ButtStartseite

Der neue grosse Saal sagt hallo!Kinoansicht. S-Bahn Obertürkheim: 200m geradeaus und gleich links sehen Sie mich! K2
                                            
Unser Programm von Montag, 24.9. bis Mittwoch, 3.10.2018:

Welcher Film in  KINOTHEK 1 ... Beginn DATUM Welcher Film in  KINOTHEK 2 ... Beginn
MAMMA MIA - HERE WE GO AGAIN 20.15
Mo 24.9. SWIMMING WITH MEN 20.15
PAPST FRANZISKUS - Ein Mann seines Wortes
20.15 Di 25.9. TANZ INS LEBEN 20.15
Stuttgarter Ballett  John Crankos ONEGIN
19.30 Mi 26.9. ***3 TAGE IN QUIBERON 19.30
NEU SAUERKRAUTKOMA
20.15 Do 27.9. NEU DEINE JULIET 20.15
303
20.15 Fr 28.9. SWIMMING WITH MEN 20.15
NEU HOTEL TRANSSILVANIEN 3  Ein Monster Urlaub
PAPST FRANZISKUS - Ein Mann seines Wortes
NEU GRÜNER WIRD´S NICHT, sagte der Gärtner und flog davon
15.00
17.30
20.15
Sa 29.9. TANZ INS LEBEN
CANDELARIA - EIN KUBANISCHER SOMMER
NEU EIN DORF ZIEHT BLANK
15.00
17.30
20.15
*HOTEL TRANSSILVANIEN 3  Ein Monster Urlaub
Stuttgarter Ballett  ***John Crankos ONEGIN
SAUERKRAUTKOMA
15.00
17.30
20.15
So 30.9. **TANZ INS LEBEN
DIE FARBE DES HORIZONTS
DEINE JULIET
15.00
17.30
20.15
GRÜNER WIRD´S NICHT, sagte der Gärtner und flog davon 20.15
Mo 1.10. EIN DORF ZIEHT BLANK 20.15
PAPST FRANZISKUS - Ein Mann seines Wortes
SAUERKRAUTKOMA
18.00
20.15
Di 2.10. **CANDELARIA - EIN KUBANISCHER SOMMER
DEINE JULIET
18.00
20.15
*MAMMA MIA - HERE WE GO AGAIN
GRÜNER WIRD´S NICHT, sagte der Gärtner und flog davon
303
14.30
17.15
20.00
Mi 3.10. **DIE FARBE DES HORIZONTS
EIN DORF ZIEHT BLANK
**SWIMMING WITH MEN
14.30
17.15
20.00
* NUR NOCH KURZE ZEIT  |   ** VORAUSSICHTLICH LETZTE VORSTELLUNG.  |    *** LETZTE VORSTELLUNG.   |   ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR!
Wie zeigen jeweils die deutsche Fassung (2D), wenn nicht anders angegeben.  |  OF=Originalfassung  | OmU=Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Zu Ihrer Information: Filmtheater erstellen ihr Filmprogramm in der Regel von Woche zu Woche. Jeden Montag nachmittag ab ca. 14 Uhr können Sie unser Programm für die nächsten zehn Tage einsehen. Informieren Sie sich bitte taggenau: Aufgrund der Fülle an Filmen, die für uns interessant sind und bei nur zwei Kinosälen zeigen wir diese nicht täglich (!) innerhalb der Kinowoche (Donnerstag bis Mittwoch), sondern vielmehr über Wochen hinweg immer wieder tageweise.
Sie können von weiteren Vorstellungen eines Titels ausgehen, wenn dieser ohne Stern versehen ist.
Alle diesbezüglichen Angaben sind ohne Gewähr.

