ButtStartseite

Der neue grosse Saal sagt hallo!Kinoansicht. S-Bahn Obertürkheim: 200m geradeaus und gleich links sehen Sie mich! Gastro
                                            
... EIN KONZERTFILM SETZT NEUE MASSSTÄBE ... EIN MEISTERWERK DES MUSIKKINOS ... REGIE: JONAS AKERLUND ...
... DAS SPEKTAKULÄRSTE BILDDOKUMENT ÜBER DIE DERZEIT GRÖSSTE DEUTSCHE ROCK-´N´-ROLL-BAND.
RAMMSTEIN: PARIS
Nur für drei Tage in den Kinos! Unsere Vorstellungen: Freitag, 24. März 17  20.15 Uhr und 22.45 Uhr.

Unser Filmprogramm von Montag, 20.3. bis Mittwoch, 29.3.17:

WELCHER FILM IN KINOTHEK 1 ... Beginn DATUM WELCHER FILM IN KINOTHEK 2 ... Beginn
ARRIVAL 20.15 Mo 20.3. PLÖTZLICH PAPA! 20.15
MARIE CURIE
FRANK ZAPPA: EAT THAT QUESTION (OmU)
18.15
20.30
Di 21.3. FLORENCE FOSTER JENKINS
Jim Jarmusch´s  PATERSON
18.15
20.30
MARIE CURIE
FRANK ZAPPA: EAT THAT QUESTION (OmU)
18.15
20.30
Mi 22.3. FLORENCE FOSTER JENKINS
***Jim Jarmusch´s  PATERSON
18.15
20.30
TONI ERDMANN 19.30 Do 23.3. WILLKOMMEN BEI DEN HARTMANNS 19.30
NEU   RAMMSTEIN: PARIS
***RAMMSTEIN: PARIS
20.15
22.45
Fr 24.3. In Kino 2 heute keine Vorstellungen.                  
TIMM THALER oder  Das verkaufte Lachen
FRANK ZAPPA: EAT THAT QUESTION (OmU)
NEU    LA LA LAND
15.00
17.30
20.15
Sa 25.3. FLORENCE FOSTER JENKINS
 INNSÆI  Die Kraft der Intuition (OmU)
KUNDSCHAFTER DES FRIEDENS
15.00
17.30
20.15
FRANK ZAPPA: EAT THAT QUESTION (OmU)
TIMM THALER oder  Das verkaufte Lachen
LA LA LAND
*ARRIVAL
13.00
15.00
17.30
20.30
So 26.3.  INNSÆI  Die Kraft der Intuition (OmU)
FLORENCE FOSTER JENKINS
KUNDSCHAFTER DES FRIEDENS
**PLÖTZLICH PAPA!
13.00
15.00
17.30
20.30
MARIE CURIE 20.15 Mo 27.3. MEIN BLIND DATE MIT DEM LEBEN 20.15
MARIE CURIE
LA LA LAND
18.00
20.30
Di 28.3. MEIN BLIND DATE MIT DEM LEBEN
DOMIAN  Interview mit dem Tod
18.00
20.30
MARIE CURIE
LA LA LAND
18.00
20.30
Mi 29.3. MEIN BLIND DATE MIT DEM LEBEN
***DOMIAN  Interview mit dem Tod
18.00
20.30

* NUR NOCH KURZE ZEIT  |   ** VORAUSSICHTLICH LETZTE VORSTELLUNG.  |    *** LETZTE VORSTELLUNG.   |   ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR!
Wie zeigen jeweils die deutsche Fassung (2D), wenn nicht anders angegeben.  |  OF=Originalfassung  | OmU=Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Weitere Spieltage der einzelnen Filme stehen nicht fest. Aktualisierung des Programms jeden Montag nachmittag bis zum Mittwoch der Folgewoche.
Wir erstellen unser Filmprogramm im 7-Tage-Rhythmus! Zu Ihrer Information: Filme laufen bei uns, aufgrund der Fülle an Filmen, die für uns interessant sind und bei
nur zwei Kinosälen, nicht täglich(!) innerhalb der Kinowoche (Donnerstag bis Mittwoch). Wir zeigen diese vielmehr über Wochen hinweg immer wieder tageweise.
Weitere Vorstellungen folgen bei allen Titeln, die ohne Stern versehen sind.
Alle diesbezüglichen Angaben sind ohne Gewähr.

