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Der neue grosse Saal sagt hallo!Kinoansicht. S-Bahn Obertürkheim: 200m geradeaus und gleich links sehen Sie mich! Alter Saal.
HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSEREM NEU GESTALTETEN GROSSEN KINOSAAL!
WUNDERSCHÖN NOSTALGISCH. UNBESCHREIBLICH ALTMODISCH.

DAS THEATER FÜR FILM MIT DEM UNWIDERSTEHLICHEN CHARME.
KINO WIE GESTERN IM HEUTE. LASSEN SIE SICH ÜBERRASCHEN.
Mit Filmschätzen aus den Ecken und Nischen der Filmkunstwelt, Kinder- und Jugendprogrammen.
Lehnen Sie sich entspannt zurück in besonderem Ambiente und geniessen Sie den Film Ihrer Wahl.
Und wem ein kleiner Snack nicht reicht, der kann vor oder nach dem Film auch grösser tafeln.
Unsere Gastro "dr Schbruchbeidl" im Haus hat für Sie geöffnet. Sonntag Ruhetag.
Unser Filmprogramm von Montag, 23.3. bis Mittwoch, 1.4.2015.
Weitergehende Spieltage der einzelnen Filme stehen noch nicht fest. Aktualisierung des Programms jeden Montag nachmittag bis zum Mittwoch der Folgewoche.
Wir erstellen unser Filmprogramm wöchentlich. Filme laufen bei uns, aufgrund der Fülle an Filmen, die für uns interessant sind und bei nur zwei Kinosälen, nicht täglich(!) innerhalb der Kinowoche (Donnerstag bis Mittwoch), sondern wir zeigen diese über Wochen hinweg immer wieder tageweise. Wie lange Ihr Wunschfilm noch bei uns im Programm sein wird, dies erfahren Sie, in weiß hinterlegter Schrift, bei den unten folgenden Kurzcharakterisierungen der einzelnen Titel. Hier machen wir eine vorsichtige Einschätzung, ob und wie lange wir den jeweiligen Film noch zeigen werden. Alle diesbezüglichen Angaben sind ohne Gewähr.
WELCHER FILM IN KINOTHEK 1 ...   Beginn um     DATUM   WELCHER FILM IN KINOTHEK 2 ... Beginn um
FRAU MÜLLER MUSS WEG! 20.30 Mo 23.3. BELTRACCHI - Die Kunst der Fälschung 20.30
STILL
CITIZENFOUR (OmU)
18.30
20.30
Di 24.3. MR. MAY und das Flüstern der Ewigkeit
MONSIEUR CLAUDE und seine Töchter
18.30
20.30
STILL
DAS SALZ DER ERDE
18.30
20.30
Mi 25.3. MR. MAY und das Flüstern der Ewigkeit
IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS
18.30
20.30
DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT 20.30 Do 26.3. SAG NICHT WER DU BIST 20.30
DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT 20.30 Fr 27.3. SAG NICHT WER DU BIST 20.30
MONSIEUR CLAUDE und seine Töchter
HONIG IM KOPF
FRAU MÜLLER MUSS WEG!
15.00
17.15
20.30
Sa 28.3. PADDINGTON
CITIZENFOUR (OmU)

WILD TALES - Jeder dreht mal durch!
15.00
17.15
20.30
STILL
MONSIEUR CLAUDE und seine Töchter
HONIG IM KOPF
FRAU MÜLLER MUSS WEG!
13.00
15.00
17.15
20.30
So 29.3. MR. MAY und das Flüstern der Ewigkeit
PADDINGTON
CITIZENFOUR (OmU)
EIN GESCHENK DER GÖTTER
13.00
15.00
17.15
20.30
DAS SALZ DER ERDE 20.30 Mo 30.3. MY OLD LADY - EINE ERBSCHAFT IN PARIS 20.30
FRAU MÜLLER MUSS WEG!
Klassiker: DIE REIFEPRÜFUNG (OmU)
18.30
20.30
Di 31.3. BELTRACCHI - Die Kunst der Fälschung
IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS
18.15
20.30
STILL
FRAU MÜLLER MUSS WEG!
Klassiker: DIE REIFEPRÜFUNG (OmU)
16.15
18.30
20.30
Mi 1.4. MR. MAY und das Flüstern der Ewigkeit
BELTRACCHI - Die Kunst der Fälschung
MADAME MALLORY und der Duft von Curry
16.15
18.15
20.30