Unsere diese Woche neu einsetzenden Filme, kurz vorgestellt: (Quellen u.a.: programmkino.de/kino.de)

SAUERKRAUTKOMA – 97 min. – Ab 12 J.
Eine Mordsgaudi mit schrägem Witz, einem Hauch Anarchie und subversiven Charme garantiert auch der fünfte bayerische Heimatkrimi nach der Vorlage von Bestsellerautorin Rita Falk. Maibaumschändung, Sauerkrautüberdosis, verpatzte Heiratsanträge, für Sebastian Bezzel als Franz Eberhofer schwerste Heraus-forderungen. Dem stets lässig, grantelnden  Dorfsheriff  kommt eine Zwangs-Beförderung ins ungeliebte München in die Quere. Für ihn der Overkill. Dass im alten Opel Admiral seines Hippie-Vaters eine Leiche im Kofferraum auftaucht, ist da fast schon ein Segen. Weniger glücklich macht ihn Lisa Potthof als seine langjährige On-Off-Freundin Susi. Die wünscht sich nun definitiv einen Heiratsantrag und Nachwuchs. Die derzeit erfolgreichste Bayernfilmreihe enttäuscht erneut keine Sekunde. Der gebürtige Garmischer Sebastian Bezzel, als stets etwas launischer Anti-Held,  ist dabei zwar nach wie vor der unbestrittene Sympathieträger des herrlichen Kultfilms. Aber seine Susi holt rasant auf. Und natürlich wär alles nix ohne die Oma, den Birkenberger und überhaupt die ganze restliche, wunderbare Bagage. Und wie schwärmt das bayerische Urgestein und Rebell Hans Söllner von seinem Gspusi „Edeltraut, Edeltraut, du hast a sauguats Gras obaut“. Über so eine Schwiegertochter würd sich natürlich auch Eberhofers Hippievater freuen. Erneut begeistert das brillante österreichisch-bayerische Dreamteam mit unwiderstehlich, derber Herzlichkeit.

GRÜNER WIRD´S NICHT, SAGTE DER GÄRTNER UND FLOG DAVON – 116 min. – Ab 6 J.
Zu Gärtner Georgs Geldsorgen gesellen sich familiäre Probleme. Die Ehefrau verhält sich sonderbar. Die Tochter möchte lieber Kunst studieren, als den Betrieb zu übernehmen. Noch immer mimt Schorsch (Elmar Wepper) verzweifelt den Patriarchen. Wenn es Probleme gibt, flieht er gern in seinen roten Doppeldecker und fliegt den irdischen Sorgen davon. Als ein Gerichtsvollzieher den geliebten Flieger beschlagnahmen möchte, setzt sich Schorsch spontan in seinen Kiebitz und startet den Propeller. Der tollkühne Mann in seiner fliegenden Kiste wird alsbald von einem grellen Warnton auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Der Tank ist leer, mit einer sauberen Notladung rettet sich der Pilot auf einen Acker. Bei dessen Besitzer, einem seelenverwandten Landwirt, findet Schorsch Verpflegung, Verständnis sowie Benzin, schließlich will er mit seinem Kiebitz noch bis zum Nordkap fliegen! Oscar-Besitzer Florian Gallenberger kann sich bei seinem fliegenden Roadmovie quer durch die Republik  nach dem gleichnamigen Roman des Kabarettisten und Schauspielers Jockel Tschiersch auf ein exzellentes Ensemble verlassen. Allen voran Elmar Wepper, der in dieser luftigen Tragikomödie mit leinwandpräsenter Lässigkeit vom mürrischen Saulus zum empathiefreudigen Paulus mutiert. Einmal mehr präsentiert sich der einst als Serien-Mime unterforderte, von Doris Dörrie für die Leinwand schließlich wachgeküsste Schauspieler in der (Kirsch)Blüte seiner Karriere. Eine liebevolle Komödie über unerfüllte Träume, mutige Entscheidungen und die Kraft des Herzens, grosse Hürden zu überwinden. In weiteren Rollen: Emma Bading, Monika Baumgartner, Dagmar Manzel, Ulrich Tukur.

