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Der neue grosse Saal sagt hallo!Kinoansicht. S-Bahn Obertürkheim: 200m geradeaus und gleich links sehen Sie mich! K2
                                            
Unser Programm von Montag, 10.12. bis Mittwoch, 19.12.2018:

Welcher Film in  KINOTHEK 1 ... Beginn DATUM Welcher Film in  KINOTHEK 2 ... Beginn
25 km/h 20.15
Mo 10.12. DIE FRAU, DIE VORAUSGEHT 20.15
25 km/h
DER VORNAME
17.45
20.15
Di 11.12. DIE FRAU, DIE VORAUSGEHT
GUNDERMANN
17.45
20.15
DER VORNAME
DURCH DIE WAND
18.00
20.15
Mi 12.12. STYX
LANDRAUSCHEN
18.00
20.15
NEU   BOHEMIAN RHAPSODY
20.15 Do 13.12. 25 km/h 20.15
BOHEMIAN RHAPSODY
BOHEMIAN RHAPSODY
17.15
20.30
Fr 14.12. DER VORNAME
25 km/h
17.15
20.30
NEU  Augsburger Puppenkiste Geister der Weihnacht
BOHEMIAN RHAPSODY
BOHEMIAN RHAPSODY
15.00
17.15
20.30
Sa 15.12. Bei Bären klingeln Mit dem Rad durch Russland
25 km/h
DER VORNAME
15.00
17.15
20.30
**VOM BAUEN DER ZUKUNFT  100 JAHRE BAUHAUS
Augsburger Puppenkiste Geister der Weihnacht
BOHEMIAN RHAPSODY
**DURCH DIE WAND
13.00
15.00
17.15
20.30
So 16.12. **STYX
**Bei Bären klingeln Mit dem Rad durch Russland
DER VORNAME
**LANDRAUSCHEN
13.00
15.00
17.15
20.30
BOHEMIAN RHAPSODY 20.15
Mo17.12. 25 km/h 20.15
MARIA BY CALLAS
BOHEMIAN RHAPSODY
17.45
20.15
Di 18.12. GRÜNER wird´s nicht, sagte der Gärtner und flog davon
DER VORNAME
17.45
20.15
**MARIA BY CALLAS
**GUNDERMANN
17.45
20.15
Mi 19.12. *GRÜNER wird´s nicht, sagte der Gärtner und flog davon
*DIE FRAU, DIE VORAUSGEHT
17.45
20.15
* NUR NOCH KURZE ZEIT  |   ** VORAUSSICHTLICH LETZTE VORSTELLUNG.  |    *** LETZTE VORSTELLUNG.   |   ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR!
Wie zeigen jeweils die deutsche Fassung (2D), wenn nicht anders angegeben.  |  OF=Originalfassung  | OmU=Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Zu Ihrer Information: Filmtheater erstellen ihr Filmprogramm in der Regel von Woche zu Woche. Jeden Montag nachmittag ab ca. 14 Uhr können Sie unser Programm für die nächsten zehn Tage einsehen. Informieren Sie sich bitte taggenau: Aufgrund der Fülle an Filmen, die für uns interessant sind und bei nur zwei Kinosälen zeigen wir diese nicht täglich (!) innerhalb der Kinowoche (Donnerstag bis Mittwoch), sondern vielmehr über Wochen hinweg immer wieder tageweise.
Sie können von weiteren Vorstellungen eines Titels ausgehen, wenn dieser ohne Stern versehen ist.
Alle diesbezüglichen Angaben sind ohne Gewähr.


Unsere diese Woche neu einsetzenden Filme, kurz vorgestellt: (Quellen u.a.: programmkino.de/epd-film/fbw)