FRAU MÜLLER MUSS WEG! – 89 min. – Ab 6 J.
Der deutsche Schulalltag als Komödie. Frau Müller ist die Klassenlehrerin einer Übergangsklasse. Gymnasium, Real- oder Hauptschule: die weitere Schullaufbahn stellt die Weichen für den Erfolg im Leben. Kein Wunder, dass die Eltern höchst besorgt sind, erst recht nachdem die Noten der Kinder im Keller sind. Für die Eltern liegt das Problem klar auf der Hand: Frau Müller ist schuld am Versagen der Kinder. Ein Elterngespräch wird ausgewählt, um der ungeliebten Pädagogin die harte Wahrheit kurz und schmerzlos beizubringen. Basierend auf dem gleichnamigen Theaterstück von Lutz Hübner verhandelt der Film unzählige Themen, vom Bildungssystem über Vorurteile zwischen Ost und West, vom Übertragungsdruck der Eltern auf die Kinder bis hin zur Verlogenheit des Bildungsbürgertums. All diese Themen greift Sönke Wortmann auf. Wir erleben die Energische, die keine Kompromisse eingeht, ergebnisorientiert, Elternsprecherin; ergänzt durch weitere Stereotypen wie die Verständnisvolle, der Einfühlsame, die Opferbereite und schließlich: die Lehrerin, lebensnah, energisch, selbstbewusst, aber doch empfindsam. In diesem Ensemble sind alle menschlichen Schwächen und Stärken vertreten und kommen unter Stress zum Ausbruch. Ein wahres Gemetzel inszeniert Wortmann dann, der den ach so besorgten Eltern die Maske vom Gesicht zieht und ihren wahren Charakter aufdeckt. Da geht es längst nicht mehr um das Wohl der Kinder, sondern eher um private Eitelkeiten, Vorteilsannahmen und Vorurteile, die im ungünstigen Fall auf die Kinder abfärben und ihr Verhalten im Unterricht mitbestimmen. Wortmann inszeniert dieses Kammerspiel als eloquente Komödie und zeichnet ein punktgenaues und ausgesprochen zeitgemäßes Gesellschaftsporträt, in dem sich jeder wieder finden kann. Besonders erfrischend ist, dass er die Diskussion ums deutsche Schulsystem einmal umdreht und nicht nur den Lehrern die Schuld gibt. Meisterhaft seziert er das zwiespältige Verhalten der Eltern, die hier das Beste für ihre Kinder forden, ihnen das zuhause aber schon lange nicht mehr gewähren. Eine "Komödie über einen Elternabend", die sich als erhellende,  beißende Satire entpuppt über den Druck an den Schulen, der heutzutage auf allen Beteiligten lastet. Weitere Vorstellungen folgen.

"Late Time Cinema" (Filmperlen, die wir eine ganze Zeit nach dem Filmstart aus Kapazitätsgründen erst jetzt zeigen):
SAG NICHT WER DU BIST – 105 min. – Ab 16 J.
Der Jungfilmer Xavier Dolan ist bereits mit seinen ersten drei Filmen nach Cannes eingeladen worden, die ihn ins Weltkino katapultierten, diesen smarten Psychothriller nun präsentierte das 24jährige „Wunderkind“ in Venedig. Er selbst übernimmt die Hauptrolle des blonden Tom, der zum Begräbnis seines Partners in die Provinz reist. Dessen Mutter ahnt nichts von der sexuellen Orientierung des verstorbenen Sohnes. Der brutale Bruder zwingt Tom zur Verschwiegenheit. Alsbald entwickelt sich zwischen den beiden ein subtil perfides Katz- und Mausspiel, ein Machtpoker mit Drohgebärden, Bluffs und latenter Erotik. Mit diesem düsteren Meisterwerk an Andeutungen und Auslassungen, mit austariertem musikalischem Pathos und großer emotionaler Spannung, beweist Dolan, dass er quer durch die Genres perfekt inszenieren kann, ohne seine typische Arglosigkeit und seinen eigenwilligen Stil zu verlieren. Nach und nach konstruiert er einen von der Realität abgeschotteten familiären Mikrokosmos. Identitätswechsel, Lügen und Illusionen, die bekannten Versatzstücke à la Hitchcock nutzt Dolan auf sehr individuelle Weise, setzt sie unkonventionell und brachial zusammen. Es ist ein alptraumhafter Mix von Erniedrigung und Erotik, Eigensinn und Sinnlichkeit, Zuneigung und Hörigkeit, der einem die Luft zum Atmen nimmt. Ein dunkler Psychothriller nach dem Theaterstück von Michel Marc Bouchard. Der verstörende Blick in seelische Abgründe ist mehr als nur ein Film über Homosexualität, Unwahrheit und das perfide Spiel mit der Macht.
Weitere Vorstellungen folgen. Nur für kurze Zeit. Publikumswunsch.

Dustin Hoffman, Anne Bancroft    DIE REIFEPRÜFUNG (im englischen Original mit Untertiteln) – 105 min. – Ab 16 J. („1967“)
Die Reifeprüfung (The Graduate) von 1967 wirkte in mehrfacher Hinsicht für damalige Verhältnisse revolutionär. So wurde das erste Mal publikumswirksam und vorurteilsfrei die Beziehung einer verheirateten Frau zu einem jüngeren Liebhaber geschildert. Der Film nimmt die verkalkte Moral des amerikanischen Establishments und die Weltfremdheit der jungen Generation aufs Korn. Das erste Mal wurde in einem Film Popmusik gezielt eingesetzt, um die Stimmung einer Szene zu transportieren. Der von Simon and Garfunkel eingespielte Soundtrack begeistert bis heute. Weiter unternahm die Produktion die erste professionelle Produktplazierung in Form eines Alfa Romeo, womit der Film in seiner Finanzierungsstrategie Neuland betrat. Die betreffende Baureihe wird in den USA heute noch vielerorts Graduate Spider genannt. Insoweit war der Film eine Reaktion auf die sich ankündigenden gesellschaftlichen und moralischen Umbrüche und somit Vorbote des New Hollywood. Es war auch die erste große Rolle für Dustin Hoffman, der danach zu einem Hollywood-Star aufstieg. Die Rolle erhielt er, weil er beim Vorsprechen sehr unsicher und nervös wirkte, obwohl er mit damals 30 Jahren eigentlich schon zu alt war. Ursprünglich war Robert Redford für die Rolle des Benjamin Braddock vorgesehen. Er strahlte jedoch nicht die nötige Unsicherheit aus. In der berühmten Szene, in welcher Dustin Hoffman im Türrahmen steht und das Bein von „Mrs. Robinson“ zu sehen ist, kam ein Bodydouble zum Einsatz. Mike Nichols, erst vor kurzem mit 83 Jahren gestorben, erhielt 1968 einen Oscar für die beste Regie. Einer der besten Filme der 60er Jahre und ein Zeitdokument, das Filmgeschichte schrieb. 
Weitere Vorstellungen folgen. Nur für kurze Zeit.