EIN DORF ZIEHT BLANK – 110 min. – Ab 6 J.
Georges Balbuzard (François Cluzet), Bürgermeister einer winzigen Gemeinde in der Normandie und nebenher Landwirt, beschwört die „rissigen, erdigen Hände der Bauern“ und meint: „Jahrhundertelang ernährten wir das Land und jetzt verhungern wir!“ Mit derlei Ansprachen will er den Kampfgeist der ansässigen Bauern wecken und den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft anstacheln. Schließlich darben die örtlichen Bauern allesamt am maroden Zustand der Landwirtschaft und leben mit Schulden bei der Bank und drohenden Landenteignungen im Nacken von der Hand in den Mund. Die ziemlich letzte Chance sieht der politische Landwirt in einem Deal mit dem New Yorker Starfotografen Newman (Toby Jones), der für Massenaktfotos bekannt ist, bei denen er hunderte nackte Menschen in bestimmten Kulissen inszeniert. Der Fotokünstler schlägt zufällig in der Gemeinde auf, wo er sein neuestes Foto mit den ansässigen Dörfler/innen schießen will. Da seine Werke um die Welt gehen, wäre das eine Möglichkeit, auf die Lage der örtlichen Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Doch von dieser anrüchigen Angelegenheit, schliesslich sollen sich die Dörfler die Hüllen fallen lassen, muss Balbuzard die Leute erstmal überzeugen. Dass der Film nie langweilt, liegt allein schon an den zahlreichen, gut geschriebenen Dialogen, die das Ensemble lebendig rüberbringt. Bis in die Nebenfiguren hinein bleibt es glaubwürdig, menschlich, sozusagen gehaltvoll. In erster Linie liefert die sozial engagierte Komödie Unterhaltung mit einem gesellschaftlichen Anliegen. Die Figurenskala reicht von „verbittert“ über „erzkonservativ“ und „eifersüchtig“ bis hin zu „hoffnungsvoll“, „pragmatisch“ oder „tatkräftig“. Bestes, altmodisches französisches Genrekino, eine leichte und herzerwärmende französische Feelgood-Komödie, die im Kern auch gesellschaftliche Themen anspricht und diese augenzwinkernd in die Geschichte einwebt.

DEINE JULIET – 124 min. – Ab 12 J.
Die Filmadaption beruht auf dem gleichnamigen Briefroman von Mary Ann Shaffer, welcher 2008, wenige Monate nach dem Tod der Autorin, veröffentlicht wurde. Regisseur Mike Newell („Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) schildert in seiner Mischung aus Liebesfilm und Kriegsdrama stilsicher das Schicksal einer jungen, erfolgreichen Autorin, deren Leben durch den Brief eines Fremden gehörig durcheinandergewirbelt wird. „Deine Juliet“ ist dabei nicht bloß ein leidenschaftliches Plädoyer für die Kraft des geschriebenen Wortes, sondern auch eine Erzählung über die Folgen des Zweiten Weltkriegs. Newell bringt diese beiden Elemente überzeugend unter einen Hut, seine hochkarätige Besetzung übernimmt den Rest. Stilsicher und ohne Effekthascherei inszeniert Newell sowohl niederschmetternde Momente wie jenen, in dem eine Mutter vom Verlust ihrer Tochter erfährt, als auch amüsante Frauengespräche zwischen Juliet und ihrer Freundin Isola, die absolut alles über Juliets Männergeschichten wissen will. Auch das zurückhaltende Kennenlernen zwischen der Autorin und dem alleinerziehenden Dawsey gerät zunächst angenehm unaufgeregt und besteht lediglich aus verspielten Blicken und kurzen Berührungen. Doch es stehen die Figuren und ihre mitunter sehr traurigen Schicksale im Mittelpunkt. Wie der Zweite Weltkrieg die Inselbewohner hat zusammenrücken lassen, das ist das Herzstück der Erzählung auf der einen Ebene, die andere Ebene zeigt das Gemeinschaftsstiftende des geschriebenen Wortes: Literatur kann Menschen zusammenbringen, sie kann Begeisterung schaffen. Und manchmal kann sie sogar Leben retten! Eine geschmackvolle Verfilmung eines vielschichtigen Romans.

HOTEL TRANSSILVANIEN 3 – EIN MONSTER-URLAUB – 98 min. – Ab 6 J.
Chillen auf dem Traumschiff! Im dritten Kapitel der quirligen Animationsreihe um Hotelbesitzer Dracula verschlägt es den liebenswerten Blutsauger und seine Monster-Freunde auf eine Kreuzfahrt, die romantische Gefühle aufkommen lässt: Der verwitwete Blutsauger sehnt sich nach einer Frau an seiner Seite. Mit Augenzwinkern und viel Herz geht es im dritten Teil der Animationsreihe einmal mehr um Familie und Liebe. Trotz sympathischer Toleranzbotschaft und einiger origineller Auflockerungen (Stichwort: Knoblauch) ist die zentrale Monster-Menschen-Romanze zwischen dem Fürsten der Finsternis und der Kreuzfahrtschiffskapitänin allerdings auch eines der weniger gelungenen Elemente des Films, der im zweiten Drittel einige Längen aufweist.