BOHEMIAN RHAPSODY – 135 min. – Ab 6 J.
Am 24. November 1991 endete das Leben von Farrokh Bulsara, besser bekannt als Freddie Mercury. Die Musikwelt verfiel in einen Schockzustand. Der legendäre Leadsänger der Rockgruppe Queen erlag im Alter von nur 45 Jahren den Folgen einer HIV-Infektion. In den gut zwei Dekaden, die Queen mit Mercury existierte, schuf die britische Band Welthits für die Ewigkeit. Ähnlich turbulent wie Mercurys wildes Leben ist die Produktionsgeschichte dieses Biopic-Dramas. Eine Hommage an die ganze Gruppe, aber mit klarem Fokus auf ihren schillernden Frontmann. England, die 1970er Jahre: Der 19-jährige Farrokh hat große Träume: Er will auf die Bühne und singen. Als er allen Mut zusammennimmt und sich bei einer Band als deren neuer Leadsänger bewirbt, hat er noch keine Ahnung, dass dies der Beginn einer musikalischen Ära ist. Er selbst nennt sich Freddie Mercury. Als charismatischer, leidenschaftlicher Performer erobert er das Publikum im Sturm. Doch je mehr er sich auf der Bühne zu finden beginnt, desto mehr verliert er den Halt im Leben. Und riskiert schon bald, alles zu verlieren, was ihm etwas bedeutet. Am 13. Juli 1985 spielten Queen im Rahmen des Live-Aid-Concerts vor 72.000 Menschen im Wembley Stadion. Über 1,9 Milliarden Menschen verfolgten das Konzert live. Für Bryan Singers und Dexter Fletchers Film dient dieses Konzert als erzählerischer Rahmen. Als Künstler-Biopic erzählt der Film aus der Perspektive von Mercury. Dabei zeigt er den öffentlichen Menschen und kommt gleichzeitig auch der privaten Seite des scheuen und unsicheren Mannes nahe, der sich Zeit seines Lebens nach wirklicher Vertrautheit sehnte und dennoch seine Freunde oft verriet, weil er sich auf falsche Berater einließ. Dass er nie wirklich zu seiner Homosexualität stehen konnte, ist ein Aspekt, den der Film nie ausstellt, sondern sensibel in die Erzählung einwebt. Rami Malek ist grandios in seiner Darstellung als Freddie. Die Verletzlichkeit einer zarten Künstlerseele, die Neurosen und Allüren eines übergroßen Stars und die Getriebenheit eines nie ruhenden Genies, Malek lässt nie einen Zweifel an der Authentizität seiner Darstellung. Auch der Rest des Ensembles steht dem in nichts nach, vor allem auch im Zusammenspiel miteinander. Neben der Geschichte der Band greift das Drehbuch auch die Entstehungsgeschichte der weltberühmten Songs auf. Wenn als Höhepunkt der legendäre 25-minütige Auftritt der Band minutiös und detailgetreu nachgestellt wird, dann spürt man als Zuschauer die Kraft, die Musik freisetzen kann. Was auch der Soundtrack beweist, der kaum einen Hit von Queen vermissen lässt. „Es ist kein Biopic, es ist ein Film über Freddie und Queen, bei dem wir uns kreative Freiheit herausgenommen haben!“ - das sagte Queens Leadgitarrist Brian May selbst nach einem Konzert in Hamburg und erklärt damit innerhalb eines Satzes, was den Reiz des Films ausmacht. So ist es nicht bloß ein sehr musikalischer und emotionaler Film, sondern auch ein verdammt unterhaltsamer geworden. Der Regie gelingt ein hochsensibler, aber nie voyeuristischer Film, in dem es in erster Linie darum geht, den Geniestatus der den musikalischen Zeitgeist prägenden Band hervorzuheben. So gehören ausgerechnet die Szenen zwischen Queen und den hinter den Kulissen agierenden Produzenten und Musiklabelchefs zu den ganz großen Highlights des Films; immerhin wissen wir heute sehr genau, wie erfolgreich die Band später wurde. Als Zuschauer wird man nicht nur abgeholt, sondern mitgerissen! Ein Musikfilm der ganz großen Emotionen, mit großer Power, Opulenz und Dramatik inszeniert. Für Fans von Freddie Mercury und Queen ist dieses elektrisierend-nostalgische Musik-Biopic ein Muss. Rami Malek, um es noch einmal zu sagen, liefert in der Hauptrolle eine unglaubliche, eine fulminante Performance, die ihn zum nahezu sicheren Kandidaten für die beginnende Filmpreis-Saison macht.

DIE AUGSBURGER PUPPENKISTE – GEISTER DER WEIHNACHT – 64 min. - Ab 0 J.
Ebenezer Scrooge ist ein eigenbrötlerischer Geizhals, der Menschen verabscheut, seine Angestellten ausbeutet und Weihnachten über alles hasst. Da erhält er am Abend vor Weihnachten Besuch vom Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley, der Scrooge ermahnt, sein Verhalten zu ändern und ihm Besuch von drei weiteren Geistern ankündigt. Der erste ist der Geist der vergangenen Weihnacht, der Scrooge die einsamen, traurigen Weihnachtsfeste seiner Kindheit aber auch die wunderbaren, die er dank der Güte seines Lehrherrn erleben durfte, zeigt. Der zweite ist der Geist der gegenwärtigen Weihnacht, der ihm das Leben seines armen Angestellten Bob und dessen schwerkranken Sohnes Timi vor Augen führt. Der dritte Geist zeigt Scrooge schließlich seine eigene, trostlose Zukunft, die er erleiden wird, sollte er sein Verhalten nicht rechtzeitig ändern. - Kino-Weihnachten mit der Augsburger Puppenkiste: Im Jahr ihres 70jährigen Bestehens begeistert die Augsburger Puppenkiste mit einem besonderen Kinoereignis. Drehbuchautorin Judith Gardner hat den wunderbaren Weihnachtsklassiker von Charles Dickens für die Augsburger Puppenkiste neu adaptiert und seit Anfang diesen Jahres wurden in der Werkstatt der Puppenkiste für den Film Puppen geschnitzt und Bühnenbilder gebaut. Die aufwändige technische Umsetzung sorgt für Bilder in Kino-Qualität. Als Sprecher mit dabei sind Martina Gedeck und Martin Gruber. Die weihnachtliche Botschaft, nett zu seinen Mitmenschen zu sein und gemeinsam verbrachte Zeit über alles andere zu stellen, ist nicht nur für diese Zielgruppe wunderschön und wichtig und passt genau in die Vorweihnachtszeit. Das Team rund um die Augsburger Puppenbühne zeigt erneut, dass die Tradition des Puppenspiels nichts von seinem Charme und seiner Faszination für Kinder und alle, die innerlich Kind geblieben sind, verloren hat.