STILL – 80 min. – Ab 6 J.
Zehn Jahre lang hat Matti Bauer mit der Kamera die selbstbewusste Bauerntochter Uschi begleitet, die sich auf einer einsamen Alm wesentlich freier fühlt als im elterlichen Hof. Dort wird sie freilich dringend gebraucht. Soll die junge Frau den kaum rentablen Milch-Betrieb übernehmen? Alte Familientradition oder neue Selbstverwirklichung? Mit ein paar Kühnen und ihrer Ziege macht sie sich auf den Weg in Berge, wo sie auf einer Hütte den Sommer als Sennerin verbringen wird. „Weiberwirtschaft“ sagt Uschi dazu lachend und berichtet zwischen Melkschemel und Butterfass davon, wie reizvoll in dieser Abgeschiedenheit die große Stille und die Nähe zu den Tieren sei. Die hübsche Idylle hat indes auch manche Kehrseiten: Vom strömenden Regen über entlaufene oder kranke Kühe bis zum täglichen Stallmisten. „Man muss schon etwas robust sein“, meint die Bäuerin lakonisch über ihren Beruf. Die Doku überzeugt durch eine angenehm zurückhaltende, unaufgeregte Erzählweise, bestechend schöne Schwarzweiß-Bilder sowie eine ebenso spannende wie sympathische Hauptfigur. Eine unterhaltsam-pointierte Langzeitbeobachtung, die ein vielschichtiges Zeit- und Generationenbild zeichnet und als kurzweilige Collage aus Landschaftsbildern, Momentaufnahmen und dem Charme des bayerischen Dialekts für sich einnimmt.
Nur noch kurze Zeit.

Oscar 2015, Bester Hauptdarsteller Eddie Redmayne
DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT– 123 min. – Ab 6 J.
Cambridge, 1963. Auf einer Studentenparty lernen sich Jane Wilde und Stephen Hawking kennen und verlieben sich ineinander. Die schüchterne junge Frau, die an Gott und das Schicksal glaubt, ist fasziniert von dem jungen ehrgeizigen Mann, der sich mit seiner Erforschung des Universums und der Zeit daran macht, die Welt der Physik auf den Kopf zu stellen. Doch das Glück währt nicht lange. Denn eines Tages wird bei Stephen die degenerative Nervenkrankheit ALS diagnostiziert. Jane ermuntert ihn, seine Forschungen weiterzuführen. Und sie bleibt bei ihm. Denn sie weiß, dass ihre Liebe stark genug ist, um gemeinsam gegen das Schicksal zu kämpfen. Regisseur James Marsh hat ein bewegendes Drama über das Leben Stephen Hawkings geschaffen. Doch es sind nicht die überragenden Forschungserfolge des Genies, auf die er sich konzentriert. Basierend auf den Memoiren von Jane Hawking erzählt er von der schicksalhaften Zeit, in der sich Hawkings Leben für immer ändern sollte. Und in denen er seine große Liebe trifft, ohne die er nicht das Genie hätte werden können, als das ihn die Welt heute bewundert. Jane steht daher auch im Zentrum der Geschichte. Felicity Jones vereint in ihrem Spiel die sensible Zartheit einer schüchternen jungen Frau mit einer unbändigen und in sich ruhenden Stärke einer liebenden Ehefrau und Partnerin. Sie wirkt wie der Anker für Hawkings ruheloses Genie. Als Hawking selbst leistet Redmayne schier Unglaubliches. Die Art, wie er sich in dessen Körper, Krankheit und Wesen einfühlt, lässt vergessen, dass es sich hier um perfektes Schauspiel handelt, denn Redmayne "verkörpert" Hawking und lässt damit auch Einblicke in das Innere zu. Ein Film über eines der größten Genies unserer Zeit, und vor allem über eine starke und unumstößliche Liebe, die sich gegen das Schicksal stellt. Unendlich schön und inspirierend. Eine Geschichte über ein außergewöhnliches Paar, dessen Lebensweg Mut macht, in einem Film, der mit seinen perfekt komponierten Bildern eine hoffnungsvolle Botschaft übermittelt. Weitere Vorstellungen folgen.

