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Der neue grosse Saal sagt hallo!Kinoansicht. S-Bahn Obertürkheim: 200m geradeaus und gleich links sehen Sie mich! Alter Saal.

HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSEREM NEU GESTALTETEN GROSSEN KINOSAAL!
WUNDERSCHÖN NOSTALGISCH. UNBESCHREIBLICH ALTMODISCH.

DAS THEATER FÜR FILM MIT DEM UNWIDERSTEHLICHEN CHARME.
KINO WIE GESTERN IM HEUTE. LASSEN SIE SICH ÜBERRASCHEN.
Mit Filmschätzen aus den Ecken und Nischen der Filmkunstwelt, Kinder- und Jugendprogrammen.
Lehnen Sie sich entspannt zurück in besonderem Ambiente und geniessen Sie den Film Ihrer Wahl.
Und wem ein kleiner Snack nicht reicht, der kann vor oder nach dem Film auch grösser tafeln.
Unsere Gastro "dr Schbruchbeidl" im Haus hat für Sie geöffnet. Sonntag Ruhetag.
Unser Filmprogramm von Montag, 18.5. bis Mittwoch, 27.5.2015.
Weitergehende Spieltage der einzelnen Filme stehen noch nicht fest. Aktualisierung des Programms jeden Montag nachmittag bis zum Mittwoch der Folgewoche.
Wir erstellen unser Filmprogramm wöchentlich! Filme laufen bei uns, aufgrund der Fülle an Filmen, die für uns interessant sind und bei nur zwei Kinosälen,
nicht täglich(!)
innerhalb der Kinowoche (Donnerstag bis Mittwoch), sondern wir zeigen diese über Wochen hinweg immer wieder tageweise.
Wie lange Ihr Wunschfilm noch bei uns im Programm sein wird? Im nachfolgenden Spielplan können Sie von weiteren Vorstellungen eines Films ausgehen, sofern dieser nicht mit einem Stern oder Doppelstern gekennzeichnet ist. Bei den folgenden Kurzcharakterisierungen der einzelnen Filmtitel machen wir jeweils in Worten in weiss
hinterlegter Schrift
eine vorsichtige Einschätzung, wie lange wir den jeweiligen Film noch zeigen werden. Alle diesbezüglichen Angaben sind ohne Gewähr.

WELCHER FILM IN KINOTHEK 1 ...   Beginn    DATUM   WELCHER FILM IN KINOTHEK 2 ... Beginn
ELSER - Er hätte die Welt verändert 20.15 Mo 18.5. DER GROSSE TRIP - WILD 20.15
FRAU MÜLLER MUSS WEG! 20.15 Di 19.5. YALOMS ANLEITUNG ZUM GLÜCKLICHSEIN
20.15
FRAU MÜLLER MUSS WEG! 20.15 Mi 20.5. YALOMS ANLEITUNG ZUM GLÜCKLICHSEIN
20.15
FRAU MÜLLER MUSS WEG! 20.15 Do 21.5. YALOMS ANLEITUNG ZUM GLÜCKLICHSEIN
20.15
FRAU MÜLLER MUSS WEG! 20.15 Fr 22.5. YALOMS ANLEITUNG ZUM GLÜCKLICHSEIN
20.15
ELSER - Er hätte die Welt verändert 20.15 Sa 23.5. HEUTE BIN ICH SAMBA
20.15
STILL ALICE - Mein Leben ohne Gestern 20.15 So 24.5. DER GROSSE TRIP - WILD 20.15
ELSER - Er hätte die Welt verändert
DAS SALZ DER ERDE *
16.30
19.00
Mo 25.5. HEUTE BIN ICH SAMBA
MADAME MALLORY und der Duft von Curry
*
16.30
19.00
IDA *
HONIG IM KOPF
18.15
20.15
Di 26.5. YALOMS ANLEITUNG ZUM GLÜCKLICHSEIN
LA GRANDE BELLEZA - Die große Schönheit **
18.15
20.15
SHAUN DAS SCHAF - Der Film
STILL ALICE - Mein Leben ohne Gestern
ELSER - Er hätte die Welt verändert
15.45
17.45
20.15
Mi 27.5. WINNETOUS SOHN
DER GROSSE TRIP - WILD
HEUTE BIN ICH SAMBA
15.45
17.45
20.15
* VORAUSSICHTLICH LETZTE VORSTELLUNG.     ** LETZTE VORSTELLUNG.


