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Der neue grosse Saal sagt hallo!Kinoansicht. S-Bahn Obertürkheim: 200m geradeaus und gleich links sehen Sie mich! Gastro
                                            
Brandneue Perspektiven auf den Vater des Impressionismus, in dessen eigenen Worten.
EXHIBITION ON SCREEN:    ICH, CLAUDE MONET
Wer war der Mann hinter den sonnendurchfluteten Leinwänden wirklich?  -  Sonntag 23.4. 20.15 Uhr.

Nochmals für zwei letzte Vorstellungen. Zum 25. Todestag von Freddie Mercury.
QUEEN ROCK MONTREAL
Eine der besten Darbietungen der Band aus dem Jahr 1981.  Donnerstag 4.5. 20.15 Uhr.  Sonntag 7.5. 20.15 Uhr.

Nochmals für drei letzte Vorstellungen. Die Stones auf Kuba in fantastischer Spiellaune.
THE ROLLING STONES IN KUBA: HAVANA MOON
Sonntag 21.5. 20.15 Uhr.
 Sonntag 28.5. 20.15 Uhr.  Mittwoch 31.5. 20.15 Uhr.

Unser Filmprogramm von Dienstag, 18.4. bis Mittwoch, 26.4.17:

WELCHER FILM IN KINOTHEK 1 ... Beginn DATUM WELCHER FILM IN KINOTHEK 2 ... Beginn
LA LA LAND
WILDE MAUS
17.15
20.15
Di 18.4. WELCOME TO NORWAY
PAULA Mein Leben soll ein Fest sein
17.15
20.15
LA LA LAND
TONI ERDMANN
17.15
20.15
Mi 19.4. WELCOME TO NORWAY
THE SALESMAN
17.15
20.15
NEU    NICHT OHNE UNS!
FLORENCE FOSTER JENKINS
LA LA LAND
14.30
17.15
20.15
Do 20.4. NEU    BIBI & TINA  Tohuwabohu Total
MEIN BLIND DATE MIT DEM LEBEN
TONI ERDMANN
14.30
17.15
20.15
NICHT OHNE UNS!
FLORENCE FOSTER JENKINS
MOONLIGHT
14.30
17.15
20.15
Fr 21.4. BIBI & TINA  Tohuwabohu Total
MEIN BLIND DATE MIT DEM LEBEN
WELCOME TO NORWAY
14.30
17.15
20.15
**TIMM THALER oder  Das verkaufte Lachen
LA LA LAND
WILDE MAUS
14.30
17.15
20.15
Sa 22.4. **BALLERINA
*TONI ERDMANN
MADAME CHRISTINE und ihre unerwarteten Gäste
14.30
16.30
20.15
NICHT OHNE UNS!
LA LA LAND
NEU    ICH, CLAUDE MONET (OmU)
14.30
17.15
20.15
So 23.4. **BIBI & TINA  Tohuwabohu Total
PAULA  Mein Leben soll ein Fest sein
**THE SALESMAN
14.30
17.15
20.15
LA LA LAND 20.15 Mo 24.4. *PAULA   Mein Leben soll ein Fest sein 20.15
MOONLIGHT 20.15 Di 25.4. WELCOME TO NORWAY 20.15
**FLORENCE FOSTER JENKINS
WILDE MAUS
18.00
20.15
Mi 26.4. **MEIN BLIND DATE MIT DEM LEBEN
MADAME CHRISTINE und ihre unerwarteten Gäste
18.00
20.15

* NUR NOCH KURZE ZEIT  |   ** VORAUSSICHTLICH LETZTE VORSTELLUNG.  |    *** LETZTE VORSTELLUNG.   |   ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR!
Wie zeigen jeweils die deutsche Fassung (2D), wenn nicht anders angegeben.  |  OF=Originalfassung  | OmU=Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Weitere Spieltage der einzelnen Filme stehen nicht fest. Aktualisierung des Programms jeden Montag nachmittag bis zum Mittwoch der Folgewoche.
Wir erstellen unser Filmprogramm im 7-Tage-Rhythmus! Zu Ihrer Information: Filme laufen bei uns, aufgrund der Fülle an Filmen, die für uns interessant sind und bei
nur zwei Kinosälen, nicht täglich(!) innerhalb der Kinowoche (Donnerstag bis Mittwoch). Wir zeigen diese vielmehr über Wochen hinweg immer wieder tageweise.
Weitere Vorstellungen folgen bei allen Titeln, die ohne Stern versehen sind.
Alle diesbezüglichen Angaben sind ohne Gewähr.