CITIZENFOUR (OmU) – 114 min. – Ab 6 J.
"Zu diesem Zeitpunkt kann ich dir nichts weiter anbieten außer meinem Wort. Ich bin ein hochrangiger Mitarbeiter der Geheimdienste". Als die für ihre Kritik an den USA und deren "Kampf gegen den Terror" bekannte, inzwischen in Berlin lebende Dokumentarfilmerin Laura Poitras diese mit „Citizenfour“ unterzeichnete Mail erhält, ahnt sie noch nicht, dass Edward Snowden hinter dem Pseudonym steckt. George Orwell würde sich bestätigt fühlen. Da sitzt ein Mann wie verloren auf einem Hotelbett, und schockiert mit seinen Enthüllungen über die totale geheimdienstliche Überwachung der Welt, gibt Guardian-Journalist Glenn Greenwald und dessen Kollegen Ewan MacAskill die ungeheuerlichsten Informationen über PRISM, das geheime U.S. Programm, mit dem die Regierung ungeniert in Nutzerdaten von Google, Yahoo, Facebook & Co. oder Telefongesellschaften herumschnüffelt. Die Veröffentlichungen im Guardian, Washington Post und auf CNN schlagen ein wie eine Bombe. Unter dem Pseudonym „Citizenfour“ hatte Snowden Poitras kontaktiert, ein Treffen in Hong Kong wurde verabredet, das nun das Herz dieses Films ausmacht und bei dem es vor allem um Snowdens emotionalen Zustand geht. Denn während die Enthüllungen über die gigantischen Abhörmaßnahmen, den Bruch der Bürgerrechte, den Verlust der Freiheit jedem regelmäßigen Zeitungsleser oder Nachrichtenzuschauer bekannt sind, ist die Person Edward Snowden doch weitestgehend ein Unbekannter geblieben. Zwischen Held und Verräter bewegen sich die Bewertungen, doch wirklich nah ist man dem inzwischen 30jährigen nie gekommen. Und auch vor der Kamera bewahrt Snowden stets seine Contenance, bleibt ruhig und konzentriert. Und doch gelingt es der Regisseurin das Bild eines Mannes zu zeigen, der zwar davon überzeugt ist, das Richtige zu tun, dem aber doch auch bewusst ist, was er dafür aufgibt. Auch wenn er mit seiner langjährigen Freundin, die nichts von seiner Tat ahnte, schreibt, sich Sorgen macht und er ahnt, was für Konsequenzen sein handeln möglicherweise für gänzlich Unbeteiligte hat, gelingt es Poitras den Menschen hinter der Nachricht zu porträtieren. In den Minuten vor und nach diesem Herzstück ihres Films, zeichnet Poitras in groben Zügen die Vorgeschichte und das Nachspiel, die zum einen zeigen, wie wenig sich durch die eigentlich skandalösen Enthüllungen Snowdens bislang geändert hat, zum anderen aber auch, welche Bedeutung der Mut Snowdens hatte: In einer der letzten Szenen des Films ist von einem weiteren Whistle-Blower  die Rede, der Snowdens Enthüllungen offensichtlich als Vorbild genommen hat und nun neue, unbequeme Fakten ans Licht der Öffentlichkeit bringt. Ohne ihn auf ein Podest zu stellen, zeigt Laura Poitras den Einfluss von Snowden, dessen überlegte Vorgehensweise vielleicht keine sofortigen Konsequenzen nach sich zog, aber vielleicht den Startschuss für eine Entwicklung gegeben hat, die irgendwann zu einem Umdenken der Öffentlichkeit und vor allem der Politik führen wird. Weitere Vorstellungen folgen.

"Late Time Cinema" (Filmperlen, die wir eine ganze Zeit nach dem Filmstart aus Kapazitätsgründen erst jetzt zeigen):
MR. MAY und das Flüstern der Ewigkeit – 92 min. – Ab 12 J.
Warum sich solche Mühe machen für Tote, die keiner kennt? Als sein Job dem Rotstift zum Opfer fällt, will der Gekündigte noch den letzten "Fall" richtig zu Ende bringen, herausfinden wer der Tote war, wie er gelebt und vielleicht auch geliebt hat. Er ist ein Nobody und sieht auch so aus in seinem schlecht sitzenden Mantel, Strickpullunder, Krawatte auf Halbmast und der abgewetzten Aktentasche. Im Auftrag der Londoner Stadtverwaltung arbeitet er als "Funeral Officer", sucht akribisch Hinterbliebene der Verschiedenen und wenn sich niemand findet, sorgt er für eine würdevolle Beerdigung, bei der er oft als einziger "Trauernder" eine persönlich gehaltene Abschiedsrede hält. Dieser leise Film ist mehr als ein ermunterndes Fanal für Menschlichkeit, er ist ein grandioser Glücksfall fürs Kino, ein delikates und großes Geschenk. Der britische Charakterdarsteller Eddie Marsan spielt diesen Verlorenen in großer Zurückhaltung mit einer rückhaltlosen Hingabe. Eine bewegende Betrachtung des Todes als poetische Ode an die Zerbrechlichkeit des Lebens und den Triumph der Menschlichkeit. Weitere Vorstellungen folgen. Nur noch kurze Zeit.

