für die Gleichberechtigung einzusetzen. Ihr Mann ahnt von all dem zunächst nichts. Die Schweizer Filmregisseurin Petra Volpe inszenierte eine hintersinnige, ironische und bisweilen sehr berührende Tragikomödie, die in ihrer Heimat mit Preisen und auf dem Tribeca-Filmfestival mit dem begehrten Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Ein Film über starke Frauen, aber kein klassischer Frauenfilm. Und es sind dann auch eher die leisen Zwischentöne, die in Erinnerung bleiben, wobei es auch viel feinen und manchmal sogar recht derben Humor gibt. Noras entschlossener Kampf erinnert zudem daran, dass Gleichberechtigung und Forderungen nach politischer Teilhabe selbst mitten in Europa noch vergleichsweise „jung“ sind. Ohnehin sollte man nicht den Fehler begehen, überheblich auf die vermeintlich rückständige Schweiz zu blicken. Es geht um Unsicherheit, Selbstzweifel, Rebellion, der Wunsch nach persönlicher Freiheit und die Entdeckung des eigenen Körpers. Dabei beweist Nora, dass es für eine Revolution niemals zu spät ist.

VALERIAN - Die Stadt der tausend Planeten - 137 min. - Ab 12 J.
Sein ganzes künstlerisches Leben lang träumte der umtriebige Filmemacher und Tausendsassa Luc Besson („Léon - Der Profi“) davon, die verrückte 22-bändige Comic-Reihe „Valérian Et Laureline“ (gezeichnet von Jean-Claude Mézières und mit Texten von Pierre Christin) zu verfilmen. Bereits 1997 ließ sich der Regisseur bei seinem Kultfilm „Das fünfte Element“ vom Look der Comics inspirieren, aber für eine direkte Umsetzung war die Technik damals noch nicht reif. Als Besson dann aber James Camerons bahnbrechenden „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ zu Gesicht bekam, wusste der Franzose, dass die Stunde gekommen war und ließ 2010 sofort erste Konzeptzeichnungen anfertigen. Doch erst der große Überraschungserfolg seines Sci-Fi-Actioners „Lucy“, der 2014 satte 463 Millionen Dollar bei einem vergleichsweise geringem Budget einspielte, diente dann als endgültiger Geburtshelfer für VALERIAN. Mit rund 180 Millionen Dollar Budget ist es der teuerste europäische Film aller Zeiten und die größte Produktion, die Bessons eigenes Kino-Imperium EuropaCorp jemals gestemmt hat. Auch wenn der heute 58-jährige Regisseur und Filmmogul es nicht zugeben würde: "Valerian" ist der ehrgeizige und riskante Versuch, der Dominanz US-amerikanischer Comicverfilmungen eine visuelle und erzählerische Alternative entgegenzusetzen. Ob es sich finanziell für Besson auszahlt, wird abzuwarten sein, künstlerisch ist sein in sieben Jahren Arbeit realisiertes Herzensprojekt in jedem Fall ein Triumph. Im Vordergrund steht natürlich die visuelle Überwältigung. Man soll sich mitreißen lassen von all den Fantasiewesen, den avantgardistischen Kostümen von Designer Olivier Bériot und so weiter und so weiter. Das alles folgt in so verschwenderischer Opulenz und Geschwindigkeit aufeinander, dass man "Valerian" gleich ein zweites Mal sehen möchte, um zu wissen, was man beim ersten Mal alles nicht mitgekriegt hat. Und auch Luc Besson kann sich seinen alten Traum jetzt immer und immer wieder ansehen.