Aktuell im Programm: (Quellen: programmkino.de/kino.de/epd-film)

Stuttgarter Ballett: John Crankos ONEGIN - 96 min. – Ab 0 J.
Seit 50 Jahren wird das Handlungs-Ballett "Onegin" in Stuttgart aufgeführt. John Cranko und das Stuttgarter Ballett sind damit weltberühmt geworden. Weit über 600 Vorstellungen gab es in Stuttgart bis heute. Mit seiner Choreographie zu Onegin, dem weltweit erfolgreichsten Handlungsballett in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sicherte sich John Cranko seinen Platz im Pantheon der größten Choreographen unserer Zeit. Zum 50. Jubiläum ist Crankos Meisterwerk nun in hochkarätiger Besetzung erstmals im Kino zu sehen. Treffsicher und nachvollziehbar hat Cranko Alexander Puschkins berühmten Versroman Eugen Onegin in Tanz verwandelt. Aus Klavierstücken, Opernthemen und symphonischen Dichtungen Tschaikowskis erschuf Kurt-Heinz-Stolze eine maßgeschneiderte Ballett-Partitur, die dieses Cranko-Meisterwerk auch musikalisch einzigartig macht. Am 27. Oktober 2017 stand nun sogar die einstige Primaballerina Marcia Haydée wieder auf der Bühne, wenn auch nur in der Nebenrolle der Amme: „Ich wurde gefragt, und zu Stuttgart kann ich nie 'Nein' sagen“, schmunzelt sie. Was macht die Faszination dieses Balletts aus? Ballettintendant Reid Anderson, der mit einem langen Gala-Abend im Opernhaus Stuttgart am Sonntag, 22.7.2018 für 22 Jahre Intendantentätigkeit mit Auszeichnungen verabschiedet wurde, ist bis heute jedes Mal ergriffen, wenn er den letzten gemeinsamen Tanz von Onegin und Tatjana sieht. Ein Pas de Deux voller Eleganz und Leidenschaft. Technisch höchst anspruchsvoll beginnt er ganz zart und langsam und steigert sich zu einem emotionalen Gefühlssturm. Was das für die Tänzer bedeutet, weiß Anderson. Er selbst hat die Rolle des Onegin oft getanzt. Er sei danach oft völlig erschöpft gewesen. "Manchmal bin ich von der Bühne gegangen und habe mich einfach in den Kulissen hinlegen müssen, um zu atmen - Krämpfe überall." Wohl ist es auch dieser besondere Cranko-Zauber, der dem Stück immer noch inne wohnt und die Faszination dieses Balletts ausmacht. Eine brillante Choreographie, eine Geschichte über Liebe, Leidenschaft, Freundschaft und Verzweiflung, die auch heute noch jeder nachfühlen kann, fesselnde Musik und prachtvolle Kostüme. „Onegin“ erzählt die Geschichte des blasierten Großstädters Onegin, der der jungen, in ihn verliebten Tatjana eine Abfuhr erteilt und Jahre später, als er verzweifelt um eine zweite Chance bittet, selbst von Tatjana zurückgewiesen wird, obwohl sie ihn immer noch liebt. Alicia Amatriain brilliert als Tatjana, Friedemann Vogel als "elegantester, elegischster Onegin aller Zeiten" (Südwest Presse). Friedemann Vogel schwärmt, wenn eine Ballett-Legende bei den Proben letzte Tipps gibt: "Das ist wirklich unglaublich, wenn man das so sieht. Wenn Marcia da sitzt, dann denkt man sich: Mein Gott! Sie hat dieses Meisterwerk kreiert, und sie war die erste Tatjana!“ Vogel versichert, Haydées Energie während der Proben regelrecht gespürt zu haben. Marcia Haydée wiederum wollte sich eigentlich zurückhalten und nur sporadisch davon erzählen, was Cranko ihr damals mitgegeben habe. Bis heute hat die leidenschaftliche Liebesgeschichte nichts an ihrer Größe und Wucht verloren. Für Ballettlegende Marcia Haydée, die Tatjana der Uraufführung, ist Onegin schlicht und ergreifend "ein perfektes Ballett." Eine leidenschaftliche Liebesgeschichte, voll choreographischer Wucht und Größe, die jeden fesseln und berühren wird. Eine Aufzeichnung von 2017.