Aktuell im Programm: (Quellen u.a.: programmkino.de/epd-film/fbw)

25 km/h – 116 min. - Ab 6 J.
8 Jahre nach ihrem erfolgreichen Roadmovie „Friendship!“ schicken Regisseur Markus Goller und Drehbuchautor Oliver Ziegenbalg wieder zwei Männer auf große Fahrt. Es geht um zwei Brüder in der Lebensmitte, die auf ihren alten Mofas jugendliche Freiheit nachholen. Mit 25 Stundenkilometern durch die Republik zu knattern, klingt nicht gerade sehr dynamisch. Und was nicht gerade nach der allerfrischesten Idee für eine Kinogeschichte klingt, entpuppt sich als hochsympathische Roadmovie-Komödie mit melancholischen Absackern und voll von leisen Brüchen und ernsthaften Gesprächen über das Leben. Die beiden gegensätzlichen Charaktere streiten sich und lieben sich, sie stellen gegenseitig ihre Lebensentwürfe in Frage, sie diskutieren Beziehungen, Berufsentscheidungen, Familienverhältnisse und Bindungsängste, verpasste Chancen und verstrichene Gelegenheiten. Indem die Brüder wieder große Jungs sind und den Spaß in ihr festgefahrenes Leben lassen, entdecken sie neue Wege, stoßen sich gegenseitig aus dem Trott, hin zu den Hürden, vor denen sie immer zurückscheuten. Die so Grundverschiedenen mit Bjarne Mädel, den man in so einer Rolle erwartet, und Lars Eidinger, den man in so einer Rolle eher nicht erwartet, zu besetzen, funktioniert bestens. Obwohl sie noch nie zusammengespielt haben, stimmt einfach die Chemie zwischen ihnen. Dass diese Reise so leicht und locker, ja beschwingt verläuft, liegt am treffenden Humor. Indem die Charaktere selbstironisch angelegt sind, kaschieren sie ihre Oberflächlichkeit und die eher nur stichpunktartig abgespulte Entwicklung. Aber diese Nonchalance im Umgang mit den Figuren passt recht gut zu einer Komödie, die übermütige Leichtigkeit verströmt. Die Reise nimmt also ihren Lauf auf den Landstraßen Deutschlands, es gibt Begegnungen mit einsamen Frauen, mit esoterisch beseelten jungen Menschen, mit der Polizei, mit dem Platzhirsch eines Campingplatzes, mit der Natur, bei so ziemlich jeder Episode, die die Brüder näher Richtung Küste bringt, gesellen sich übrigens weitere hochkarätige Gäste zum stargespickten Cast dazu, die in kleinen Auftritten die Textur des Films anreichern. Ein erfrischend-sympathisches Wohlfühl-Roadmovie, das tiefsinniger und überraschender ist, als man im ersten Moment vermuten würde.