ELSER – Er hätte die Welt verändert –  114 min. – Ab 12 J.
Es haben nur ganze 13 Minuten gefehlt. Wenn am 8. November 1939 Hitler nicht seine Rede im Münchner Bürgerbräukeller etwas früher als geplant beendet hätte, dann wäre Johann Georg Elser wohl als einer der großen Helden des 20. Jahrhunderts in die Geschichtsbücher eingegangen. In emsiger Akribie hat der junge, schwäbische Schreiner über Monate den Bombenanschlag vorbereitet. Aber anstatt die Welt von Hitler zu befreien, schlägt sein Plan fehl und Elser wird verhaftet, gefoltert, gequält und am Ende hingerichtet. Doch wer war dieser Mann? Was trieb ihn an, als Einzelner in einer Zeit nicht abreißender nationalsozialistischer Erfolgsmeldungen Widerstand zu leisten? Diese Fragen bestimmen Oliver Hirschbiegels fein gewobenen Film. Aus den Verhörszenen, die auch für den Zuschauer körperlich an die Schmerzgrenze gehen, springt das Drehbuch von Leonie und Fred Breinersdorfer geschickt zurück in Elsers früheres, von Frauen und Musik bestimmtes Leben. Der Cast ist hochkarätig besetzt, in den Nebenrollen glänzen unter anderem Katharina Schüttler, Burkhart Klaußner und Johann von Bülow. Und Christian Friedel ist als Elser die Idealbesetzung. Ein Mann zwischen Illusionen der unschuldigen Jugend und dem stoischen Attentäter, der entschlossen ist, der Tyrannei des Hitler-Regimes ein Ende zu setzen. Durch den vielschichtigen Blick auf ein komplexes Leben entsteht ein mehrdimensionales Porträt einer einzelnen Person, aber auch das Porträt einer ganzen Epoche, die Deutschland für immer prägen sollte. Mit ELSER setzt Regisseur Oliver Hirschbiegel nicht nur einem bedeutenden Widerständler ein anregendes Denkmal. Der Film zeigt darüber hinaus, dass selbstständiges Denken und das Hinterfragen verfestigter Strukturen zu allen Zeiten möglich ist. Ein lehrreicher, bewegender und wichtiger Film.
Weitere Vorstellungen folgen.

STILL ALICE - MEIN LEBEN OHNE GESTERN – 101 min. – Ab 6 J.
Das Drama basiert auf dem gleichnamigen Roman der US-amerikanischen Neurowissenschaftlerin Lisa Genova. Die Geschichte, in weiten Teilen so wohlgeordnet und vorhersehbar wie unausweichlich, wird eindrucksvoll getragen vom Spiel von Julianne Moore. Wie ihre Alice langsam die Kontrolle einbüßt, wie aus einer betonfest im Leben stehenden Frau nach und nach ein überfordertes, zerbrechliches Wesen wird, das ist auf sehenswerte Weise beklemmend. Die Kamera klebt an Moore, begleitet sie in unaufgeregt langen Einstellungen, gibt zuweilen gar das übliche Wechselspiel aus Schuss und Gegenschuss beim Dialog auf, um ganz bei ihr zu bleiben. Wie sie sich gegen den geistigen Verfall ihrer Krankheit stemmt und versucht, ein Stück Normalität zu bewahren, das wird zu einer herzzerreißenden Performance, die gerade mangels falscher Sentimentalität besonders schmerzt. Der Abschied von der eigenen Identität ist ein leiser Prozess, den die Kranke auf Video bannt, und sich gleichzeitig Anweisungen gibt, was zu tun ist, wenn sie die Krankheit nicht mehr ertragen kann. Die anrührenden Szenen sind sparsam verteilt, das Gespräch zwischen Panik und Scham mit dem Arzt, die bewegende Rede von Alice auf einem Alzheimer-Kongress, die Begegnung mit der jüngsten Tochter, mit der sie trotz schwierigem Verhältnis eine große Nähe verbindet (überzeugend und weit weg vom "Twilight"-Schema: Kristen Stewart). Natürlich geht es um Krankheit, Trauer und Verlust, aber nicht nur. Es geht auch darum, wie Familie und Umwelt mit der komplizierten Situation umgehen, Verständnis oder Unverständnis zeigen. Trotz konventioneller Inszenierung zählt der oscargekrönte Film zu den Dramen der Premiumklasse, die in der richtigen Dosierung von Tragödie und leichtem Humor tiefe Spuren hinterlassen.