303 – 145 min. – Ab 12 J.
Zur Cannes-Premiere von „Die fetten Jahre sind vorbei“ trotzte Hans Weingartner einst dem Glamour und fuhr mit seinem klapprigen Campingbus am Roten Teppich vor. Ein altes Wohnmobil vom titelgebenden Typ 303 spielt nun die Hauptrolle in diesem Lovestory-Road-Movie. Die junge Studentin Jule will nach Portugal zu ihrem Freund fahren. Unterwegs nimmt sie den Tramper Jan auf. Die beiden philosophieren, streiten, flirten während der gesamten Reise. Wie gut Plappern auf der Leinwand klappen kann, hat Richard Linklater mit seiner „Before Sunrise“-Trilogie bestens bewiesen. Wie dort Julie Delpy und Ethan Hawke, überzeugen hier Mala Emde und Anton Spieker als quirlig sympathisches Duo der wahrhaftigen Art mit reichlich Wiedererkennungspotenzial. Beim Quatschen über Gott und die Welt und die letzten Fragen der Menschheit bleibt natürlich noch genügend Zeit zum Suchen und Finden der Liebe. So verlässlich der alte Daimler, Baujahr 1980, mit gemächlichem Tempo gen Süden zuckelt, so pannenfrei entwickelt sich der Charme dieses vergnüglich nachdenklichen Roadmovies. Slow-Dating auf 2.500 Kilometer quer durch Europa. Ein Zwei-Personenstück im Wohnmobil. Regisseur Weingartner sagt über seine Lovestory „Es ist sozusagen der ‚Anti-Tinder’ Film. Statt 3 Sekunden Wisch-und-Weg, die langsame Annäherung zweier Seelen. Zwei Menschen beim sich langsam ineinander Verlieben zuschauen. So wie es früher einmal war.“ Das trifft durchaus den Nerv der Zuschauer. Die erste Fahrprüfung vor Publikum hat „303“ auf der Berlinale jedenfalls bestens bestanden. 14 Jahre nach Cannes gelingt Weingartner wieder ein kapitalismus-kritischer Coup mit Kultfilm-Qualitäten. 

TANZ INS LEBEN – 111 min. – Ab 6 J.
Eine Lebensveränderung erträumen sich viele Menschen, doch die wenigsten setzen den Gedanken in die Tat um. Oft braucht es dafür eine Anschubhilfe von außen. Bei der Protagonistin stellen eine Affäre des Ehemanns, der Umzug zur freigeistigen Schwester und die Tanzstunden mit einem Rentner die Weichen für den Neustart. Regisseur Richard Loncraine inszenierte eine rührende Romanze-im-Alter-Komödie mit einem ausgewählten britischen Cast um Imelda Staunton, Celia Imrie und Timothy Spall. Zunächst erzählt das Filmskript von Meg Leonard und Nick Moorcroft eine klassische „Fish out of Water“-Story, in der es die Hauptfigur in ein ungewohntes soziales Umfeld verschlägt. Die Wiederannäherung zweier ungleicher Schwestern steht im Mittelpunkt der Geschichte und eröffnet Sandra einen frischen Blick aufs Leben. Unverheiratet und ohne viel Geld, dafür aber mit befreiter Lebenslust gesegnet, inspiriert Bif ihre versnobte Schwester zur späten Selbstverwirklichung. Peu à peu trägt Sandra ihre Haare zerzauster und tauscht ihre strengen Kostüme gegen legere Kleidung. Beim Tanzkurs, wo sie erst gar nicht hinwollte, kann Sandra ihr Strahlen schließlich nicht mehr verbergen. Bei aller frohen Rührseligkeit zeigt „Tanz ins Leben“ auch die unschönen Aspekte des Älterwerdens. Charlies Frau leidet an Demenz und erkennt ihren Mann nicht mehr, sein Kumpel betrauert den Tod seiner großen Liebe. Auch eine Krebsdiagnose oder die Einladung zur nächsten Beerdigung wundern im Rentenalter niemanden. Umso wichtiger scheint es, eigenen Impulsen zu folgen. Einmal meint Sandra, ihr Ehemann habe sie fünf Jahre lang betrogen, sie selbst sich aber 35 Jahre lang. Der Schicksalsschlag avanciert zum Befreiungsschlag: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