Unsere neu einsetzenden Filme kurz vorgestellt: (Quellen: programmkino.de/kino.de)

LA LA LAND – 128 min. – Ab 6 J.
Der umjubelte Eröffnungsfilm der Filmfestspiele von Venedig 2016. Im zweiten Film von Regie-Wunderkind Damien Chazelle (Whiplash) wird gesungen, getanzt, und es werden ganz große Gefühle auf die Leinwand gezaubert. Er erzählt von zwei Künstlern, die versuchen, sich in der Glamourwelt Hollywoods zu behaupten. Mit Emma Stone und Ryan Gosling hat Chazelle ein Traumpaar gefunden, das seine Vision lebhaft und emotional überzeugend zu verkörpern vermag. Man merkt dem Film an, mit wieviel Freude und Inbrunst er diese Liebes- und Lebensgeschichte erzählt und sich dabei quer durch die Musical-Historie zitiert. Chazelle arbeitet mit allerlei Gegensatzpaaren, wie Liebe und Karriere, Talent und Erfolg, kommerziellen und ideellen Interessen und lädt uns ein, mit ihm im Musikland (La La Land) zu träumen. Damit hat er sich auch einen eigenen Traum erfüllt und konnte seine Vorliebe für die Musik und das Kino kongenial zusammenführen, wie er in Venedig berichtete. Wenn am Ende des Films die beiden Liebenden nicht zusammenkommen, hält Chazelle dies nicht für ein 'Unhappy End", sondern eher für melancholisch, denn ein Musical sei immer eine Mischung aus Glück und Traurigkeit, die zum Träumen einlädt. Und genau das kann man in diesem Film ganz besonders gut. Kritik und Publikum jedenfalls waren in Venedig einhellig begeistert. Ausgezeichnet mit sechs Oscars 2017.


Weitere Titel im Programm, kurz vorgestellt: (Quellen: programmkino.de/kino.de)

ARRIVAL – 116 min. – Ab 12 J.
Plötzlich sind sie da: 12 riesige, keilförmige Flugobjekte, über deren Herkunft nichts bekannt ist und die sich ohne erkennbares Muster über die gesamte Erde verteilen, eines im ländlichen Montana, wo es seitdem von den Sicherheitsbehörden untersucht wird. Die Kontaktaufnahme mit den Aliens verläuft schleppend, so dass der mit Leitung beauftragte US-Colonel (Forest Whitaker) die erfahrene Sprachwissenschaftlerin Louise Banks (Amy Adams) zu den Untersuchungen hinzuzieht. Sie soll die seltsamen Laute der Ankömmlinge entschlüsseln und Antworten auf die drängendsten Fragen finden. Woher kommen sie? Warum sind sie hier? Wie sich Hollywood die Begegnung mit außerirdischem Leben vorstellt, dürfte hinlänglich bekannt sein. Das Aufeinandertreffen endet wahlweise in einer aufwändigen Materialschlacht („Independence Day“), blutigen Duellen („Alien“) oder heillosem Chaos („Mars Attacks!“). Nichts von dem findet sich in Denis Villeneuves Science-Fiction-Meditation „Arrival“, der sich bloß geschickt als Alien-Film tarnt. In Wahrheit stehen bei ihm nämlich nicht die siebenfüßigen Neuankömmlinge im Mittelpunkt sondern wir Menschen. Die seltsamen Wesen mit ihrer eigenartigen Symbolsprache, die es für Amy Adams’ Hauptfigur zu dekodieren gilt, sind am Ende nur der Schlüssel zu einem viel größeren Rätsel. Dabei spannt Villeneuve einen Bogen vom großen Weltgeschehen und der globalen Diplomatie zum Leben jedes Einzelnen und übersetzt die Kurzgeschichte von Ted Chiang in einen brillanten formalen wie narrativen Kontext. Vergleiche zu „2001 – Odyssee im Weltraum“ und Tarkowskis „Solaris“ drängen sich förmlich auf und sind keinesfalls zu hoch gegriffen. Kameramann Bradford Young ist ein Meister seines Fachs. Er spielt auf engstem Raum mit Farbe, Kontrast und Licht und schafft gleichzeitig atemberaubende Totalen wie die erste Luftaufnahme des schwebenden Objekts, das plötzlich aus einer mit Nebel bedeckten Landschaft vor uns auftaucht. Nur selten wurde eine Steadycam effektiver und subtiler eingesetzt. Selbst wenn das Bild wie in der Anfangssequenz einmal statisch wirkt, so ist es doch in Bewegung. Der Effekt ist verblüffend. Nicht weniger spannend verlaufen Kontaktaufnahme und Kommunikation mit den „Heptapoden“. Puzzleteil für Puzzleteil nähert sich „Arrival“ so einer Wendung, die vieles in ein neues Licht rückt, manches erklärt und dennoch Raum für eigene Interpretationen lässt. Hier geht es nicht um Außerirdische oder UFOs, es ist ein Film über uns. Genau das macht ihn so relevant und groß.