Weitere Vorstellungen folgen.

YALOMS ANLEITUNG ZUM GLÜCKLICHSEIN - 77 min. - Ab 6 J.
Wie lebe ich ein glückliches und erfülltes Leben? Wie führe ich eine harmonische Beziehung? Wie kann ich alte Verhaltensmuster durchbrechen und mein eigenes Selbst finden? Der 82-jährige Psychiater und Bestsellerautor Irvin D. Yalom ist der wohl bedeutendste Vertreter der existentiellen Psychotherapie. Sabine Gisiger strukturiert ihr Portrait weitgehend chronologisch über dessen Biographie, die er ganz im Zeichen der Selbsterkenntnis zur Analyse heranzieht. Zur wegweisenden Erfahrung für Yaloms Arbeit wird die eigene dreijährige Teilnahme an psychoanalytischen Sitzungen, die er für sich als effektlos bezeichnet. Sein Fazit: Reines Zuhören und eine anschließende Deutung durch den Therapeuten erzielen keine Erfolge, entscheidend ist zusätzlich eine tiefere menschliche Zuwendung. Er beginnt mit der Einbeziehung philosophischer Aspekte und kommt zu der Erkenntnis, dass existentielle Themen und damit verbundene Probleme für alle Menschen universell gelten - jede/r ist ihnen ausgesetzt – auch der Therapierende. In Folge dessen wird die Unterscheidung zwischen gesund und krank hinfällig. Yalom proklamiert innerhalb therapeutischer Gespräche einen Dialog auf Augenhöhe und empfiehlt allgemein und fortlaufend eine therapeutisch betreute Selbsterkundung für ein zufriedeneres Leben. Irritierend ist der Filmtitel: Die plakative Formulierung passt nicht zu dem, was der Film vermittelt. Hier geht es nicht um aufbereitete Hilfestellung für Glücksucher, sondern Einblicke in Leben und Wirken des Protagonisten.  Die Doku weckt jedenfalls die Leidenschaft, sich und andere besser zu verstehen und inspiriert den Zuschauer dazu, nie die Neugier auf sich selbst zu verlieren, denn dazu ist es nie zu spät!
 Weitere Vorstellungen folgen.

FRAU MÜLLER MUSS WEG! – 89 min. – Ab 6 J.
Der deutsche Schulalltag als Komödie. Frau Müller ist die Klassenlehrerin einer Übergangsklasse. Gymnasium, Real- oder Hauptschule: die weitere Schullaufbahn stellt die Weichen für den Erfolg im Leben. Kein Wunder, dass die Eltern höchst besorgt sind, erst recht nachdem die Noten der Kinder im Keller sind. Für die Eltern liegt das Problem klar auf der Hand: Frau Müller ist schuld am Versagen der Kinder. Ein Elterngespräch wird ausgewählt, um der ungeliebten Pädagogin die harte Wahrheit kurz und schmerzlos beizubringen. Basierend auf dem gleichnamigen Theaterstück von Lutz Hübner verhandelt der Film unzählige Themen, vom Bildungssystem über Vorurteile zwischen Ost und West, vom Übertragungsdruck der Eltern auf die Kinder bis hin zur Verlogenheit des Bildungsbürgertums. All diese Themen greift Sönke Wortmann auf. Wir erleben die Energische, die keine Kompromisse eingeht, ergebnisorientiert, Elternsprecherin; ergänzt durch weitere Stereotypen wie die Verständnisvolle, der Einfühlsame, die Opferbereite und schließlich: die Lehrerin, lebensnah, energisch, selbstbewusst, aber doch empfindsam. In diesem Ensemble sind alle menschlichen Schwächen und Stärken vertreten und kommen unter Stress zum Ausbruch. Ein wahres Gemetzel inszeniert Wortmann dann, der den ach so besorgten Eltern die Maske vom Gesicht zieht und ihren wahren Charakter aufdeckt. Da geht es längst nicht mehr um das Wohl der Kinder, sondern eher um private Eitelkeiten, Vorteilsannahmen und Vorurteile, die im ungünstigen Fall auf die Kinder abfärben und ihr Verhalten im Unterricht mitbestimmen. Wortmann inszeniert dieses Kammerspiel als eloquente Komödie und zeichnet ein punktgenaues und ausgesprochen zeitgemäßes Gesellschaftsporträt, in dem sich jeder wieder finden kann. Besonders erfrischend ist, dass er die Diskussion ums deutsche Schulsystem einmal umdreht und nicht nur den Lehrern die Schuld gibt. Meisterhaft seziert er das zwiespältige Verhalten der Eltern, die hier das Beste für ihre Kinder forden, ihnen das zuhause aber schon lange nicht mehr gewähren. Eine "Komödie über einen Elternabend", die sich als erhellende,  beißende Satire entpuppt über den Druck an den Schulen, der heutzutage auf allen Beteiligten lastet. Weitere Vorstellungen folgen.