CANDELARIA – EIN KUBANISCHER SOMMER – 88 min. – Ab 6 J.
Es war einmal ein armes, alterndes Ehepaar in Kuba, dessen Liebe und Leidenschaft im Laufe der Zeit ziemlich eingerostet war: Die 75-jährige Candelaria und ihr 76-jähriger Ehemann Victor Hugo kennen das karge Leben auf Kuba. Noch immer müssen beide arbeiten, er in einer Zigarrenfabrik, sie als Waschfrau im Hotel. Im herben Alltag ist den beiden die Liebe längst abhandengekommen. Der schicksalhafte Fund einer Videokamera bringt plötzlich völlig neuen Schwung in das Leben des Duos. Mit ausgesprochen unaufgeregtem Tempo, fast minimalistisch und meditativ, zelebrieren zwei charismatisch sympathische Senioren, wie charmant das Medium Film für den dritten Frühling sorgen kann. Nicht umsonst hört hier der Held von Havanna auf den hübschen Namen Victor Hugo! Gemeinsam entwickelt man die neu entdeckte Leidenschaft für den Film, und füreinander. Bald turtelt das betagte Paar wie Frischverliebte. Selbst ein Kuss steht nach Ewigkeiten wieder auf dem Programm. Eifersucht flammt wieder auf! Während sie sich, mit gewissem Risiko, ein schönes rotes Kleid ausleiht, geht er in das berüchtigte Kaufhaus für Schwarzhändler, um eine Uhr zu verhökern und damit ein üppiges Menu zu organisieren, für die chronisch hungernden Senioren ein wahres Freudenfest. Viel erfährt der Zuschauer über das Land und über die Menschen. Natürlich sind da auch viele kubanische Rhythmen, da ist der morbide Charme Havannas, aber auch das raue Meer, die staubigen Straßen, die große Armut. Und doch verfällt der Regisseur nicht in Klischees, sondern erzählt eine Liebes- und Lebensgeschichte mit Traurigkeit und Freude zugleich, mal ganz leise, mal lauter und immer mit einer respektvollen Liebenswürdigkeit für seine Figuren. Mit seinem bezaubernden Film über ein altes kubanisches Paar schafft der kolumbianische Regisseur Jhonny Hendrix Hinestroza ein kleines Juwel, das die Liebe und das Leben feiert. Kubanisch für Fortgeschrittene!