DER WUNDERBARE GARTEN DER BELLA BROWN - 102 min. - Ab 6 J.
Entweder bringt sie innerhalb eines Monats den Garten auf Vordermann oder sie bekommt die Kündigung. Für ein Mädchen, das panische Angst vor der Natur hat, ist das eine echte Herausforderung. Doch glücklicherweise findet sie Helfer in der Not. Und manchmal werden aus Feinden sogar Freunde. Vor rund 15 Jahren war es Amelie, die mit ihrer fabelhaften Welt das Kinopublikum verzauberte. In Simon Abouds »Bella Brown« ist es Bella (»Downton Abbey«-Star Jessica Brown Findlay), die liebenswert scheu und jegliche Kontakte größtenteils vermeidend in der Abgeschiedenheit ihres verwunschenen, doch penibel aufgeräumten Häuschens inmitten von London lebt. Lediglich ihr Job in einer Bibliothek, die ebenfalls seltsam altmodisch wirkt, und gelegentliche Ausflüge in den Park führen sie aus ihrer abgeschotteten Welt. Aboud erzählt von einer wundersamen Freundschaft, von liebenswert skurrilen Figuren (Tom Wilkinson als bärbeißiger Nachbar, Andrew Scott als schüchterner Erfinder und Anna Chancellor als schrullige Bibliotheksleiterin) und verzaubert durch seinen nostalgisch-entrückten Erzählton. Mit seiner Leichtigkeit und Verspieltheit, der farbenfrohen Inszenierung und den liebenswert-neurotischen Figuren ist „Bella Brown“ ein Erwachsenenmärchen, das in seiner zeitlosen Schönheit vollkommen vergessen macht, dass die Geschichte an sich nicht wirklich innovativ ist. Doch es liegt ein Zauber über diesem Film, als würde eine keltische Amelie ihr Feenreich entdecken. Pures Kinovergnügen: Die märchenhafte Komödie von der Einzelgängerin, die das Leben lieben lernt, ist einfach entzückend! Ein herrlicher Geheimtipp!

THE DINNER - 120 min. - Ab 12 J.
Gutes Essen und düstere Geheimnisse: mit jedem Gang serviert “The Dinner” eine neue unangenehme Überraschung. Der manisch depressive Paul und seine Frau Claire sind mit Pauls verhasstem Bruder, dem Kongressabgeordneten Stan und dessen zweiter Ehefrau Katelyn verabredet. Keiner hat wirklich Lust auf das Treffen im Edelrestaurant. Stan kandidiert für das Amt des Gouverneurs. Paul hasst seinen Bruder seit der Kindheit und hat aufgrund seiner psychischen Erkrankungen seinen Job als Lehrer verloren. Als Nachschlag wird dann auch noch ein grausames Verbrechen serviert. In Oren Movermans raffiniert verschachtelter Romanadaption, die tief in die Gedankenwelt der Protagonisten hinabtaucht, verhandeln zwei Elternpaare große moralische Fragen um konkurrierende Brüder, missratene Söhne und scheiternde Ehen. Sollen die Eltern ihre Söhne im Sinne der Gerechtigkeit anzeigen, oder lieber Gras über die Sache wachsen lassen? Über die juristischen und moralischen Konsequenzen soll jetzt diskutiert werden, einfache Antworten darf man da nicht erwarten. Alles scheint auf ein kammerspielartiges »Gemetzel« hinauszulaufen, auf ritualisierte familiäre Zwistigkeiten, angeheizt wegen des schwerwiegenden aktuellen Problems, ausgetragen auf engstem Raum und in begrenzter Zeit. Ein illustres (exzellent gespieltes) Quartett also, das erst einmal gute Miene zum bösen Spiel macht, früher oder später aber ganz bestimmt die Contenance verlieren und die gutbürgerliche Fassade fallen lassen wird. Lügen, Geheimnisse und falsche Wahrheiten, ein überspitztes Sittenbild der modernen westlichen Gesellschaft, das filmisch alle möglichen Register zieht. Eine Gesellschaftsdiagnose, die es in sich hat.

DIE GABE ZU HEILEN - 102 min. - Ab 6 J.
Weiß die Schulmedizin nicht weiter, werden sie oft als letzte Alternative aufgesucht: Heiler, die alternative Verfahren anwenden, um die körperlichen oder seelischen Schmerzen ihrer Patienten zu lindern. Sie behandeln ihre Patienten mit Röntgenblick, Handauflegen oder Kräuterelixieren. Fünf von ihnen stehen im Zentrum dieser aufschlussreichen Doku. Regisseur Andreas Geiger macht deutlich, dass es sich bei den Porträtierten mitnichten um Hellseher, Wunderheiler oder Magier handelt. Es sind ganz normale Menschen, die jedoch eines verbindet: ihre tiefe Verwurzelung in Religion, Spiritualität und Traditionen. Selten zuvor hat man ihre alltägliche Arbeit so unmittelbar miterleben und mit ansehen können, wie diese ihre „besonderen Fähigkeiten“ einsetzen. Von Beginn an öffnen sie sich ohne Scheu oder Angst vor den Reaktionen der Öffentlichkeit, begleitet sie die Kamera bei Gesprächen mit Patienten sowie bei der Anwendung ihrer spirituellen „Gaben“. Freimütig beschreiben sie zudem ihre Motivationen und wie sie selbst mit der Kritik von außen umgehen. Denn ihnen ist klar: viele Menschen sehen in ihnen nichts weiter als Betrüger und Lügner. Der Film weist dabei eine kritische Distanz auf, erhebt weder den Zeigefinger, noch lässt er sich vor einen Karren spannen, weder von der klassischen Schulmedizin, noch von der Esoterik. Entstanden ist ein vielschichtiges Werk über ein hochinteressantes Themengebiet, das seine Protagonisten weder glorifiziert noch der Lächerlichkeit preisgibt.