"Late Time Cinema" (Filmperlen, die wir eine ganze Zeit nach dem Filmstart aus Kapazitätsgründen erst jetzt zeigen):
LA GRANDE BELLEZA – DIE GROSSE SCHÖNHEIT –  147 min. – Ab 12 J.
Rom sehen … und sterben. So könnte Paolo Sorrentinos neuer Film auch heißen. Er ist der aufregendste kontemporäre Filmemacher Italiens neben Matteo Garrone, sein Film ist eine Liebeserklärung an Rom und eine Verbeugung vor Federico Fellini. Es geht um Rom, um das Sterben, doch vor allem um das Leben, das dem unweigerlichen Sterben vorangeht. Ein paar Tage und Nächte lang begleiten wir den 65 Jahre alten Salonlöwen Jep Gambardella zu Abendgesellschaften der High Society in Rom. Er genießt das süße Leben und toleriert alle so, wie sie sind. Aber mit zunehmendem Alter fällt es ihm schwerer, über die Leere, die hohlen Phrasen und das eitle Geschwätz hinter den glamourösen Fassaden der Schönen und Reichen hinwegzusehen. Jep gehört zwar selbst dazu, behält jedoch genügend Distanz, um sich und die anderen ironisch oder sogar zynisch sehen zu können. Er spürt das Alter, er fürchtet die Leere, trauert den verpassten Chancen und der verplemperten Zeit nach, die er nach seinem ersten und einzigen Roman vor 40 Jahren untätig hat verstreichen lassen, um sich lieber in flüchtige Abenteuer und den Rausch der Oberflächlichkeit zu stürzen. Endgültig aus seiner lässigen und stets allen überlegenen Lebenspose wird der Bonvivant geschreckt, als er erfährt, dass seine erste große Liebe gestorben ist, die ihm einst, vor langen Jahren, ein Lächeln und den ersten Kuss geschenkt hatte. Obwohl er sie seit Jugendtagen nicht mehr gesehen hat, beginnt für den Playboy eine Reise ans Ende der Nacht, eine Suche nach Sinn, in deren Verlauf Sorrentino, der seinen Film mit prallen Bildern und unendlicher Fabulierlust erzählt, auch noch mit dem Italien der Gegenwart abrechnet, mit korrupten Bankern und selbstverliebten Pfaffen, vermeintlichen Sehern und Heilsbringern. Das italienische Gesellschaftsdrama ist der große Gewinner des Europäischen Filmpreises: "...erzählt mitreißend von der Sinnsuche inmitten ewiger Schönheit. Ein grandioser und am Ende beglückender Film über die Erfahrungen, die man mit anderen Menschen teilen kann, wenn man auf sein Leben zurückblickt. Eine neue, zeitgemäßge Version von Fellinis 'La Dolce Vita'.
Letzte Vorstellung.

"Late Time Cinema" (Filmperlen, die wir eine ganze Zeit nach dem Filmstart aus Kapazitätsgründen erst jetzt zeigen):
IDA – 82 min. – Ab 6 J.
Polen 1962. Die 18jährige Novizin Anna (Agata Trzebuchowska) bereitet sich auf ihr Gelübde vor. Bevor sie dieses ablegen darf, stellt die Äbtissin die als Waise aufgewachsene Anna vor eine überraschende Aufgabe: Sie soll ihre letzte verbleibende Verwandte treffen. Das Aufeinandertreffen des behütet aufgewachsenen, religiösen Mädchens und der merkwürdig mondänen wie parteitreuen Richterin wird das Leben beider Frauen verändern. In eindrücklichen Schwarz-Weiss-Bildern, still und intensiv, erzählt Regisseur Pawel Pawlikowski von zwei Frauen, denen das Vergessen nicht gelingt. Seine filmische Annäherung an die bis heute mit Schweigen belegte Gemengelage aus Antisemitismus, Katholizismus und Kommunismus ist mit dem Oscar 2015 als Bester Fremdsprachiger Film ausgezeichnet worden, und er ist zu Recht der grosse Gewinner des Europäischen Filmpreises 2014. Voraussichtl. letzte Vorstellung.