Unsere neu einsetzenden Filme kurz vorgestellt: (Quellen: programmkino.de/kino.de)

ICH, CLAUDE MONET (OmU) - 90 min. - Ab 12 J.
"Mein Kopf zerspringt. Ich möchte alles malen“ (Claude Monet). Basierend auf mehr als 2.500 Briefen ermöglicht Regisseur Phil Grabsky mit „ICH, CLAUDE MONET“ brandneue Perspektiven auf einen der vielleicht beliebtesten Maler weltweit. Durch seine Briefe spricht Monet zu uns und gewährt uns somit tiefe Einblicke in die Abgründe seiner Seele. Wer war der Mann hinter den sonnendurchfluteten Leinwänden wirklich? Monet gilt als Vater des Impressionismus. Sein Werk „Impression, Sonnenaufgang“ von 1872 gab der gesamten Bewegung ihren Namen. Er zählt zu den einflussreichsten und erfolgreichsten Malern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sein Leben ist eine fesselnde Geschichte über einen Menschen, der hinter seinen farbintensiv strahlenden Bildern unter schweren Depressionen, Einsamkeit und Selbstmordgedanken litt. Mit der Entwicklung seiner Kunst und der Liebe zum Gärtnern, aus der die Pracht seines Gartens in Giverny hervorgeht, entdecken wir auch seinen Humor, seine tiefen Einsichten und seine Hingabe an das Leben. Gedreht an verschiedenen europäischen Entstehungsorten seiner Kunst, ist dies eine filmische Reise durch einige der meist geliebten und unverwechselbarsten Szenerien der abendländischen Kunst.

NICHT OHNE UNS! - 87 min. - Ab 0 J.
15 Länder, 16 Kinder, 5 Kontinente, 1 Stimme, so unterschiedlich ihr Lebensumfeld, so unterschiedlich ihre Persönlichkeiten auch sind, so sehr ähneln sich ihre Ängste, Hoffnungen und Träume und die eindrückliche Mahnung, unsere (Um-)Welt zu erhalten. Egal ob privilegiert aufwachsend in der westlichen Wohlstandsgesellschaft oder in den armen Regionen Afrikas oder Asiens und unmittelbar konfrontiert mit Kinderarbeit, Prostitution, Krieg und Gewalt, haben alle diese Kinder die universelle Sehnsucht nach Sicherheit und Frieden, Glück, Freundschaft und Liebe. Sie eint die Ablehnung und die Angst vor Krieg und Gewalt. Und jedes einzelne dieser Kinder macht sich Sorgen um die Natur und die damit verbundene Zerstörung ihres direkten und indirekten Lebensraums. Neugierig und hungrig nach Bildung wollen sie die Welt verändern. Ein Film über die Zukunft des Planeten, die diese Kinder einmal mit gestalten wollen, ein Appell an uns alle. Buch und Regie führte Sigrid Klausmann, herbe Themen schneidet sie an, beschönigt nichts, zeichnet kein verklärtes Bild der Kindheit, driftet aber auch nicht in Miserabilismus ab. Die ganze Bandbreite menschlicher, kindlicher Erfahrungen deutet sie an, tut aber nicht so, als wären Kinder aus so unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen wie etwa Laos und Deutschland, wirklich vergleichbar. Gerade dieser undogmatische Blick, der die Kontraste nicht im Sinne eines: „Seht, wie viel besser es uns in Westeuropa geht“ gegeneinander schneidet, macht „Nicht Ohne Uns!“ so sehenswert. Weder die Unterschiede noch die Ähnlichkeiten zwischen Kindern und ihren Lebenswelten, Wünschen und Ängsten werden überbetont, sondern gleichberechtigt nebeneinander gestellt. Das Leben in Österreich oder Deutschland ist nicht zwingend besser als das Aufwachsen in Peru oder Laos. Es mag einfacher und unkomplizierter sein, doch Hürden gibt es auf dem Lebensweg hier wie dort.