MONSIEUR PIERRE GEHT ONLINE - 99 min. - Ab 6 J.
Er gilt als der französische Buster Keaton und Woody Allen in einer Person: Pierre Richard. Mit der Agentenkomödie „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“  verzauberte er in den 70er Jahren ein Millionen-Publikum mit seiner entwaffnenden Arglosigkeit und lächelte sich auf liebenswürdigste Weise durch alle Kalamitäten. Der geniale Komödiant steht immer noch vor der Kamera. Coole Klamotten, lässige Körpersprache, der Kopf eines philosophischen Bonvivants, dem niemand unterstellen würde, er sei in seiner Einfalt nicht mehr von dieser Welt. Auch im Alter kennt so jemand keinen Stillstand. Der Grandseigneur wandelt sich bei seinem virtuellen Flirten in der Internetwelt vom griesgrämigen Witwer zum agilen Best-Ager auf Freiersfüßen. Erzählt wird von einer verzwickten, etwas anderen Dreiecksbeziehung, die immer wieder für hinreissende Missverständnisse sorgt. Die von Edmond Rostands Versdrama „Cyrano de Bergerac“ von 1897 inspirierte Handlung über einen heimlichen Verliebten, der einem anderen Mann als Ghostwriter dient, würzt Regisseur Stéphane Robelin mit erfrischender Situationskomik. Nach seinem Erfolg „Und wenn wir alle zusammenziehen?“ über eine eigenwillige Rentner-WG punktet sein Lustspiel erneut mit seiner präzisen Inszenierung und jeder Menge unverbrauchter Pointen. Eine Komödie der Irrungen über alle Altersgrenzen hinweg.

IN ZEITEN DES ABNEHMENDEN LICHTS - 100 min. - Ab 12 J.
Die Agonie eines Staates und noch viel mehr einer Idee beschreibt Matti Geschonnek in seinem neuen Film, der in der Reihe Berlinale Special seine Premiere erlebte. Angesiedelt am Geburtstag eines unverbesserlichen Stalinisten, im Herbst 1989, erzählt das von Wolfgang Kohlhaase geschriebene Kammerspiel nach dem preisgekrönten DDR-Familienroman von Eugen Ruge auf vielschichtige Weise vom Ende der DDR. Verdichtet auf den 90. Geburtstag eines Patriarchen am Vorabend des Mauerfalls, zeichnet der Film das vielfach durchmischte Stimmungsbild in der damaligen DDR nach: 90 Jahre wird Wilhelm Powileit und alle kommen zu Besuch in die Villa, wo er zusammen mit seiner Frau Charlotte (Hildegard Schmal) residiert. Hier residiert der überzeugte Stalinist, den Bruno Ganz als verhärmten alten Mann spielt, der nicht akzeptieren will, dass sich das Rad der Geschichte weitergedreht hat. Seine Ehe ist nur noch Fassade, seine Haushälterin bezahlt er, um sich kurz an ihrem Busen zu reiben, seine Medikamente versteckt er hinter Büchern. Die Nachrichten von stetig wachsenden Fluchtbewegungen, von durchlässigen Grenzen in Ungarn ignoriert Powileit, langjährige Bekannte, deren Kinder geflohen sind, werden unsanft hinauskomplimentiert, die Illusion des real existierenden Sozialismus muss aufrecht erhalten werden. Bei diesem Spiel machen alle Beteiligten mehr oder weniger enthusiastisch mit, schließlich weiß man nie, wann die Stasi mithört. Allein Irina wagt es, sich der Scharade zu entziehen, als Russin und damit Vertreterin des großen Bruders genießt sie praktisch Narrenfreiheit. Es wäre ein leichtes gewesen, sich über diese Menschen zu erheben, sich über ihren Glauben an ein im Untergang befindliches System lustig zu machen. Doch gerade dass Geschonneck und Kohlhaase einen Ton wählen, der die Agonie der DDR zwar schonungslos aufzeigt, dabei aber dennoch voller Sympathie für die Menschen bleibt, ohne sie zu verklären, macht diesen Film zu so einem starken Film. Denn nicht nur ein gescheitertes System ging im Herbst 1989 zu Ende, sondern auch eine Idee, ein Ideal. Dabei wird in keinem Moment verhehlt, mit welch fragwürdigen Methoden das DDR-System aufgebaut und jahrelang am Leben erhalten wurde, die Ungerechtigkeiten, die Willkür, all das. Gleichzeitig wird angedeutet, wie schwer es gewesen sein muss, sich von einem System zu lösen, etwas aufzugeben, was trotz allem jahrelang die Heimat war. Eine wunderbare Roman-Adaption. Ein Werk von eigener Kraft und Schönheit und feinem Humor.