DER GROSSE TRIP – WILD  – 116 min. – Ab 12 J.
Im Sommer 1995 entschließt sich Cheryl Strayed, den 2000 km langen Pacific Crest Trail von Kalifornien bis nach Oregon zu wandern. Trotz aller Widrigkeiten – Wetter, Hunger, geringe Wandererfahrung – hofft sie, dadurch etwas zu bewältigen: Die innere Blockade. Den Wunsch, einfach aufzugeben. Und eine schmerzvolle Vergangenheit, in der sie Fehler beging. Und zuviel verloren hat. Es ist eine wahre Geschichte, die der Regisseur Jean-Marc Vallée hier erzählt. Geschickt lässt das auf dem gleichnamigen Bestseller von Cheryl Strayed basierende Drehbuch von Nick Hornby Cheryl während ihres langen Weges immer wieder zurückgehen in ihrer Erinnerung. Ob Kindheitserlebnisse, Liebhaber, eine Ehe, die durch Fremdgehen in die Brüche ging, Freundschaften oder die Heroinabhängigkeit, all diese Erfahrungen bindet der Film organisch ein in die Rahmenerzählung des strapaziösen Wegs. So reflektiert der Film eine äußere, aber auch eine innere Reise, die den Zuschauer in jedem Moment und in jedem großartig eingefangenen Bild gefangen nimmt. Dies geschieht auch dank der grandiosen Darstellerleistung von Reese Witherspoon, die auch als Produzentin hinter dem Film steht und die Rolle der Cheryl mit all ihren körperlichen Herausforderungen annimmt und meistert. Stück für Stück wird Cheryls Geschichte offenbart, ihre Ängste, ihre Wünsche, die Trauer um ihre Mutter. Und am Ende der Reise erinnert sich der Zuschauer wieder an das Zitat von Emily Dickinson, das wie ein Leitmotiv über der Geschichte steht: "Wenn dein Mut sich dir verweigert, übertriff deinen Mut!" Ein kraftvoller, berührender und überwältigender Film über das Überwinden von Grenzen, und die Chance auf einen Neuanfang am Ende des Weges. Weitere Vorstellungen folgen.
HONIG IM KOPF - 139 min. - Ab 6 J.
Das Motiv der Reise zieht sich ebenso wie ein roter Faden durch das Filmschaffen von Til Schweiger wie das Zueinanderfinden verwandter Seelen. In "Knockin' on Heaven's Door" wurde zwei Todkranken der letzte Wunsch erfüllt, einmal das Meer zu sehen. "Barfuss" schickte einen verantwortungslosen Hallodri und eine Selbstmordkandidatin auf gemeinsame Reise. In "Schutzengel" musste ein ehemaliger SEK-Soldat ein Mädchen vor Killern retten. "Honig im Kopf" setzt die Tradition fort und verbindet die Roadmovie-Elemente mit den Impressionen unkonventioneller Familienkonstellationen, wie sie in "Keinohrhasen" oder den "Kokowääh"-Filmen im Mittelpunkt standen: Eine Elfjährige, gespielt von Schweigers Tochter Emma in ihrer dritten Filmhauptrolle, büchst mit ihrem an Alzheimer erkrankten Großvater, souverän verkörpert von Dieter Hallervorden, von Zuhause im Norden Deutschlands aus, um ihn mit nach Venedig zu nehmen, wo er einst die Liebe seines Lebens kennengelernt hatte. Til Schweigers Arbeit ist die eines Romantikers ebenso wie eines überzeugten Dickkopfs, der nicht einsieht, seine Filme auch nur einen Deut anders zu machen, als er es für richtig hält. Damit bietet er Reibungsflächen, in diesem Film mehr denn je, aber dafür liebt ihn sein Publikum auch, das ihn mit mehr als 20 Millionen verkauften Tickets für seine Filme zum erfolgreichsten deutschen Filmemacher gemacht hat. So wie die Figuren, die er in seinen Filmen spielt, in diesem Fall der erfolgreiche Geschäftsmann Niko, macht der Filmemacher Til Schweiger aus seinem Herzen keine Mördergrube, wenn er mit seiner Art auch anecken mag: So variiert er bekannte Motive zu einer sehr persönlichen, manchmal etwas undisziplinierten Komödie mit ernsten Untertönen, die unmittelbar auf Herz und Bauch zielt. Nicht jede Episode in diesem ausufernden Trip ist ein Volltreffer, aber es ist unmöglich, nicht berührt zu werden von diesem über zweistündigen Ritt, der doch nur eines will: dass die Menschen zusammenfinden und Schweigers ungebrochenes Vertrauen in die Macht der Liebe spiegelt. (kino.de). Weitere Vorstellungen folgen. Nur noch kurze Zeit.