DIE FRAU DIE VORAUSGEHT – 103 min. – Ab 12 J.
Es kommt derzeit immer häufiger vor, dass ausgerechnet in einem Western die Rechte der indianischen Ureinwohner hervorgehoben werden, dass daran erinnert wird, dass sie die eigentlichen Besitzer des Landes sind. Vor ein paar Monaten präsentierte Scott Cooper in „Feinde“ (den wir noch in unserem Programm zeigen werden) eine handfeste Übung in Toleranz, als er den hochdekorierten Captain Joe Blocker (Christian Bale) zusammen mit einem alten todkranken Cheyenne-Häuptling im Wilden Westen von 1892 durch umkämpfte Indianer-Gebiete schickte. Susanna Whites »Die Frau, die vorausgeht« spielt zwei Jahre früher und basiert im Wesentlichen auf der realen Geschichte von Caroline Weldon (Jessica Chastain), die im Film Catherine heißt und nicht geschieden, sondern verwitwet ist. Sie ist eine New Yorker Malerin, die sich in den Kopf gesetzt hat, Sitting Bull, den legendären Häuptling der Lakota Sioux zu porträtieren. Wie ungeheuerlich das Ansinnen ist, spürt man, wenn sie im Zug nach Missouri sitzt und bei der Annäherung an die umkämpfte »Frontier« in North Dakota irgendwann die einzige Frau unter rauen Männern ist. Sie landet mitten im letzten Aufbäumen der Indianer-Aufstände, kurz vor dem Massaker am Wounded Knee. Wenn dann Catherine und Sitting Bull aufeinander treffen, folgt man gebannt ihren Wortgefechten, in denen nicht nur zwei Welten, sondern auch erotische Spannungen aufeinanderprallen. Jessica Chastain und Michael Greyeyes spielen diese Begegnung mit höchster Sensibilität und Kunstfertigkeit aus. Allein schon ihre Szenen sind den Kinobesuch wert. Ist der Film in diesen Sequenzen klug und emotional zugleich, so seziert Regisseurin Susanna White mit analytischer Schärfe die Vorgangsweise der Kolonialisten, an das Territorium der indigenen Bevölkerung zu kommen, eine Taktik, die mit dem Begriff übers Ohr hauen präzise beschrieben ist. Die Eroberer verströmen nicht nur Frauenfeindlichkeit, sondern auch ungehemmten Rassismus. Und sie bedrängen die Lakota-Indianer mit Erpressung und Drohungen, einer Vereinbarung zuzustimmen, die auf eine Halbierung von deren Ländereien hinausläuft. Von Wildwest-Romantik findet man hier keine Spur, sieht man von den großartigen Landschaftsaufnahmen ab, die immer wieder als Kontrapunkt zum  bösen Spiel der weißen Pioniere und Militärs zu sehen sind. Ein stark gespieltes Western-Dokudrama jenseits der üblichen Klischees. "Um in der Prärie den richtigen Weg zu finden, halten wir manchmal an, sehen uns um und erinnern uns. Mit Menschen ist es auch so. Wir halten inne, sehen uns um und erinnern uns. Das heißt bei uns "Chantogonage", etwas im Herzen bewahren. Diesen Moment." Sitting Bull. Eine ergreifende Geschichte von weiblicher Emanzipation und vom Freiheitskampf eines diskriminierten Volks, dessen Häuptling in Catherines Kunstwerken weiterlebt.

DURCH DIE WAND – 100 min. – Ab 6 J.
Auch heute noch gilt der Durchbruch von Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson als außergewöhnliche Leistung in der Geschichte des Kletterns. Innerhalb von 19 Tagen erklettern die beiden erstmals die berühmt-berüchtigte Dawn Wall des El Capitan im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. Spiegelglatte, senkrechte Granitwände, die keinen Fehler vergeben. In 900 Metern Höhe übernachten die beiden Freikletterer in einem Zelt, das am Felsen befestigt ist und über dem Abgrund hängt. 19 Tage lang unternehmen sie immer wieder Anläufe, die Route zu erklettern, sie reißen sich die Hände auf, scheitern, fallen, versuchen es erneut. In der visuell spektakulären Dokumentation von Josh Lowell und Peter Mortimer wird das Drama in einzigartigen Bildern festgehalten. Caldwell und Kevin Jorgeson nach Jahren des Trainings in 19 Tagen die Bigwall meisterten, schaute die Welt ihnen dabei zu. Die Dokumentation der beiden gestandenen Kletter- und Sportfilmmacher Josh Lowell und Peter Mortimer fängt das waghalsige Unternehmen aus einer besonderen Perspektive ein: Durch ein Netz an Seilen, an denen die Kameramänner entlanghangelten, werden die schwersten Kletterpassagen in schwindelerregender Höhe festgehalten.