BIBI & TINA – Tohuwabohu Total - 110 min. - Ab 6 J.
Das Tohuwabohu ist perfekt: Bibi und Tina begegnen einem ruppigen Ausreißer, der sich als das Mädchen Adea entpuppt und von seiner Familie verfolgt wird. Adeas Vater ist weltfremd und stur, den kann man nicht überzeugen und selbst Bibi kommt mit Hexerei nicht weiter. Auch auf Schloss Falkenstein gibt es Probleme, der Graf ist völlig überfordert, während Alex ein internationales Musik-Festival auf Falkenstein plant und sich damit seinem Vater widersetzt. Und als wäre das nicht genug, wird Tina schließlich auch noch entführt. Bei all dem Chaos wird am Ende eines ganz klar: Wirkliche Veränderungen entstehen durch gemeinsame Aktionen und Anstrengungen, nicht durch Hexerei.


Weitere Titel im Programm, kurz vorgestellt: (Quellen: programmkino.de/kino.de)

WILDE MAUS - 103 min. - Ab 12 J.
Josef Haders Kabarett-Programme sind hochkarätig und mit allen wichtigen Preisen geadelt. Die Auftritte als knautschiger Ermittler Brenner in den vier Verfilmungen der bitterbösen Wolf-Haas-Krimis haben unbestrittenen Kult-Faktor. Nach dem Ausflug ins große Charakterfach mit „Vor der Morgenröte“ präsentiert der Österreicher nun sein Regiedebüt. Nach eigenem Drehbuch spielt Hader den tragikomischen Helden in der Midlife-Crisis, der seinen Job als Musikkritiker verliert und sich an seinem Chef rächen will. Immer tiefer versinkt dieser Georg im Loch, verliert mit der Arbeit seinen Lebensinhalt, müht sich vergeblich, den Kinderwunsch seiner langjährigen Partnerin zu erfüllen, was bald auch die Ehe an den Rand des Abgrunds bringt, und sieht nur noch einen Ausweg. Famose Figuren, starke Situationskomik samt funkelnder Dialoge. Wie in seinen Bühnen-Programmen erweist sich Hader auch auf der Leinwand als Maestro der treffsicheren Pointen statt substanzloser Späßchen oder bloßem Wortspiel-Geplapper. Wie so oft bei Hader, streift diese Figur scharf an der Larmoyanz vorbei, was jedoch durch die breit aufgestellten Nebenfiguren aufgefangen wird, in denen das Hauptthema des Films variiert wird. Auf vielfältige Weise geht es um einen Mangel an Kommunikation, sei es zwischen Paaren, aber auch zwischen Berufskollegen oder sogar einem Journalisten und den Musikern, über die er schreibt. Auf bemerkenswert subtile Weise deutet Hader die Folgen dieser Kommunikationsunfähigkeit an, die oft ganz unbemerkt existiert und unerwartete Konsequenzen hat. Durch diese Mischung aus dem typischen, von Schmäh geprägtem, Haderschen Blick auf die Welt und einer feinfühligen Beobachtung unterschiedlicher Beziehungsschwierigkeiten, wird „Wilde Maus“ am Ende zu mehr als nur einer Variation der bekannten Muster eines Hader-Films. Nach diesem großen Wurf mit seinem Regie-Debüt gilt für Josef Hader allemal, was er seinen Helden einmal sagen lässt: „Ich bin ja auch nicht irgendwer. Ich bin eine Instanz!“.

MOONLIGHT - 111 min. - Ab 12 J.
Klassische Muster des amerikanischen Independentkinos dekliniert Richard Jenkins in seinem zweiten Spielfilm (sein Debüt „Medicine for Melancholy“ kam in Deutschland nicht ins Kino) durch und scheint dabei lange einer fatalistischen Weltsicht zu folgen: Hoffnungslos wirkt sein Blick auf das Leben in der ärmlichen Gegend, in der vor allem Schwarze leben, die meisten Kinder ohne Vater bei ihrer Mutter aufwachsen, Drogen allgegenwärtig sind und es kaum einen Weg zu geben scheint, dem Kreislauf zu entgehen. Andererseits ist dieser Blick nicht unbedingt fatalistisch, sondern für weite Teile der schwarzen Bevölkerung Amerikas traurige Realität. Auch wenn nur etwa 12 % der amerikanischen Bevölkerung Schwarze sind, machen sie 37% der Inhaftierten aus. Ein schwarzes Kind, das heute geboren wird, wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 3 im Gefängnis landen. Die Hoffnungslosigkeit, die solche Zahlen ausdrücken, prägt auch Jenkins Film, der in gewisser Weise kein Klischee auslässt, diese aber durch das Thema Homosexualität quasi unterläuft. Besonders gewagt ist das, da gerade die schwarze Kultur, vor allem die inzwischen landesweit dominierenden Musik-Stilrichtungen Hip-Hop und R'n'B von Machoattitüden geprägt und oft kaum verhohlen homophob sind. Dieser Tendenz setzt Jenkins ein Narrativ entgegen, dass nur ganz vorsichtig angedeutet werden muss, um seine geradezu subversive Qualität zu entfalten. Kaum mehr als einen Kuss und eine Umarmung zeigt Jenkins, doch die zarte Andeutung einer Romanze reicht aus. Radikal in seinem erzählerischen Ansatz, brillant inszeniert und tief berührend: Barry Jenkins Drama ist ein Highlight des Kinojahres und der diesjährige in drei Kategorien ausgezeichnete Oscargewinner, darunter als „Bester Film“.