HEUTE BIN ICH SAMBA  – 119 min. – Ab 12 J.

Mit ihrer 2011 realisierten Komödie „Ziemlich beste Freunde“ haben die Franzosen Éric Toledano und Olivier Nakache grandiose Erfolge in zahlreichen Ländern feiern können. Ihr Nachfolgewerk „Heute bin ich Samba“ fällt komplexer und ernsthafter aus, ohne in Betroffenheitsrhetorik abzudriften, Themen wie Immigration und Integration werden ebenso gestreift und ausgelotet wie Identitätskrisen oder die Grenzen sozialen Engagements. Samba Cissé (Omar Sy) ist ein Bürgerkriegsflüchtling aus dem Senegal, der seit über zehn Jahren in Paris lebt. Und seitdem er in Frankreich lebt, tut er dies unter wechselnden Namen, denn er hat keine Papiere, die es ihm erlauben, zu arbeiten. Samba ist dabei eine ehrliche Haut. Er verhält sich anständig, würdevoll und erschleicht sich keine Genehmigungen. Trotzdem muss er, um sein Überleben zu sichern, bestimmte Tricks anwenden, vor allem ist er gezwungen, immer wieder neue Identitäten und falsche Namen anzunehmen. Durch die Begegnung mit der ehrenamtlichen Sozialarbeiterin Alice (Charlotte Gainsbourg) nimmt sein Leben eine neue Wendung. Fernab von Klischees schafft es der Film, den Zuschauer in den Bann seiner komplexen Geschichte zu ziehen, stets in der Balance zwischen ernsthafter, ungeschönter Lebenswirklichkeit von Flüchtlingen und den allgemeinen universellen menschlichen Lebensgefühlen, Widrigkeiten und Befindlichkeiten, die dem Leben Kraft und Würze geben. Ein warmherziger Film mit hoffnungsvoller Botschaft, der berührt und nachdenklich macht und zur richtigen Zeit kommt. Weitere Vorstellungen folgen.
DAS SALZ DER ERDE - 110 min. - Ab 12 J.
Das Werk des weltberühmten brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado ist geprägt von Empathie. Wie kein anderer legt er Zeugnis ab vom menschlichen Leid. Seine rauen Schwarz-Weiß-Bilder von den Krisengebieten der Erde gingen um die Welt. Die Filmemacher Wim Wenders und sein Koregisseur Juliano Ribeiro Salgado fahren die filmischen Mittel klug auf ein Minimum zurück und stellen das beeindruckende Lebenswerk des Meisters der Sozialfotografie in den Mittelpunkt. Eine Hommage, für die die Filmemacher in Cannes mit minutenlangen Ovationen gefeiert wurden. Sie lassen die Fotos für sich sprechen, die mehr erzählen als tausend Worte, und den Fotografen zum Zuschauer: Aus einem "dark room" heraus mit Hilfe eines halbdurchlässigen Spiegels gefilmt, wird in das Gesicht des Künstlers überblendet, spricht Salgado aus seinen Bildern heraus in die Kamera. Ein intensives, intimes Erleben. Als Glücksfall erweist sich dabei das rhetorische Talent des 70jährigen Brasilianers, der so unterhaltsam wie nachdenklich und kurzweilig seine Werke kommentiert, mit denen er der Menschheit seit über dreißig Jahren einen Spiegel ihrer Abgründe vorhält. Juliano Ribeiro Salgado begleitete den Vater bei seinen letzten Reisen, die Vater-Sohn-Beziehung verleiht der Doku eine weitere Dimension. Die Fotos der Reisen ins Herz der Finsternis wählten Wenders und Salgado gemeinsam aus. Salgados fotojournalistische Arbeit ist geprägt von Mitgefühl und Humanismus. Er lebte mit den Menschen, die er fotografierte, ließ ihnen ihre Würde und gab ihnen eine Stimme, drei Jahrzehnte lang, bis er selbst seine Belastungsgrenze überschritten hatte. Nach einer Pause erfand sich der Mann, der nie die Kamera aus der Hand legt, neu, fotografierte Pflanzen und Tiere, entdeckte bedrohte, vergessene Landschaften. Nachdem er lange Chronist des Elends war, richtete Salgado jetzt den Blick auf die Schönheiten und Wunder der Erde, begann sein Tribute to the Earth-Projekt "Genesis". Und gründete, gemeinsam mit seiner Frau Lélia, das ökologische Instituto Terra auf der brasilianischen Ranch der Familie, wo der durch Abholzung zerstörte Regenwald nach und nach wieder aufgeforstet wird. Salgado bei den Prozessen, die seine Arbeit ausmachen, zuzuschauen, seinen Überzeugungen zuzuhören, teils unterlegt mit Ethno-Rhythmen, die gut zu den Bildern passen, die Kraft zu spüren, die sie ihn gekostet haben, das gehörte zu den intensivsten Kino-Erfahrungen, die 2014 in Cannes zu machen waren.