"Late Time Cinema" (Filmperlen, die wir eine ganze Zeit nach dem Filmstart aus Kapazitätsgründen erst jetzt zeigen):
EIN GESCHENK DER GÖTTER – 102 min. – Ab 6 J.
Starke Stimmung beim Filmfest München samt Publikumspreis sind der beste Beweis, dass diese hübsche Sozialkomödie trefflich punktet. Erzählt wird von einer gekündigten Schauspielerin in der Provinz, die für ein paar Arbeitslose im Jobcenter Theaterkurse anbietet. Nach anfänglichem Widerstand und allerlei Gezänk findet das bunte Grüppchen immer mehr Gefallen an den Proben von „Antigone“.  Nach und nach begreifen alle, dass es um mehr als nur ein Stück geht. Die Grundidee ist bekannt: Eine Gruppe "Verlierer" tut sich zusammen, um es dem Rest der Welt zu zeigen. Der Charme und Reiz dieser speziellen Geschichte liegt in der Zusammenstellung der Figuren und der Probleme, für die sie stehen. Denn jede der einzelnen Ensemble-Episoden ist universell auf die Gesellschaft übertragbar und findet sich im Alltag um uns herum wieder. Regisseur und Autor Oliver Haffner vermischt Tragisches und Komisches und erzählt von gescheiterten Existenzen, die zwar die Götter verfluchen, dann aber die neue Chance als Geschenk annehmen. Und so freut man sich, als die Gruppe immer mehr auch eine Art Ersatzfamilie wird, die beweist, dass man schaffen kann, was man sich vornimmt. Wenn man vorher genug proben kann. Eine charmante und kluge Working-Class-Mutmacher-Komödie. Weitere Vorstellungen folgen. Nur noch kurze Zeit.

WILD TALES – Jeder dreht mal durch – 122 min. – Ab 12 J.
Zu oft gedemütigt, zu oft zurückgesteckt! Es ist genug: Was passiert, wenn ein Mensch zum Äußersten getrieben wird? In seinem Episodenfilm erzählt Damián Szifrón nur thematisch zusammenhängende, überzeichnete Geschichten aus dem wahren Leben und bleibt trotz Slapstick dabei dicht an der Realität, um dem ertappten Zuschauer amüsierte Schamesröte ins Gesicht steigen zu lassen. Die pechkohlrabenschwarze Komödie vom alltäglichen Wahnsinn wurde von Pedro Almodóvar koproduziert, und der Almodóvar-Touch ist unübersehbar. Die wilden Geschichten von Provokation, konsequenter Vergeltung und Eskalation sind nichts für Zartbesaitete, haben aber dennoch - oder deshalb? - rund um die Welt großen Erfolg im Kino. "Wild Tales" war in Argentinien der meistgesehene Film des vergangenen Jahres, auch international hat er Anerkennung gefunden. Die Geschichten, die hier erzählt werden, spielen zwar allesamt in Argentinien und zeichnen nebenbei ein recht stimmiges Bild der dortigen bürgerlichen Gesellschaft, etwa von der stupiden Bürokratie, den Reichen, die immer einen Armen als Sündenbock zur Hand haben und den stereotyp durchgeplanten Hochzeitsfeierlichkeiten. Aber tatsächlich könnten die "Wild Tales" aus jeder Ecke der Welt erzählen, in der Menschen leben. Denn ausnahmslos jeder kennt die hier gezeigten Situationen und Gefühle, und jeder kennt den einen Wunsch: Mal so richtig die Sau rauslassen zu dürfen. Herrlich gemein!  Nur noch wenige Vorstellungen.

HONIG IM KOPF - 139 min. - Ab 6 J.
Das Motiv der Reise zieht sich ebenso wie ein roter Faden durch das Filmschaffen von Til Schweiger wie das Zueinanderfinden verwandter Seelen. In "Knockin' on Heaven's Door" wurde zwei Todkranken der letzte Wunsch erfüllt, einmal das Meer zu sehen. "Barfuss" schickte einen verantwortungslosen Hallodri und eine Selbstmordkandidatin auf gemeinsame Reise. In "Schutzengel" musste ein ehemaliger SEK-Soldat ein Mädchen vor Killern retten. "Honig im Kopf" setzt die Tradition fort und verbindet die Roadmovie-Elemente mit den Impressionen unkonventioneller Familienkonstellationen, wie sie in "Keinohrhasen" oder den "Kokowääh"-Filmen im Mittelpunkt standen: Eine Elfjährige, gespielt von Schweigers Tochter Emma in ihrer dritten Filmhauptrolle, büchst mit ihrem an Alzheimer erkrankten Großvater, souverän verkörpert von Dieter Hallervorden, von Zuhause im Norden Deutschlands aus, um ihn mit nach Venedig zu nehmen, wo er einst die Liebe seines Lebens kennengelernt hatte. Til Schweigers Arbeit ist die eines Romantikers ebenso wie eines überzeugten Dickkopfs, der nicht einsieht, seine Filme auch nur einen Deut anders zu machen, als er es für richtig hält. Damit bietet er Reibungsflächen, in diesem Film mehr denn je, aber dafür liebt ihn sein Publikum auch, das ihn mit mehr als 20 Millionen verkauften Tickets für seine Filme zum erfolgreichsten deutschen Filmemacher gemacht hat. So wie die Figuren, die er in seinen Filmen spielt, in diesem Fall der erfolgreiche Geschäftsmann Niko, macht der Filmemacher Til Schweiger aus seinem Herzen keine Mördergrube, wenn er mit seiner Art auch anecken mag: So variiert er bekannte Motive zu einer sehr persönlichen, manchmal etwas undisziplinierten Komödie mit ernsten Untertönen, die unmittelbar auf Herz und Bauch zielt. Nicht jede Episode in diesem ausufernden Trip ist ein Volltreffer, aber es ist unmöglich, nicht berührt zu werden von diesem über zweistündigen Ritt, der doch nur eines will: dass die Menschen zusammenfinden und Schweigers ungebrochenes Vertrauen in die Macht der Liebe spiegelt. (kino.de). Weitere Vorstellungen folgen.