MADAME CHRISTINE und ihre unerwarteten Gäste - 102 min. - Ab 12 J.
Wie man aus sozialem Zündstoff eine leichte Komödie macht, haben die Franzosen in den letzten Jahren mit teilweise grandiosen Filmerfolgen, vor allem aber mit viel Humor und noch mehr Mut zu Kritik und Selbstkritik bewiesen. Der neue Film von Alexandra Leclère („Zwei ungleiche Schwestern“) reiht sich hier nahtlos ein. Mit satirischem Humor und viel Menschlichkeit lässt Leclère in ihrer turbulenten Komödie Arm und Reich aufeinanderprallen: Wegen des harten Winters beschließt die französische Regierung, Arme in zu große Wohnungen einzuquartieren. Ein luxuriöses Wohnhaus in Paris wird zum Ausgangspunkt einer Story, in der niemand von Spott und Häme verschont bleibt. Im Mittelpunkt der turbulenten Handlung steht das Ehepaar Christine und Pierre, die allein auf ca. 300 Quadratmetern teuersten Pariser Wohnraums leben. Es kommt, wie es kommen muss. Das erste, was sich viele Reiche einfallen lassen, ist eine Ausrede, wie man sich vor der Verpflichtung drücken kann. Da werden plötzlich die schon ins Heim verbannten Eltern oder Verwandten aufgenommen, nur damit keine fremden Leute einziehen können. Doch so leicht lässt sich die Obrigkeit nicht austricksen, und bald hält tatsächlich die ungeliebte und mit großem Misstrauen betrachtete Unterschicht in Gestalt von Immigranten, Obdach- und Arbeitslosen Einzug in das schicke Pariser Wohnhaus. Verlierer und Gewinner prallen aufeinander, und schon geht’s rund. Eine bissige, mit scharfzüngigen Dialogen gespickte Sozialkomödie, die gängige Klischees gegenüber Migranten und sozial Schwachen genüsslich aufs Korn nimmt und eine tolerantere Gesellschaft fordert. Die schrulligen Nebenfiguren und die starken Darsteller runden den Film ab.


PAULA - Mein Leben soll ein Fest sein - 123 min. - Ab 12 J.
Das Drama über das kurze, wilde Leben der Paula Modersohn-Becker zeigt eine lebenshungrige Frau, die gegen alle Konventionen um 1900 herum als Künstlerin arbeitet. Christian Schwochow inszeniert formgewandt und in teils wunderbaren Bildern ein Biopic mit Einblicken in eine spannende Epoche und ins Leben einer Künstlerin, deren Werk bis heute strahlt. Carla Juri in der Titelrolle vibriert förmlich vor Lebensfreude und Lebenslust; ihre spontanen Gesten und Blicke, die manchmal überraschend witzigen Kommentare, die sie mit liebenswerter, leicht rauer Mädchenstimme hinwirft, und ihre ganze entschlossene, aufrechte Haltung machen aus Paula eine intelligente, leidenschaftliche Frau auf der Suche nach Erfüllung, sowohl in der Kunst als auch im Privaten. Dabei war die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert tatsächlich eine wilde Zeit, in der ordentlich die Post abging, auch bei den Frauen und vor allem in der Kunstszene, siehe Käthe Kollwitz, Alma Mahler und natürlich Paulas Freundin, Clara Westhoff. Schwochow hat sich als Regisseur starker, widerspenstiger Frauen etabliert, zu denen sich nun auch die Malerin Paula Modersohn-Becker einreiht. Dabei spiegeln sich im historischen Maler-Biopic ganz moderne Themen wie die Vereinbarkeit von menschlichen Beziehungen und beruflicher Selbstverwirklichung, die auch den Regisseur als Vater ebenso wie als Künstler umtreiben. Aber es geht auch um die Widerstände, gegen die eine Frau ankämpfen muss, egal ob sie heute oder um 1900 in Bremen ihrer künstlerischen Berufung folgen will. Wenn die Freunde Modersohn bedrängen, seine Frau wahlweise an die Kandare zu nehmen oder ins Irrenhaus einzuweisen, dann sind das die erschreckend drastischen Maßnahmen, mit denen Männer früher ihre Vorherrschaft verteidigt haben. Im Kontrast dazu arbeiten die Filmemacher die modernen Aspekte dieser Beziehung heraus. Immer stärker befreit sich auch Otto Modersohn aus den Konventionen seiner Zeit, weigert sich, den Forderungen seiner Freunde nachzugeben, geht auf seine Frau zu, entwickelt sogar die Größe, ihre künstlerische Kraft anzuerkennen und behutsam auf sie einzugehen.