Voraussichtlich letzte Vorstellung.
MADAME MALLORY UND DER DUFT VON CURRY - 122 min. - Ab 6 J.
Eine aus der Heimat ausgewanderte indische Familie verschlägt es in ein verschlafenes französisches Dörfchen, in dem jedes Frankreich-Klischee quicklebendig ist und von seinen stolzen Einwohnern Tag für Tag aufs Neue zelebriert wird. Hier setzt sich Papa in den Kopf, ein indisches Restaurant auf der gegenüberliegenden Straßenseite eines piekfeinen, mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Edelrestaurants zu eröffnen. Die Restaurant-Chefin Madame Mallory (Helen Mirren) ist außer sich über das indische Restaurant Maison Mumbai  auf der anderen Straßenseite. Jetzt heißt es: Haute Cuisine gegen orientalische Gewürzvielfalt. Tandoori Huhn in Saint-Antonin-Noble-Val? Nicht mit Madame Mallory. Ein Kleinkrieg zwischen Gourmetrestaurant und Maison Mumbai beginnt. - Wohlfühlkino ist eine Disziplin, die wenige so gut beherrschen wie Altmeister Lasse Hallström und die er selten meisterlicher bedient hat als in "Chocolat" im Jahr 2000, der mit etwas mehr als drei Millionen Besuchern immer noch der erfolgreichste Film des schwedischen Regisseurs in den deutschen Kinos ist. Wie Hallström ländliche französische Lebensart wie aus dem Bilderbuch sorgfältig vermengte mit der Magie betörend angerührter Köstlichkeiten, das traf einen Nerv beim damaligen Publikum. Beinahe die identische Mixtur serviert der Schwede in seiner Verfilmung des Bestsellers von Richard C. Morais, für die er die Rückendeckung von Steven Spielberg und Oprah Winfrey erhielt. Erneut plädiert der schwedische Regisseur Lasse Hallström auf unterhaltsame Weise für Toleranz, Lebensfreude und Menschenwürde. Gleichzeitig ist sein Feel-Good-Movie nach dem Bestseller „The Hundred-Foot Journey“ von Richard Morais ein inspirierendes Fest für alle Sinne. Sein Clash-of-Cultures sprüht nur so vor kulinarischem Genuss, der selbst Vorurteile besiegt. Der Kochkrieg zwischen den beiden Parteien steht im Mittelpunkt dieses wunderschönen kulinarischen Kinostücks. Dass Koch Hassan von Madame Mallorys Chefköchin Marguerite noch Tipps aus der französischen "Haute Cousine" bekommt und sich prompt in sie auch verliebt, verschärft das köstliche Durcheinander der Kulturen und Küchen. Ein mit leichter Hand inszeniertes Integrationsstück mit kulinarischen Kochwettkämpfen und romantischen Verwicklungen. Oscar-Preisträgerin Helen Mirren glänzt in dieser charmanten Liebeserklärung an den unverfälschten Geschmack und beweist erneut, dass sie nicht umsonst als eine der größten Schauspielerinnen Hollywoods gilt. 
Voraussichtlich letzte Vorstellung.
SHAUN DAS SCHAF – Der Film –  85 min. – Ab 0 J.