BELTRACCHI - Die Kunst der Fälschung – 102 min. – Ab 6 J.
Er hat 40 Jahre lang die internationale Kunstszene hinters Licht geführt. Ob hochrangige Kunsthändler, Gutachter, Historiker oder Kuratoren: sie alle sidn auf ihn hereingefallen. Mit gekonnter Professionalität hat Beltracchi Lücke im Werk grosser Künstler aufgelesen und geschickt gefüllt. So sind Werke entstanden wie z.B. die angebliche "Sammlung Werner Jäger". In Auktionshäusern wie Christie´s, Sotheby´s oder dem Kunsthaus Lempertz wurden seine Fälschungen für horrende Beträge gehandelt. Die abenteuerliche Geschichte von Helene und Wolfgang Beltracchi klingt so unglaublich wie amüsant. Regisseur Arne Birkenstock (SOUND OF HEIMAT)  ist es gelungen, diese äusserst authentisch umzusetzen, indem er den Persönlichkeiten der Beltracchis viel Raum gegeben hat. Zugleich gemahnt der Film an die völlig aus dem Ruder geratene Gier des internationalen Kunstmarkts. Schliesslich wirft er auch die Frage auf, inwieweit eine brillante Fälschung einem Original überhaupt im Wert nachstehen kann. Es wird deutlich, dass der damals zu sechs Jahren Verurteilte bei weitem nicht der einzige Profiteur der Fälschungen war. Voraussichtlich letzte Vorstellungen.
DAS SALZ DER ERDE - 110 min. - Ab 12 J.
Das Werk des weltberühmten brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado ist geprägt von Empathie. Wie kein anderer legt er Zeugnis ab vom menschlichen Leid. Seine rauen Schwarz-Weiß-Bilder von den Krisengebieten der Erde gingen um die Welt. Die Filmemacher Wim Wenders und sein Koregisseur Juliano Ribeiro Salgado fahren die filmischen Mittel klug auf ein Minimum zurück und stellen das beeindruckende Lebenswerk des Meisters der Sozialfotografie in den Mittelpunkt. Eine Hommage, für die die Filmemacher in Cannes mit minutenlangen Ovationen gefeiert wurden. Sie lassen die Fotos für sich sprechen, die mehr erzählen als tausend Worte, und den Fotografen zum Zuschauer: Aus einem "dark room" heraus mit Hilfe eines halbdurchlässigen Spiegels gefilmt, wird in das Gesicht des Künstlers überblendet, spricht Salgado aus seinen Bildern heraus in die Kamera. Ein intensives, intimes Erleben. Als Glücksfall erweist sich dabei das rhetorische Talent des 70jährigen Brasilianers, der so unterhaltsam wie nachdenklich und kurzweilig seine Werke kommentiert, mit denen er der Menschheit seit über dreißig Jahren einen Spiegel ihrer Abgründe vorhält. Juliano Ribeiro Salgado begleitete den Vater bei seinen letzten Reisen, die Vater-Sohn-Beziehung verleiht der Doku eine weitere Dimension. Die Fotos der Reisen ins Herz der Finsternis wählten Wenders und Salgado gemeinsam aus. Salgados fotojournalistische Arbeit ist geprägt von Mitgefühl und Humanismus. Er lebte mit den Menschen, die er fotografierte, ließ ihnen ihre Würde und gab ihnen eine Stimme, drei Jahrzehnte lang, bis er selbst seine Belastungsgrenze überschritten hatte. Nach einer Pause erfand sich der Mann, der nie die Kamera aus der Hand legt, neu, fotografierte Pflanzen und Tiere, entdeckte bedrohte, vergessene Landschaften. Nachdem er lange Chronist des Elends war, richtete Salgado jetzt den Blick auf die Schönheiten und Wunder der Erde, begann sein Tribute to the Earth-Projekt "Genesis". Und gründete, gemeinsam mit seiner Frau Lélia, das ökologische Instituto Terra auf der brasilianischen Ranch der Familie, wo der durch Abholzung zerstörte Regenwald nach und nach wieder aufgeforstet wird. Salgado bei den Prozessen, die seine Arbeit ausmachen, zuzuschauen, seinen Überzeugungen zuzuhören, teils unterlegt mit Ethno-Rhythmen, die gut zu den Bildern passen, die Kraft zu spüren, die sie ihn gekostet haben, das gehörte zu den intensivsten Kino-Erfahrungen, die 2014 in Cannes zu machen waren.
Weitere Vorstellungen folgen.
Kevin Kline, Kristin Scott Thomas, Maggie Smith   MY OLD LADY Eine Erbschaft in Paris - 107 min. - Ab 12 J.
Mathias Gold reist nach Paris, um dort das Erbe seines Vaters anzutreten. Da er selbst nicht viel Rücklagen hat, ist er entschlossen, das Haus schnell zu Geld zu machen. Doch dieses ist noch bewohnt, von der rüstigen 92-Jährigen Mathilde, die ein Wohnrecht auf Lebenszeit hat. Und, dank der in Frankreich existierenden Immobilienleibrente, muss Mathias ihr auch noch monatlich Geld zahlen. Und dazu noch Chloe, Mathildes Tochter: Die ist so gar nicht erfreut, einen Eindringling im Haus vorzufinden, zumindest zunächst. Das gleichnamige Theaterstück des Autors Israel Horovitz feiert seit Jahren Erfolge auf internationalen Theaterbühnen. Nun entstand unter seiner Regie eine filmische Adaption der Geschichte rund um einen Mann im besten Alter, der nach dem Tod seines Vaters eigentlich nur zur Erledigung einer Angelegenheit an die Seine reißt, um dann doch neue Wurzeln zu schlagen. Kevin Kline ist die Idealbesetzung für diesen Mann, der an der Oberfläche als grummeliger Einzelgänger erscheint, dann aber doch eine verletzte Seele offenbart und dazu eine Sehnsucht nach Heimat und Zugehörigkeit. Kristin Scott Thomas steht ihm als Chloe in nichts nach, dazu herrscht zwischen den beiden auch eine extrem gute Chemie. Über allem aber thront die großartige Maggie Smith, die den Zuschauer vom ersten Erscheinen auf der Leinwand für sich einnimmt. Ihrer "Old Lady" sitzt der Schalk im Nacken, dazu verfügt sie über eine spitze Zunge und einen stets wachen Geist. Genau diese Mischung, die Smith verkörpert wie keine Zweite, macht den Film zu einem besonderen Vergnügen. Fast kammerspielartig entwickelt sich die Handlung zwischen den drei Protagonisten, die Dialoge wechseln von spritzigen Wortgefechten über in berührende Unterhaltungen zwischen einsamen Seelen, die einander gefunden haben. Das Haus als vornehmlicher Handlungsraum spielt ebenfalls eine große Rolle. Glaubhaft vermittelt sich, dass in diesem Haus viele Erinnerungen wohnen, die direkt mit den Figuren verbunden sind. Ein bittersüßes und anmutig inszeniertes Filmvergnügen, das unterhält, berührt und große Freude bereitet.
Voraussichtlich letzte Vorstellung.