WELCOME TO NORWAY –  91 min. – Ab 6 J.
Eine charmante, schwarzhumorige Komödie mit Schnee und Tiefgang: Es geht um einen verkrachten Hotelier, der sich durch die Unterbringung von Flüchtlingen sanieren will. Regisseur Rune Denstad Langlo ist eine erfreulich ironische und dennoch liebenswerte Geschichte gelungen, die zeigt, wie aus einem Rassisten ein mitfühlender Mensch wird. Die Geschichte ist vollgepackt mit originellen Einfällen und kleinen Nebenstorys, ein unterhaltsamer Film, der mit einem frostigen Willkommen beginnt und in Herzlichkeit endet. Mit viel Witz und Warmherzigkeit gelingt Langlo, der hier in alle Richtungen austeilt und niemanden verschont, ein Stück schwarzhumoriges Kino. Bei manchen Witzen stockt dann auch der Atem und der Humor ist gelegentlich schwärzer als eine sternenlose norwegische Polarnacht. Die Botschaft: Alle Menschen sind gleich, niemand ist besser als der andere, auch ein Flüchtling ist kein Heiliger, und selbst der schlimmste Rassist hat eine menschliche Ader. Vor allem aber beeindruckt der Film durch sein augenzwinkerndes Verständnis für sämtliche Mitmenschen, und das macht ihn sehr sympathisch. Eine wilde und bereichernde Schlittenfahrt auf dem glatten Eis globaler Verwicklungen.

THE SALESMAN – 125 min. – Ab 12 J.
Mit „Nader und Simin – Eine Trennung“ gelang Asghar Farhadi der ganz große Coup: Gold samt zweimal Silber auf der Berlinale, danach obendrein der Oscar. Auch diesmal erweist sich der iranische Regisseur und Autor als grandioser Geschichtenerzähler. Abermals geht es um ein Ehepaar, dem die Harmonie abhanden kommt. Mit enormer Eleganz entwickelt sich dieses clever konstruierte Drama, das durch plausible Figuren sowie exzellente Darsteller überzeugt, und dabei spannend wie ein Thriller ausfällt. Einem obdachlosen Paar wird spontan eine neue Wohnung vermittelt. Alles scheint gut. Merkwürdig nur, dass die Vormieterin ihre Habseligkeiten trotz mehrfacher Aufforderung nicht abholt. Zudem wissen die Nachbarn über die einstige Bewohnerin nur wenig Nettes zu berichten. Emad und Rana kümmert das kaum, sie sind mit einer Theaterprobe  an ihrer Schule beschäftigt. Dann kommt es ganz unvermittelt zu einer Tragödie. Emad gerät dabei, zur wachsenden Beunruhigung seiner Gattin, zunehmend an seine moralischen Grenzen. Wie ihr einstiges Domizil, so bekommt nun auch die bislang harmonische Beziehung höchst bedrohliche Risse. Hier verknüpft Farhadi auf raffinierte Weise das reale Drama um Schuld und Vergebung mit dem parallel stattfindenden Theaterstück „Tod eines Handlungsreisenden“, das seine Protagonisten aufführen. Was bei anderen Filmen leicht zur plumpen Zeigefinger-Metaphorik verkommen könnte, gerät bei Farhadi hier zum unaufdringlichen Kunstgriff der eleganten Art: Atempause in dem enorm spannenden Moral-Thriller zum einen, distanzierter Kommentar zum Geschehen andererseits. Die Konstruktion der komplexen Figuren gelingt mit jener psychologischen Präzision, die das Publikum sofort ergreift, zur Empathie einlädt. Da muss nur minimal an den emotionalen Stellschrauben gedreht werden, schon ändert sich das Bild von Opfer, Täter oder dem selbstgerechten Rächer radikal. Mit diesem makellosen, ebenso ergreifenden wie nachdenklich stimmenden Psycho-Thriller hat Farhadi sich seinen Platz im exklusiven Club der grandiosen Filmkünstler souverän behauptet.