Alltag auf dem Bauernhof, tagein tagaus das Gleiche: früh aufstehen, auf die Weide getrieben werden, nicht auszuhalten! Als das Schaf Shaun auf einem vorbeifahrenden Bus eine Urlaubswerbung sieht, wünscht auch er sich einen Tag Auszeit. Schlau ersinnt er einen Trick, wie er den Bauern ausschalten kann, um mit seinen Schafsfreunden einen tollen Tag im Wohnzimmer des Bauernhauses verbringen zu können. Doch das Unheil nimmt seinen Lauf, und es verschlägt sie vom geliebten heimatlichen Hof in die Großstadt. Auf ihrer abenteuerlichen Reise lernen die Freunde, dass wir manchmal das Wichtigste im Leben vergessen: Die Dinge, die wir haben, und die Menschen, die uns lieben, zu schätzen. Die Story ist abwechslungsreich erzählt, rasante Verfolgungsjagden wechseln sich mit ruhigen Momenten ab, die Gags sind mit präzisem Timing perfekt gesetzt. Die ausgefallene Bildsprache mit immer wieder originellen Einfällen beweist, dass Worte hier vollkommen unnötig sind. Sorgfältig wurde bei der Erarbeitung der Knettrickanimation auf jedes Detail geachtet, diese Hingabe der Macher ist in jeder Minute spür- und sichtbar. Unter der Regie von Richard Starzak und Mark Burton wurde der Film in Stop-Motion, der bewährten Handschrift von Aardman Animations (Chicken Run), hergestellt. Bei dem Familienspaß sind neben dem weltberühmten, aus dem Oscar-Hit "Wallace & Gromit - Unter Schafen" bekannten Titelheld auch Hund Bitzer, die Herde, der Bauer, und ganz viel Knete mit von der Partie. Also nichts wie raus aus dem Stall, ab auf die Leinwand! Ein verwegen-abenteuerliches Roadmovie mit dem berühmtesten Schaf der Filmgeschichte.
Weitere Vorstellungen folgen.

WINNETOUS SOHN –  91 min. – Ab 0 J.
Max ist ein Indianer-Fan, seitdem er denken kann. Eigentlich sogar, seitdem er auf der Welt ist. Denn da hängte ihm sein Vater, ein Musiker und Freigeist, eine Adlerfeder um den Hals und beschwor ihn, sich der Indianerehre immer würdig zu erweisen. Nun ist Max zehn, sein Vater macht irgendwo Musik, seine Mutter ist im Dauerstress und das Einzige, was dem kleinen, etwas rundlichen Jungen bleibt, ist die Liebe zu den Indianern. Daher freut er sich auch immer, wenn seine Mutter ihn ins Indianer-Camp bringt. Anders als Morten, der Indianer nicht mag und Angst vor Pferden hat. Als die Karl-May-Festspiele die Rolle von Winnetous Sohn neu vergeben, weiß Max: Das ist seine Chance, zu beweisen, wie viel Indianer wirklich in ihm steckt. Und dass niemand anderes als er ein würdiger Sohn Winnetous ist. WINNETOUS SOHN ist der erste Film, der im Rahmen der Initiative "Der Besondere Kinderfilm", die sich für originäre Erzählstoffe einsetzt, gefördert wurde. Und bei all den Casting-Shows, die zur Zeit das Fernsehen und überhaupt die Medien beherrschen, wirkt diese Geschichte nicht nur sehr erfrischend, sondern auch sehr unterstützenswert. Denn Max sieht nun einmal nicht aus wie die Idealvorstellung eines jungen sportlichen Indianers. Doch, und das verdankt der Film unter anderem auch dem beherzten Spiel des Hauptdarstellers Lorenzo Germeno, der Junge hat alles, was es braucht, um Träume in die Wirklichkeit umsetzen zu können: Mut, Köpfchen und das Herz auf dem rechten Fleck. Auch die anderen Schauspieler sind gut gecastet, die Spielfreude ist allen anzusehen, unterstützt von einem Drehbuch, das geschickt die Balance hält zwischen lustigen und berührenden Momenten. Ein großes Filmvergnügen schon für junge Zuschauer. Ein Film, der Mut macht, an seine Träume zu glauben. Und der die positive Botschaft verkündet, dass man sich immer trauen sollte, anders zu sein. Denn normal ist langweilig und macht lange nicht soviel Spaß!
Weitere Vorstellungen folgen. Nur noch kurze Zeit.

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