DER VORNAME - 91 min. - Ab 6 J.
Ein mehr als ungewöhnlicher Vorname ist Auslöser eines Familienstreits, der im Lauf eines Abendessens immer mehr ausartet. Basierend auf dem gleichnamigen französischen Film haben Sönke Wortmann und seine vier Hauptdarsteller viel Spaß, sich allerlei Bosheiten an den Kopf zu werfen, mit denen Scheinheiligkeiten und Vorurteile entlarvt werden. Immer tiefer schneiden die Pointen, immer offener geht das Quintett miteinander um, offenbart tiefsitzende Vorurteile und Aversionen, die weit in die Vergangenheit zurückreichen. Ein großes Vergnügen ist diese Adaption eines französischen Stücks, das mit seiner Ausgangsidee, den natürlich gerade in Deutschland aus offensichtlichen Gründen verpönten Vornamen Adolf wiederzuentdecken, geradezu nach einer deutschen Adaption verlangt hat. Die hat nun Sönke Wortmann in seinem besten Film seit Jahren erfolgreich vorgelegt. Seine durchtriebene Gesellschaftskomödie, in der im nicht nur verbalen Schlagabtausch die mentalen Sollbruchstellen eines gut situierten urbanen Milieus entlarvt werden, erinnert an Yasmine Rezas Bühnenstücke wie »Gott des Gemetzels« und »Kunst«. Doch der Film basiert auf einem anderen französischen Theaterstück, »Le prénom« von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière, das 2010 in Paris uraufgeführt und mit riesigem Erfolg erstmals 2012 verfilmt wurde. Auch in Sönke Wortmanns Nachzügleradaption erweist sich die Vorlage als so unkaputtbar lustig und pointensicher wie ein Molière-Stück. Mit Wortwitz und viel Esprit bringt Wortmann die heile Fassade einer Familie zum Bröckeln. Scharfzüngig, augenzwinkernd, aberwitzig. Schöner wurde in deutschen Komödien selten gestritten.


STYX – 95 min. – Ab 12 J.
Der Titel dieses Films ist anspielungsreich. In der griechischen Mythologie ist der Fluss Styx die Grenze zwischen der Welt der Menschen und der Unterwelt, neun Mal umfließt Styx Hades, eine Art Zwischenreich, der Name bedeutet Wasser des Grauens. Aber Styx ist auch eine Göttin, die Tochter des Okeanos. Wolfgang Fischers Drama erzählt auf eindringliche Art von einer starken Frau, die alleine auf hoher See einem kenternden Boot mit Flüchtenden begegnet, und nun die schwierigste Entscheidung ihres Lebens treffen muss. Unterwegs zu einer fast einsamen Insel, das ist der Traum von Rike, den sie sich endlich erfüllt. Sie mietet ein Segelboot und begibt sich von Gibraltar aus auf die lange Reise nach Ascension Island. Zunächst lernen wir sie kennen: Ohne Worte zeigt uns die gelernte Notärztin auf eindrucksvolle Weise, wie sie alle Handgriffe zur professionelle Bedienung und Steuerung der Yacht kompetent beherrscht. Wie sie mit großer Körperlichkeit auch mit dem Element Meer, selbst in einem gewaltigen Sturm, umzugehen weiß. Faszinierend, diese starke Frau zu beobachten. Und dann das Unerwartete: Rike entdeckt ein im Meer treibendes Fischerboot mit Flüchtenden, von dem Menschen springen. Den Gesetzen der Meere folgend und aus eigener humanitärer Überzeugung weiß sie, dass sie helfen muss. STYX ist ein wichtiger Film über eines der zentralen Ereignisse unserer Zeit, von überragender aktueller Relevanz. Jederzeit glaubhaft und intensiv inszeniert, erzählt er uns die Geschichte einer starken Frau auf verstörende und berührende Weise. Susanne Wolff legt eine ungeheure darstellerische Leistung an den Tag und trägt damit den Film vollkommen allein, eine bewundernswerte Leistung! Das große Lob geht auch an Kamera und Ton, die unter schwierigsten Bedingungen eine perfekte Leistung erbringen: großartige Bilder und das Toben der Elemente. Der Film wertet nicht und lässt genügend Zeit, kritisch zu hinterfragen, wie man selbst gehandelt hätte. Obwohl die dargestellte Situation fiktiv ist, so erzählt Fischer sie doch so authentisch und nah, dass sie sich absolut realistisch vermittelt. Am Ende des Films trifft Rike eine Entscheidung, und ein letzter Blick in ihr Gesicht verrät eine Erschütterung, die ihr Leben für immer verändert. Und die als Kino im Kopf mehr Schrecken über die Ausweglosigkeit der Situation vermittelt als Bilder es je vermögen. Starkes deutsches Kino, wie es aktueller, brisanter und ausdrücklicher nicht sein kann. (fbw-Film).

BEI BÄREN KLINGELN – MIT DEM RAD DURCH RUSSLAND   – 100 min. – Ab 0 J.
Der Tübinger Fotograf und Filmemacher Heinrich Kern begibt sich im Frühjahr 2016 auf eine viermonatige Reise nach Russland. Sein Gefährt: ein Fahrrad mit Klingel. Im Gepäck: Videokamera, ein Zelt, das nötigste Werkzeug. Sein Souvenir: Gelassenheit und Verständigung. Einzige Sorge in dieser unberührten Natur ist der russische Bär. Die Route führt durch Tschechien, Polen, Weißrussland. Weiter geht es durch die beeindruckende Wolgaregion und die unendliche Steppe Kasachstans. Sibirien schließlich schmückt seine Berge bis an den Horizont mit unzähligen Zirbelkiefern. Kommen Sie mit auf eine besondere Reise in den Osten!