LA LA LAND – 128 min. – Ab 6 J.
Der umjubelte Eröffnungsfilm der Filmfestspiele von Venedig 2016. Im zweiten Film von Regie-Wunderkind Damien Chazelle (Whiplash) wird gesungen, getanzt, und es werden ganz große Gefühle auf die Leinwand gezaubert. Er erzählt von zwei Künstlern, die versuchen, sich in der Glamourwelt Hollywoods zu behaupten. Mit Emma Stone und Ryan Gosling hat Chazelle ein Traumpaar gefunden, das seine Vision lebhaft und emotional überzeugend zu verkörpern vermag. Man merkt dem Film an, mit wieviel Freude und Inbrunst er diese Liebes- und Lebensgeschichte erzählt und sich dabei quer durch die Musical-Historie zitiert. Chazelle arbeitet mit allerlei Gegensatzpaaren, wie Liebe und Karriere, Talent und Erfolg, kommerziellen und ideellen Interessen und lädt uns ein, mit ihm im Musikland (La La Land) zu träumen. Damit hat er sich auch einen eigenen Traum erfüllt und konnte seine Vorliebe für die Musik und das Kino kongenial zusammenführen, wie er in Venedig berichtete. Wenn am Ende des Films die beiden Liebenden nicht zusammenkommen, hält Chazelle dies nicht für ein 'Unhappy End", sondern eher für melancholisch, denn ein Musical sei immer eine Mischung aus Glück und Traurigkeit, die zum Träumen einlädt. Und genau das kann man in diesem Film ganz besonders gut. Kritik und Publikum jedenfalls waren in Venedig einhellig begeistert. Ausgezeichnet mit sechs Oscars 2017.


MEIN BLIND DATE MIT DEM LEBEN – 111 min. – Ab 12 J.
Saliya Kahawatte (Kostja Ullmann) sieht die Welt wie durch ein dickes Milchglas. Doch seine Sehbehinderung soll ihn nicht aufhalten. Er will ein normales Leben führen, Karriere machen und sich verlieben, wie alle anderen auch. Saliya setzt sich in den Kopf, eine gastronomische Ausbildung im Nobelhotel Bayrischer Hof zu machen, obwohl er kaum das Gesicht seines Gegenübers scharf erkennen kann. Der junge Mann stellt sich erstaunlich gut an und überrascht alle, als er den Job tatsächlich an Land zieht. Er beginnt eine tiefe Freundschaft zu seinem Kollegen Max (Jacob Matschenz), der mit ihm alle Lebenslagen im Hotel meistert. Wie richtet man, ohne als Quasiblinder aufzufallen, ein Zimmer her, wie schneidet man die Mortadella, wie mixt man einen Drink? Dann lernt er Laura (Anna Maria Mühe) kennen, und da Liebe bekanntlich erst recht blind macht, stolpert er ungewollt in die heikelsten Situationen. Sein Versteck-Spielchen ist ein fragiles Konstrukt, das jeden Moment bröckeln könnte. Marc Rothemund inszenierte die faszinierende wahre Geschichte von Saliya Kahawatte als schwungvolle Komödie.