MAMMA MIA! HERE WE GO AGAIN – 114 min. – Ab 0 J.
Sophie (Amanda Seyfried) ist emotional aufgewühlt: Die Wiedereröffnung des einst von ihrer Mutter geführten Hotels auf einer griechischen Trauminsel besteht bevor, doch einige der wichtigsten Menschen in ihrem Leben können verschiedenen Gründen nicht bei ihr sein. Sie fühlt sich in die Schuhe ihrer Mutter Donna (in Rückblenden: Lily James) versetzt, die in den 70er-Jahren allein nach Griechenland reiste und dort ein völlig neues Leben begonnen hat, was nicht immer so einfach war. - "Mamma Mia!" spielte weltweit über 615 Millionen Dollar ein. Das sonnig-fröhliche Musical erkämpfte sich im Herzen vieler ABBA-, Popmusik- und Filmfans einen festen Platz als wundervolle, leichtfüßige Ladung Spaß. Ohne den leisesten Hauch des Zynismus im filmischen Leib entführte die Produktion auf eine paradiesische, griechische Insel und versprühte mit seinem bestens gelaunten Ensemble und den eingängigen Melodien beliebter ABBA-Lieder Frohsinn, mit kleineren emotionaleren Momenten, die behutsam in die Handlung gestreut wurden. Während im ersten Teil die Gute-Laune-Wirkung des Films dank der geradlinig fließenden, unvermittelten Erzählweise eine sukzessiv steigende Sogkraft entwickelte, ist "Mamma Mia 2" doch zu konstruiert. Der regelrechte Sturm an Sommer-Sonne-ABBA-Spaßigkeit aus dem Erstling will sich so einfach nicht wiederholen. Doch selbst wenn die argen Drehbuchkonstruktionen die Partywellen ausbremsen: Das "Mamma Mia!"-Feeling stellt sich eben doch wieder ein, und sei es halt stockend und etwas gehemmter. Die zweite filmische ABBA-Coverparty muss nicht an die erste heranreichen, um amüsant zu sein. Regie-Nachfolger Ol Parker kann zwar wieder auf den romantischen Zauber der Ägais, die Hits der erneut mitproduzierenden Abba-Mitglieder Benny Andersson und Björn Ulvaeus und das wohlbekannte All-Star-Ensemble setzen, doch deren Fixstern, die Hotelbesitzerin Donna (Meryl Streep) ist tragischerweise verstorben und kehrt nur für eine Alibi-Abschiedsrunde als „Erinnerung“ wieder. Die Trauer um sie verleiht der Feelgood-Komödie einen Stich Melancholie, der das Schauspieler und Publikum verbindende Gefühl, unerbittlich verrinnender Lebenszeit noch verstärkt. So einnehmend wurde der Kreislauf des Lebens selten bebildert, geschweige denn besungen und betanzt. Parker hat die Ausgelassenheit des Originals in sein Sequel hineingetragen und mit einer Prise Weltschmerz versetzt, sodass sein Film der Beschaffenheit eines typischen ABBA-Songs noch ein Stückchen näher kommt. Nach Kritik an ihren Gesangseinlagen in Mamma Mia! treten Brosnan, Firth und Skarsgård dieses Mal kürzer, doch niemand Geringeres als Cher steht schon bereit, um für den angemessenen Glanz zu sorgen. Dem Ruf von ABBA erliegen sie alle.

PAPST FRANZISKUS – Ein Mann seines Wortes – 96 min. – Ab 6 J.
Als cineastischer Biograf bekam Wim Wenders bereits drei Oscar-Nominierungen. Nach den Musikern vom „Buena Vista Social Club“, Tanz-Ikone „Pina“ Bausch sowie dem Fotografen Sebastião Salgado in „Salz der Erde“ folgt nun ein Porträt über Papst Franziskus. Es ist eine persönliche Reise mit dem Papst und nicht so sehr ein Film über ihn. Im Zentrum dieses Porträts stehen seine Gedanken, alle ihm wichtigen Themen, aktuelle Fragen zu globalen Herausforderungen und sein Reformbestreben innerhalb der Kirche. Das visuelle Konzept des Films lässt den Zuschauer mit dem Papst von Angesicht zu Angesicht sein. Ein Gespräch zwischen ihm und, im wahrsten Sinne, der Welt entsteht. Papst Franziskus teilt seine Vision einer Kirche, die von tiefer Sorge um die Armen geprägt ist, präsentiert werden dessen politisch durchaus radikale Ansichten in Sachen Ökologie, sozialer Gerechtigkeit oder Konsumgesellschaft. Rigoros beklagt der Pontifex zudem die Vertuschung von sexuellem Missbrauch in seiner Kirche. Er fordert die Stärkung von Frauen und die Akzeptanz von Schwulen. Neben den Bildern der Papst-Reisen rund um die Welt überrascht Wim Wenders vor allem mit einzigartig intimen Innenansichten, mehrfach erhielt er Interview-Audienz im Vatikan. „Es ist auch für Kritiker der Kirche völlig ungefährlich, sich diesen Film anzusehen“, verspricht Wenders. Den Raubbau der Erde schnellstens verhindern! Der Profitgier der Konsumgesellschaft begegnen! Die eklatante Ungerechtigkeit zwischen Armut und Reichtum beenden! Hunger bekämpfen! Waffenexporte verbieten! Toleranz der Religionen! Akzeptanz von Minderheiten! Was wie Wunschzettel auf einem Öko-Workshop beim Kirchentag klingt, meint das Oberhaupt der Katholiken absolut ernst. „Wir sind alle verantwortlich! Niemand kann sagen, ich habe damit nichts zu tun!“, kommentiert Franziskus rigoros die Lage. Er schaut dabei dem Publikum direkt in die Augen. Wie schon in „Salz der Erde“ sorgt die besondere Kameratechnik namens Interrotron für diesen Spezialeffekt: Der Befragte blickt auf eine Art umfunktionierten Teleprompter, auf dem er das Gesicht des Interviewers sieht, als ob dieser vor ihm säße. Gleichwohl sieht er durch ihn hindurch direkt in die Kamera.