MARIA BY CALLAS - 113 min. - Ab 0 J.
Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere in den 50er Jahren war Maria Callas die unangefochtene Herrscherin der Opernwelt. Primadonna assoluta, La Divina, die Göttliche. Die Medienwelt und ihre zahllosen Fans überschlugen sich darin, sie in jeder Beziehung anzuhimmeln. Ihre Stimme, ihr Gesicht, ihr Outfit: Sie wirkte stilbildend, wurde aber auch mit Haut und Haaren von der Öffentlichkeit vereinnahmt. Die Sensibilität, mit der Tom Volf vorgeht, steht im krassen Gegensatz zu dem, wie die Musikwelt, die Presse und viele ihrer vormals so begeisterten Fans mit ihr umgingen, als ihre Karriere zu kriseln begann. Depressionen, wachsende Probleme mit der Stimme, die schon in frühester Jugend auf Höchstleistungen trainiert war, und vielleicht auch ihr schwieriges Privatleben führten nicht nur zum teils ungewollten Rückzug von der Bühne, sondern möglicherweise auch zu ihrem frühen Tod mit 53 Jahren. Auf der Suche nach den Gefühlen hinter der perfekten Maske des Stars lässt Tom Volf seine Heldin viel in ihren eigenen Worten sprechen. Interviews, Briefe, Fotos, Opern- und Konzertmitschnitte komponiert er zum Bild einer Frau, die auch heute noch, mehr als 40 Jahre nach ihrem Tod, ihr Geheimnis wahrt. Der akribisch recherchierte Film ist beinahe so elegant wie Maria Callas selbst. Dabei spielt auch die Musik eine wichtige Rolle: Einige Arien werden komplett eingespielt und zeigen die Kraft und Dramatik ihrer ausdrucksvollen Stimme, die bis heute fasziniert. Schon allein diese Töne und Bilder von den Bühnen der Welt machen den Film zum Muss für alle Opern- und Klassikfans.

LANDRAUSCHEN - 103 min. - Ab 12 J.
Im pulsierenden Berlin hatte Toni (Kathi Wolf) jede Minute tausend Möglichkeiten. Zurück in der Heimat pulsiert höchstens ihr Hintern, wenn sie auf ihrem Moped zum Bewerbungsgespräch brettert. Schon diese Eingangssequenz enthält das Dorfleben in seinem Kern. Ohne Motorisierung kommt hier keiner vom Fleck. So veraltet wie die Fassaden, die an den Zuschauern vorüberziehen, sind auch die Ansichten der Bewohner. Regisseurin und Drehbuchautorin Lisa Miller ist für "Landrauschen" in ihre bayerisch-schwäbische Heimat zurückgekehrt und hat eigene Erfahrungen und die persönliche Geschichte ihrer Nebendarstellerin Nadine Sauter zu einer schwungvollen Mischung aus Drama und Satire verarbeitet. Vom bräsigen, stets auf den eigenen Vorteil bedachten Vater über die kreuzunglückliche, aber die Fassade wahrende Mutter bis zu den schrulligen Dorfpolizisten gelingen Miller präzise Beobachtungen. Für ihre Protagonistin ist die Heimkehr schlicht die Hölle. Schließlich gibt es neben Ruhe und Natur auch jede Menge Schubladendenken und Engstirnigkeit zwischen Bierzelt und Kaffeekränzchen. Miller entführt ihr Publikum in eine Welt voller Eigenheime mit Garten, an die viele, die fernab der Großstadt aufgewachsen sind, andocken können. "Landrauschen" sieht nicht berauschend aus. Das geringe durch Crowdfunding finanzierte Budget ist dem Film jede Minute anzusehen. Doch Miller und ihr Team machen das Beste aus ihren begrenzten Mitteln. Hannes Kemperts Kamera ist dicht an den Figuren. An Originalschauplätzen in schönstem schwäbischem Dialekt gedreht (teilweise mit Untertiteln) und abseits der Kabarettistin Kathi Wolf vornehmlich mit Laien besetzt, erzeugt das eine enorme Glaubwürdigkeit. Wolf und Sauter begeistern im Zusammenspiel und durch ihre beeindruckende Präsenz. Lisa Millers Blick aufs Landleben ist schonungslos-komisch, aber nie anklagend. Schließlich herrschen Sexismus, Rassismus und Doppelmoral auch in der Stadt. Auf dem Dorf kann man ihnen nur schlechter aus dem Weg gehen. Toni und Rosa stehen exemplarisch für zwei Wege. Während die eine der Enge entfloh, entschied sich die andere fürs Bleiben. Am Ende treten sie beide den Widrigkeiten des Landlebens entschieden entgegen. Eine authentische Mischung aus Drama und Dorfsatire über eine Rückkehr in ein Kuhkaff, präzise beobachtet und überzeugend gespielt. Der etwas andere Heimatfilm!