TONI ERDMANN - 162 min. - Ab 12 J.
Schon in ihren ersten beiden Filmen hat Maren Ade die Unzulänglichkeiten der Existenz und die Stromschnellen menschlicher Beziehungen mit schmerzlicher Genauigkeit ausgelotet. Doch die Nöte einer jungen, unerfahrenen Lehrerin in »Der Wald vor lauter Bäumen« und der quälende Urlaubszank eines Paares in »Alle anderen« waren nur Fingerübungen im Vergleich zu diesem minuziösen Meisterstück, das bei der Premiere in Cannes mit Standing Ovations gefeiert wurde. Es genügt ein Blick ins Gesicht von Sandra Hüller, um vom Strudel der Gefühle mitgerissen zu werden, diesem alles verschlingenden Mix aus Scham und Wut, Hilflosigkeit und schlechtem Gewissen, als sie in der Hotellobby - ihre Karriere als Unternehmensberaterin hat Ines nach Bukarest geführt - neben Kollegen und Kunden versucht, die Contenance zu wahren, als sie aus dem Augenwinkel ihren Vater (Peter Simonischeck) entdeckt, der sie unangemeldet besucht und dessen unterschwelliges Anliegen es ist, dass seine Tochter befreit wird aus ihrem Käfig der Kälte und Emotionslosigkeit. Am liebsten würde Ines ihn ignorieren. Weil das nicht geht, nimmt sie ihn notgedrungen auf einen Empfang mit, wo er mit Plastiktüte und Zottelklamotten ein wandelnder Affront ist und sie in ihrer ohnehin labilen Situation ständig aus dem Gleichgewicht bringt. Nach einer Abfolge peinlichster Momente bricht der Vater das Katastrophenwochenende ab, nur um in neuer Identität wieder aufzutauchen. Er klemmt sich ein Fastnachtsgebiss in den Mund, setzt eine Zottelperücke auf den Kopf und betritt als schmierige Kunstfigur Toni Erdmann die klinisch reine Businesswelt … und zwingt seine konsternierte Tochter zum Mitspielen. Mit seinem Schabernack macht er die feinen Haarrisse familiärer Verhältnisse und menschlicher Beziehungen sichtbar und entlarvt die Masken aller Umstehenden, bis sie am Ende im wahrsten Sinne des Wortes nackt dastehen. „Bist du überhaupt ein Mensch? Bist du glücklich?" Wie befreit er seine Tochter aus den Fängen einer Business-Welt, die nur noch Zahlen und Kennziffern kennt? Wie finden sie beide aus ihrer Sprachlosigkeit, über Jahre sich fremd geworden? Toni Erdmann "erdet" die künstliche Gesellschaft, der Mann aus der Fremde entfremdet die Figuren von ihrer Entfremdung. Selbst Ines, die eben noch vor Scham im Boden versinken wollte, fühlt sich von ihrem Vater angezogen, fast so, als erkenne sie in seinen Täuschungen ihre eigenen Selbsttäuschungen. Anfangs ist sie die versteinerte Medusa im Olymp der kapitalistischen Helden, dann, unmerklich, in unwillkürlichen Gesten, kehrt ihr Körper ins Leben zurück. Der Körper "weiß" noch etwas, er ist spontane Natur unterm Schuppenpanzer des aschgrauen Businesskostüms. Zwischen Entsetzen und Belustigung feiert sie auf einer Nacktparty schließlich den letzten Akt ihrer Emanzipation. Ines streift die falsche Haut ab, nicht länger ist ihr Körper ein Objekt von Dressur und Selbstbewirtschaftung. Nacktheit ist das wahre Leben im falschen. Endlich ist Ines frei genug, um peinlich zu sein, denn im Kreis von Untoten ist Peinlichkeit ein Zeichen der Freiheit. Dieser große Film fungiert dabei selbst wie ein Toni Erdmann. Das Kunstwerk doubelt seine eigene Figur und macht sich selbst zum Eindringling: In absurder Verkleidung fällt der Film in den Alltag des Publikums ein und spricht lustig über tragische Dinge, über Tod und Vergänglichkeit und die Einsamkeit des ökonomischen Menschen. Wer in Toni Erdmann lacht, der lebt noch. (Thomas Assheuer/Die Zeit).

FLORENCE FOSTER JENKINS - 110 min. - Ab 6 J.
Er hat der „Queen“ ein famoses Kino-Denkmal gesetzt. Nun erzählt Stephen Frears, nicht minder vergnüglich, die wahre Geschichte der schlechtesten Sängerin der Welt. Florence Foster Jenkins heißt die Dame. Ihr Traum: Umjubelte Opernsängerin. Das Problem: Keinerlei Talent. Ihr Vorteil: Viel Vermögen. So mietet Florence kurzerhand die berühmte Carnegie Hall für ein Konzert und kauft sich glänzende Kritiken gleich dazu. Letzteres hat Frears kaum nötig. Er trifft, ganz im Unterschied zu seiner Heldin, jeden Ton perfekt. So komisch die Lachnummer über den Trash-Gesang der selbsternannten Diva ausfällt, bleibt die Würde dieser Lady nie auf der Strecke. Die exzentrische Figur bietet eine Steilvorlage für Meryl Streep, die sie mit sichtlichem Vergnügen zur großartigen Glanzparade nutzt. Stephen Frears gelingt mit seiner amüsanten Hommage an diese ungewöhnliche Diva der nicht ganz leichte Spagat zwischen Lachnummer und würdigem Porträt. Allem Reichtum zum Trotz hatte es die Dame in ihrem Leben keineswegs leicht. In jungen Jahren mit Syphilis infiziert, leidet sie an den gravierenden Spätfolgen. Ihre Klavier-Karriere muss sie deswegen aufgeben. Den großen Traum der Musik lässt sie sich nicht nehmen. Meryl Streep setzt ihr ein wunderbares Denkmal und zeigt hinter der ziemlich exzentrischen Schale den sehr sensiblen Kern. Für Hugh Grant ist diese Rolle des eitlen Frauenhelden natürlich eine gemähte Wiese, dabei selbstmitleidig den gescheiterten Shakespeare-Mimen zu geben, passt bestens zu dem auch in der Realität gerne kokettierenden Briten.