SWIMMING WITH MEN – 94 min. – Ab 6 J.
Nirgendwo werden Underdogs amüsanter gefeiert als im britischen Kino. In der Tradition von „Ganz oder gar nicht“ oder „Kalender Girls“ strampelt sich in dieser Feel-Good-Komödie ein Trupp männlicher Synchronschwimmer ab, um sich im tristen Hallenbad ein bisschen Würde und Werte im Leben zu bewahren. Die sportlichen Anstrengungen der schrägen Stehaufmännchen fallen erwartungsgemäß ebenso situationskomisch wie selbstironisch aus. Not amused dürften allein die Funktionärs-Bonzen von Olympia sein: Sie verbieten Männern bis heute den Zutritt ins Synchronschwimm-Becken. Bei seinem Figurenkabinett der liebenswerten Loser verzichtet „Johnny English 2“-Regisseur Oliver Parker bewusst auf aalglatte Sixpack-Schönheiten aus dem „Magic Mike“-Traumfabrik-Katalog, stattdessen mühen sich hier die ganz normalen Durchschnitts-Typen mit gelegentlichem Übergewicht um Anmut über und unter Wasser. In diesem Pool sind alle gleich. Damit dies auch so bliebt, lautet der erste Paragraph der putzigen Vereinssatzung: „Was im Becken passiert, das bleibt im Becken.“ Die Chemie in dieser Herrenriege fällt spürbar stimmig aus. Sichtlich entspannt spielt man sich die Pointen-Bälle zu. Für Situationskomik gibt es reichlich Anlass, und die fällt bei Briten traditionell mit unnachahmlich unaufdringlichem Understatement aus.

DIE FARBE DES HORIZONTS – 105 min. – Ab 12 J.
Alle kennen Road Movies, viel seltener aber werden Boat Movies gewürdigt. Wo man mit einem Auto meist rechts ranfahren kann, um den gefährlichen Weg in Richtung Selbsterkenntnis abzubrechen, endet eine filmische Seefahrt oft nicht eher, bevor Boot oder Passagiere vom Kurs abgekommen und untergegangen sind. Nach einer wahren Geschichte rekonstruierte Baltasar Kormákur ein packendes, beklemmendes Drama. Eine Ahnung von der Existenzangst und der Verzweiflung, die die Heldin des Films heimsucht, lieferten zuletzt J.C. Chandor mit „All is Lost“ (Hauptrolle: Robert Redford) und erst kürzlich James Marsh mit „Vor uns das Meer“ (Hauptrolle: Colin Firth). Eine junge Amerikanerin lernt auf Tahiti einen englischen Segler kennen und verliebt sich Hals über Kopf. Als die beiden für ein älteres Ehepaar ein Segelschiff nach San Diego überführen, geraten sie mitten im Pazifik, 2000 Seemeilen vom Festland entfernt, in einen gewaltigen Hurrikan, ein Kampf ums Überleben beginnt. Und die Rettung einer Liebe. Kormákur, der schon mit „In the Deep“ (2012) die Hauptfigur der Unbarmherzigkeit des Meeres auslieferte und sich dabei ebenfalls auf eine wahre Geschichte berief, fängt die Tragik zunächst durch eine romantische Liebesgeschichte an traumhaftem Ort auf. Doch nach der Katastrophe des Hurrikans, in den Actionszenen atemberaubend und technisch perfekt inszeniert, geht es auch um die Rettung dieser Liebe, und das verstärkt die Tragik des Films. Der deutsche Filmtitel bezieht sich, trotz allen Leids, auf die Schönheit des Meeres, die immer auch etwas Überwältigendes hat. Kein Wunder, dass die echte Tami, das verrät der Abspann, auch heute noch der Faszination des Segelns erliegt.