VOM BAUEN DER ZUKUNFT - 100 JAHRE BAUHAUS - 90 min. - Ab 0 J.
Vor beinahe 100 Jahren wurde eine radikale künstlerische Utopie in die beschauliche Stadt Weimar hineingeboren: Das Bauhaus. Die Bauhausbewegung steht für den Aufbruch in die Moderne schlechthin. Von Beginn an fragten Architekten und Künstler damals, wie Walter Gropius, Wassily Kandinsky, Hannes Meyer, Mies van der Rohe oder Paul Klee: Wie zusammenleben? Was bedeutet „zusammenleben“ überhaupt? Wie lassen sich Räume so gestalten, dass alle Menschen am gemeinsamen Leben teilhaben? Der Anspruch: Jedes Produkt sollte nicht nur funktional sein, sondern auch preiswert und ästhetisch. Mit dem Bauhaus wurden Kunst, Design und Architektur politisch. Ihre Ideen wirken bis heute nach. Die Filmemacher Niels Bobrinker und Thomas Tielsch zeichnen ein Bild von dieser einmaligen Institution und Urzelle, vom revolutionären Ausbruch nach dem Ende des Ersten Weltkriegs bis zur Auflösung und Emigration, der beruflichen Weiterreise sowie der Verstrickung einiger Bauhäusler im nationalsozialistischen Deutschland. Sie greifen die Konflikte, die zur Verlegung des Bauhauses von Weimar nach Dessau führten, auf und die Auflösung der Schule in der Nazizeit. Vor allem aber spannen sie den Bogen vom berühmten Bauhausgebäude in Dessau zu visionären Projekten der Jetztzeit: lateinamerikanische Favelas, skandinavische Schulen ohne Klassenräume, die autofreie Metropolis. Eindrücklich erfährt man, wie architektonische Räume pädagogische Ideale fördern können. Diese Doku öffnet Augen und ist vielmehr als eine Geschichte des Bauens. Ihr gelingt eine Kulturgeschichte des modernen Raumdenkens, die so fesselnd wie erhellend ist. Wir werden zu staunenden Flaneuren zwischen den Räumen der Moderne, die jegliches Gestalten fortan mit anderen Augen sehen werden. Die Empfehlung.