Alexander Fehling, Gert Voss   IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS - 123 min. - Ab 12 J.
Deutschland, im Jahre 1958. Die Zeit des Wirtschaftswunders. Der Krieg ist vorbei und das Land will endlich vergessen. Die Gräuel der Nationalsozialisten sind Horrorgeschichten, mit denen sich niemand beschäftigen will. Doch nicht alle können vergessen. Denn in Deutschland leben die Opfer weiter. Genau so wie die Täter, die unerkannt in ihren neuen Alltag flüchteten, geschützt und gedeckt von den Spitzen der Justiz und Regierung. Als in Frankfurt ein ehemaliger Auschwitz-Insasse in einem Lehrer seinen SS-Aufseher wiedererkennt, wendet er sich an den Journalisten Thomas Gnielka. Der verlangt von der Staatsanwaltschaft eine Untersuchung. Keiner hört ihm zu, bis auf den jungen Anwalt Johann Radmann. Und Fritz Bauer, der als Generalstaatsanwalt ein Ziel verfolgt: dass die Verbrecher der Nazizeit zur Verantwortung gezogen werden. Und dass ihre Opfer Gehör finden. Im Jahr 1963 begannen unter Fritz Bauer in Frankfurt die Auschwitzprozesse. Mehrere hundert Zeugen wurden befragt, der Prozess war der bis dahin größte der Nachkriegsgeschichte. Giulio Ricciarellis Film erzählt von seiner Vorbereitung durch die drei Anwälte, die für Fritz Bauer (Gert Voss) arbeiteten und die in der fiktiven Person Johann Radmann zusammengefasst werden, glaubwürdig verkörpert von Alexander Fehling. Doch der Film erweist nicht nur den Anklägern Respekt. Er beschreibt im Detail exakt eine Zeit, in der Verdrängen und Schweigen der Wahrheit vorgezogen wurden. Die Zeit des Wirtschaftswunders und das neu aufkeimende Selbstbewusstsein eines Landes, das als Besiegter am Boden lag, überdeckte die Notwendigkeit, sich der vergangenen Verbrechen zu stellen. Dies ist die neue Perspektive, die der Film einnimmt. Er zeigt junge Menschen, denen durch die Aussagen der Opfer die Augen geöffnet werden, die ihren unschuldigen Blick verlieren und lernen müssen, mit der Schuld ihrer Vorfahren zu leben. Ein ruhig erzählter, klug recherchierter und immens wichtiger Film über eine Zeit in Deutschland, in der das Schweigen endete. Und die Wahrheit ans Licht kam. Was zum trägen Geschichtsunterricht hätte geraten können, entpuppt sich als ebenso spannendes wie anrührendes Drama über Vergangenheitsbewältigung und den aufrechten Gang. Alexander Fehling bietet eine großartige Leistung als idealistischer Ankläger. Der im Sommer verstorbene Gert Voss stellt als Fritz Bauer einmal mehr unter Beweis, warum er von der „Times“ einst zum „besten Schauspieler Europas“ gekürt wurde. Mit dem letzten Kinoauftritt setzt die (in den 70er-Jahren auch in Stuttgart unter Schauspielchef Claus Peymann spielende) Theaterlegende diesem stillen Helden ein wahrhaft großes Denkmal. Ein ganz außergewöhnlicher, sehr spannender, sehr berührender und sehr wichtiger Film!
Voraussichtlich letzte Vorstellung.
MADAME MALLORY UND DER DUFT VON CURRY - 122 min. - Ab 6 J.
Eine aus der Heimat ausgewanderte indische Familie verschlägt es in ein verschlafenes französisches Dörfchen, in dem jedes Frankreich-Klischee quicklebendig ist und von seinen stolzen Einwohnern Tag für Tag aufs Neue zelebriert wird. Hier setzt sich Papa in den Kopf, ein indisches Restaurant auf der gegenüberliegenden Straßenseite eines piekfeinen, mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Edelrestaurants zu eröffnen. Die Restaurant-Chefin Madame Mallory (Helen Mirren) ist außer sich über das indische Restaurant Maison Mumbai  auf der anderen Straßenseite. Jetzt heißt es: Haute Cuisine gegen orientalische Gewürzvielfalt. Tandoori Huhn in Saint-Antonin-Noble-Val? Nicht mit Madame Mallory. Ein Kleinkrieg zwischen Gourmetrestaurant und Maison Mumbai beginnt. - Wohlfühlkino ist eine Disziplin, die wenige so gut beherrschen wie Altmeister Lasse Hallström und die er selten meisterlicher bedient hat als in "Chocolat" im Jahr 2000, der