EIN DORF SIEHT SCHWARZ – 96 min. – Ab 6 J.
Die wahre Geschichte hinter der Culture-Clash-Komödie spielt zwar im fernen Jahr 1975, ist heute aber leider wieder ziemlich aktuell. Die Geschichte dreht sich um einen frisch promovierten Arzt aus Zaire, der im französischen Hinterland eine Praxis als Landarzt übernimmt und auf rassistische Vorurteile der Anwohner stößt. In Frankreich avancierte die amüsante und rührende Integrationskomödie von Regisseur Julien Rambaldi mit mehr als einer halben Million Zuschauern zum überraschenden Hit. Das bestimmende Thema von ist der alltägliche Rassismus, den Seyolo und seine Familie aushalten müssen. Die zugezogene Familie spricht die französische Sprache, doch das allein reicht nicht aus, um akzeptiert zu werden. Krisen und Zweifel sind erst einmal vorprogrammiert. Die Kampagne gegen den aus Afrika stammenden Arzt, die der politische Gegner des Bürgermeisters inszeniert, dürfte in Zeiten von Le Pen jedem bekannt vorkommen. Aber auch der Rassismus einiger Dorfbewohner ist nur eine Dunkelheit, in die Licht getragen werden kann. Es muss nur jemand die Tür öffnen. Also stimmt Rambaldi in seinem Film eine Hymne auf die Chance an, die sich einer geschlossenen Gesellschaft bietet, wenn sie sich auf Menschen einlässt, die von Außen kommen. Dass es dafür manchmal ein kleines Weihnachtswunder und möglichst noch ein von einem berauschenden Sieg gekröntes Fußballspiel braucht, ist Teil von Rambaldis liebevoller Ironie, die viel effektiver als jeder moralische Fingerzeig ist.

LION – Der lange Weg nach Hause –  118 min. – Ab 6 J.
Die besten Geschichten schreibt bekanntlich das Leben. Eine solch starke Story ist jene des kleinen Jungen, der am Bahnhof vergessen wird. Nach einer Odyssee durch halb Indien landet der Knirps im Heim. Wird von einem Paar in Australien adoptiert. Und macht sich 20 Jahre später auf die Suche nach seiner leiblichen Familie. Überragend ist ein fünfjähriger Kinderdarsteller, der selbst einer überzeugenden Nicole Kidman locker die Show stiehlt. Der australische Regisseur Garth Davis verfilmte die wahre Geschichte dieses Jungen, der als Fünfjähriger in einem tragischen Zufall von seiner Familie getrennt wurde, aber 20 Jahre später zurückfand. Die Reise in die Verlorenheit eines Kindes entwickelt ihre enorme Kraft, weil sich der Film ganz auf die Perspektive des Jungen einlässt, der Kraft der Kinderaugen mehr traut als großen Erläuterungsdialogen und mit der Intensität des filmischen Erlebens westliche Ignoranzstrategien aushebelt. Dem gegenüber muss der zweite Teil des Filmes, in dem sich der erwachsene Saroo (Dev Patel) auf die Suche nach seiner leiblichen Familie macht, zwangsläufig abfallen. Es ist ein indisches Gericht aus der Kindheit, das die Schleusen der Erinnerung öffnet, und die Hightech-Segnungen von Google Earth, die die manische Recherche des Mittzwanzigers ermöglicht. »Lion« beruht auf der Lebensgeschichte von Saroo Brierley, der es tatsächlich geschafft hat, nach einem Vierteljahrhundert seine leibliche Mutter ausfindig zu machen. Ein berührender, angenehm klischeefreier und hervorragend besetzter Film über einen Menschen auf der Suche nach seinen Wurzeln.