GUNDERMANN – 126 min. – Ab 12 J.
Kann ein Verräter, selbst wenn er das Herz auf dem richtigen Fleck hat, wirklich die Welt verbessern? Wie kann man überzeugter Kommunist sein und im Sozialismus trotzdem systemkritische Lieder singen? Was macht das mit einem, der sich 1976 als IM für die Stasi anwerben ließ, wenn er erfährt, dass er selbst jahrelang bespitzelt worden ist? Warum fährt einer überhaupt jeden verdammten Arbeitstag in den stickig-braunen Tagebau zwischen Dresden und Cottbus zurück, obwohl er doch bereits im Vorprogramm von Bob Dylan oder Joan Baez aufgetreten ist und von seiner musikalischen Begabung seit den frühen 1990ern längst schon leben könnte? - Gerhard „Gundi“ Gundermann (Alexander Scheer) ahnt nicht, dass er später einmal einer der prägendsten Künstler der Nachwendezeit sein wird. Als er in den Achtzigerjahren mit seinen Musikern durch die Clubs tourt, ist das Geldverdienen mit seiner Musik noch nicht einmal sein Hauptanliegen. Stattdessen möchte er seine einfühlsamen, oft auf echten Erlebnissen beruhenden Texte mit der Welt teilen. Seine Brötchen verdient er sich als Baggerfahrer. Als er eines Tages gezwungen ist, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen, wird er unsanft an seine Vergangenheit als Stasi-Spitzel erinnert. Das erschüttert nicht nur Gundis Vertrauen in sich selbst, der sich bis zu seinem frühen Tod mit nur 43 Jahren nie verzeihen wird, was er getan hat. Vor allem stellt ihn das vor die Frage nach dem „Warum?“, die er nicht beantworten kann und von der er hofft, dass sein Umfeld aus Freundin Conni (Anna Unterberger) und seiner Band ihm diese nicht stellt. - Bei Andreas Dresen ist man immer „mittendrin statt nur dabei“. Wir erleben hautnah und ungekünstelt, was es bedeutet, seine Vergangenheit zu verdrängen und was passiert, wenn sie uns über Umwege doch heimsucht. In „Gundermann“ befasst sich Dresen mit der bislang wenig bekannten Geschichte des Weimarer Liedermachers Gerhard Gundermann, der lange Zeit als Sprachrohr der Menschen im Lausitzer Braunkohlerevier galt, nicht zuletzt, weil er selbst dort arbeitete. Schon damals und insbesondere nach der Wende äußerte sich Gundermann immer wieder systemkritisch. Dresen zeichnet das kontrastreiche Bild einer Person, die sich gleichermaßen stark und zerbrechlich gab, deren melancholische Texte die angestaute Wut über die Welt verbargen und die bis zuletzt hinter ihren damals als kontrovers angesehenen Überzeugungen stand, die mitunter als das Auflehnen gegen ein menschenfeindliches System ausgelegt wurden. Dass Dresen zwischen so viel Pessimismus in einer ungeschönten Realität die Poesie in Gundermanns Texten nicht unberücksichtigt lässt, macht das romantisch-dramatische Biopic in seinem Facettenreichtum so sehenswert. Die ausführlichen Gesangseinlagen Gundermanns entfalten die Wirkung eines erzählerischen Leitfadens; mal lässt sich der Bezug zwischen Text und Ereignis direkt feststellen, ein anderes Mal wiederum dauert es etwas, bis man erkennt, woher Gundermann die Fantasie für das nahm, was er auf der Bühne von sich gab. „Gundermann“ springt zwischen zwei Zeitebenen: Da ist das Hier und Jetzt Mitte der Achtzigerjahre, als er sich erstmals mit seiner Stasi-Vergangenheit auseinandersetzen muss. Zum anderen geben kurze Rückblenden Einblicke in die Zeit, als Gundi dem Ministerium für Staatssicherheit angehörte. Viel ausgefeilter und intensiver gerät aber die Aufarbeitung. Schließlich folgt auf die eigene Erkenntnis die Frage danach, wie man sein Umfeld über seine Vergangenheit informiert; und ob es das überhaupt braucht. Alexander Scheer ist als Gerhard Gundermann kaum wiederzuerkennen, agiert allerdings überragend. Sein Hin- und Hergerissen sein zwischen Unsicherheit und Bekenntnis wirkt nie widersprüchlich und lässt den Zuschauer glaubhaft an dem inneren Zwiespalt seiner Figur teilhaben.

GRÜNER WIRD´S NICHT, SAGTE DER GÄRTNER UND FLOG DAVON – 116 min. – Ab 6 J.
Zu Gärtner Georgs Geldsorgen gesellen sich familiäre Probleme. Die Ehefrau verhält sich sonderbar. Die Tochter möchte lieber Kunst studieren, als den Betrieb zu übernehmen. Noch immer mimt Schorsch (Elmar Wepper) verzweifelt den Patriarchen. Wenn es Probleme gibt, flieht er gern in seinen roten Doppeldecker und fliegt den irdischen Sorgen davon. Als ein Gerichtsvollzieher den geliebten Flieger beschlagnahmen möchte, setzt sich Schorsch spontan in seinen Kiebitz und startet den Propeller. Der tollkühne Mann in seiner fliegenden Kiste wird alsbald von einem grellen Warnton auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Der Tank ist leer, mit einer sauberen Notladung rettet sich der Pilot auf einen Acker. Bei dessen Besitzer, einem seelenverwandten Landwirt, findet Schorsch Verpflegung, Verständnis sowie Benzin, schließlich will er mit seinem Kiebitz noch bis zum Nordkap fliegen! Oscar-Besitzer Florian Gallenberger kann sich bei seinem fliegenden Roadmovie quer durch die Republik  nach dem gleichnamigen Roman des Kabarettisten und Schauspielers Jockel Tschiersch auf ein exzellentes Ensemble verlassen. Allen voran Elmar Wepper, der in dieser luftigen Tragikomödie mit leinwandpräsenter Lässigkeit vom mürrischen Saulus zum empathiefreudigen Paulus mutiert. Einmal mehr präsentiert sich der einst als Serien-Mime unterforderte, von Doris Dörrie für die Leinwand schließlich wachgeküsste Schauspieler in der (Kirsch)Blüte seiner Karriere. Eine liebevolle Komödie über unerfüllte Träume, mutige Entscheidungen und die Kraft des Herzens, grosse Hürden zu überwinden. In weiteren Rollen: Emma Bading, Monika Baumgartner, Dagmar Manzel, Ulrich Tukur.