mit etwas mehr als drei Millionen Besuchern immer noch der erfolgreichste Film des schwedischen Regisseurs in den deutschen Kinos ist. Wie Hallström ländliche französische Lebensart wie aus dem Bilderbuch sorgfältig vermengte mit der Magie betörend angerührter Köstlichkeiten, das traf einen Nerv beim damaligen Publikum. Beinahe die identische Mixtur serviert der Schwede in seiner Verfilmung des Bestsellers von Richard C. Morais, für die er die Rückendeckung von Steven Spielberg und Oprah Winfrey erhielt. Erneut plädiert der schwedische Regisseur Lasse Hallström auf unterhaltsame Weise für Toleranz, Lebensfreude und Menschenwürde. Gleichzeitig ist sein Feel-Good-Movie nach dem Bestseller „The Hundred-Foot Journey“ von Richard Morais ein inspirierendes Fest für alle Sinne. Sein Clash-of-Cultures sprüht nur so vor kulinarischem Genuss, der selbst Vorurteile besiegt. Der Kochkrieg zwischen den beiden Parteien steht im Mittelpunkt dieses wunderschönen kulinarischen Kinostücks. Dass Koch Hassan von Madame Mallorys Chefköchin Marguerite noch Tipps aus der französischen "Haute Cousine" bekommt und sich prompt in sie auch verliebt, verschärft das köstliche Durcheinander der Kulturen und Küchen. Ein mit leichter Hand inszeniertes Integrationsstück mit kulinarischen Kochwettkämpfen und romantischen Verwicklungen. Oscar-Preisträgerin Helen Mirren glänzt in dieser charmanten Liebeserklärung an den unverfälschten Geschmack und beweist erneut, dass sie nicht umsonst als eine der größten Schauspielerinnen Hollywoods gilt.
Weitere Vorstellungen folgen.
MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER – 97 min. – Ab 6 J.
Das Ehepaar Claude und Marie Verneuil lebt zufrieden in der Provinz und ist stolz auf seine vier Töchter. Die lieben und verheiraten sich allerdings mit Vorliebe schräg durch die Kulturen, zum Leidwesen des arg gebeutelten Papas. Der hat es gern gemütlich und vor allem traditionell. Auch Mama, streng katholisch, kann nicht verstehen, woher die Töchter diesen wilden Drang nur haben. Nachdem sie einen Muslim, einen Juden und einen Chinesen nach Hause gebracht haben und die Familienfeste immer mehr einem Basar gleichen, freuen sie sich über die Ankündigung der Jüngsten, einen Franzosen zu heiraten. Schwiegersohn Nummer Vier ist der schwarze Charles, und jetzt reißt der Geduldsfaden! Fest steht: Diese Hochzeit muss verhindert werden, mit allen Mitteln! Der Nummer-Eins-Hit in den französischen Kinos begeistert mit pointiertem Witz, Charme und saftigen Provokationen. Vier Hochzeiten und viele Kulturschocks: Der Nummer-1-Hit in den französischen Kinos mit über sechs Millionen Zuschauern begeistert mit radikalem Witz.
Weitere Vorstellungen folgen. Nur noch kurze Zeit.
PADDINGTON - 95 min. - Ab 0 J.
Er ist einfach knuddelig, dieser Petz aus Peru. Und er hat eine Schwäche für alles Britische. Deshalb hält es den tollpatschigen Bären Paddington irgendwann nicht mehr in seiner Heimat, er startet in das Abenteuer seines Lebens: die Reise aus dem hintersten Peru in die große Stadt, nach London, die anders ist, als er er sich je vorgestellt hat. Aber weil Paddington ein Glücksbär ist, findet ihn die nette Familie Brown und adoptiert ihn kurzerhand. Wer kennt sie nicht, die hinreißenden Geschichten des kleinen Bären mit blauem Dufflecoat und rotem Hut. Sie wurden in über 40 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 35 Millionen Mal verkauft. Inspiriert von Michael Bonds zeitlosem Klassiker erblickt mit dieser moderne Variante des Bestsellers der Hit-Bär erstmals das Licht der großen Leinwand. "Harry Potter"-Produzent David Heyman startet mit dem Mix aus Real- und Animationsfilm ein neues Familienfilm-Franchise: "Paddington" ist erst der Anfang eines faszinierenden Kino-Abenteuers, das Kinder- und Erwachsenenherzen höher schlagen lässt.

Nur noch kurze Zeit.

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