BALLERINA – 90 min. – Ab 6 J.
Ein Mädchen, das aus dem Waisenhaus in der Provinz ausbüxt, will in Paris Tänzerin werden. Weil sie das Herz am rechten Fleck und außerdem die nötige Leidenschaft fürs Tanzen in sich trägt, bekommt sie von einer hinkenden, zum Putzen verdammten ehemaligen Ballerina Unterstützung, und sie profitiert von deren unkonventionellen Trainingsmethoden im Hinterhof. So gelingt es, aus der bretonischen Landpomeranze in kürzester Zeit eine akkurate kleine Tänzerin zu formen. Lebe deinen Traum! Das ist die (einfache) Botschaft dieses französisch-kanadischen Animationsfilms, der mit seiner doch offensiv zur Schau gestellten Selbstverwirklichungsgeschichte sehr amerikanisch wirkt. Das Regieduo Éric Summer und Éric Warin mag es dabei gerne schrill, bunt und wild. Überall lauern Abenteuer und die Ereignisse überschlagen sich. Trotzdem dürfte gerade die junge Zielgruppe Spaß daran haben, denn mit ihrer dynamischen, flotten Erzählung und  den liebenswerten Figuren mitsamt ihrer nachvollziehbaren Probleme lädt die Geschichte an vielen Stellen dazu ein, sich mit den Gedanken und Taten der kleinen Heldin zu identifizieren. Letztlich geht es ja um Mut und Sehnsucht, den Glauben an sich selbst, die Kraft der Freundschaft und einen Platz im Leben zu finden.


TIMM THALER oder Das verkaufte Lachen – 102 min. – Ab 0 J.

Das Lachen eines kleinen Jungen ist einzigartig. So ansteckend und unwiderstehlich, dass es jeden sofort in seinen Bann zieht. Der geheimnisvolle Baron Lefuet schlägt ihm einen ungewöhnlichen Deal vor. Er verspricht Timm, dass er von nun an jede Wette gewinnt. Dafür muss er nur sein Lachen an den Baron verkaufen. Nachdem Timm den Vertrag unterschreibt, merkt er bald, dass es kein schlechter Scherz war. Er gewinnt jede noch so unmögliche Wette und kommt schnell zu Reichtum. Doch bald muss Timm einsehen, dass er ohne Lachen ein unglücklicher Mensch ist. Deshalb möchte er seinen wahren Schatz um jeden Preis zurückhaben, auch seine Freunde wollen den alten Timm zurück! Es ist immer ein Risiko, einen Stoff wie „Timm Thaler“ neu zu verfilmen, gerade wenn das Original, das Ende der 70er Jahre als ZDF-Weihnachtsserie entstand, so ikonisch ist. Den Vergleich kann Andreas Dresens Neuverfilmung dann auch nicht gewinnen, dennoch ist die neue Version ein sehenswerter Jugendfilm, denn Dresen und sein toller Cast (mit deutscher Starbesetzung, auch Jugendschwarm Tommi Ohrner, der damalige Timm, läßt sich einen Gastauftritt nicht nehmen) verfilmen nicht die Serie neu, sondern gehen zurück zur literarischen Vorlage. Eine Neuverfilmung, die zwar in der Vergangenheit angesiedelt ist, jedoch voller zeitgenössischer Bezüge ist. Dass Dresen zudem dem Druck widerstanden hat, seinen Film mit Klamauk (wie in vielen Jugendproduktionen) anzureichern, macht seinen „Timm Thaler“ erst recht zu einem sehenswerten Jugendfilm.