FRANK ZAPPA – Eat that question (OmU) – 90 min. – Ab 12 J.
Der 1940 geborene Autodidakt, Multi-Instrumentalist und Komponist Frank Zappa erregte in den 60er-Jahren mit seiner Band „The Mothers of Invention“ erstmals größere Aufmerksamkeit. Ihre Musik ließ sich nur schwer einem Genre zuordnen und schon damals fiel Zappa mit seinen gesellschaftskritischen, satirischen Texten auf, Dinge, denen er bis zu seinem frühen Krebstod 1993 treu blieb. Im Mainstream und bei den Radiostationen blieb Zappa lange Zeit ein Geheimtipp, bis ihm 1979 mit „Bobby Brown“ einer seiner wenigen, kommerziell erfolgreichen Top-Hits gelang. Was den Film von vielen „klassischen“ Porträts unterscheidet: er folgt keiner Chronologie und es kommt lediglich der Meister selbst zu Wort. Keine Weggefährten, Freunde, Verwandte sind zu hören oder zu sehen. Zwei Dinge macht der Film unmissverständlich klar: zum einen, dass Frank Zappa ein musikalischer Tausendsassa war, dessen Fähigkeiten längst nicht nur auf Rock und Pop beschränkt waren. Der nimmermüde Künstler (er soll an die 100 Alben veröffentlicht haben) widmete sich im Laufe der Karriere u.a. den Gattungen Klassik, Jazz, experimentelle Musik, Doo Wop und Proto-Pop. Seine Stücke waren zumeist hochkomplex, collagenartig zusammengesetzt und voller Zitate aus der Musik- und Popkultur-Geschichte. Das machen die kraftvollen, impulsiven Szenen auf den Konzertbühnen, die reihenweise im Film zu sehen sind, deutlich. Ebenso wie die Tatsache, dass Zappa Zeit seines Lebens ein virtuoser Gitarrist mit herausragenden Fähigkeiten am Instrument war. Zum anderen zeugen die Interviewschnipsel von Zappas‘ Sarkasmus, Wortgewandtheit und Intelligenz sowie seiner Abneigung gegen politische Sittenwächter, konservative Moralisten und religiöse Fanatiker. Dass er auch im Angesicht des Todes seinen schwarzen Humor nicht verloren hatte, beweisen Szenen aus einem der letzten Interviews. Es entstand Anfang der 90er-Jahre, nur rund ein Jahr vor seinem Tod, gesundheitlich schwer angeschlagen. Eine intime Begegnung mit dem revolutionären Komponisten und Musiker. Thorsten Schütte hat seltenes Archivmaterial zusammengetragen über das provokante Genie, dessen Weltsicht bis zum heutigen Tag und darüber hinaus nachklingt.

KUNDSCHAFTER DES FRIEDENS – 92 min. – Ab 12 J.
„Kundschafter des Friedens“ - so nannte die DDR tatsächlich ihre Spione. Die Partei-Diktatur nutzte diesen Euphemismus, um den Eindruck zu vermitteln, dass man ganz besonders für Frieden und die internationale Sicherheit eintrete. Eine Art Altherren-James-Bond ist diese vergnügliche, selbstironische Komödie. Henry Hübchen wird als früherer ostdeutscher Top-Spion aus dem Ruhestand geholt. Gemeinsam mit seinem nicht mehr ganz taufrischen Ex-Team soll er dem BND dabei helfen, einen entführten BND-Mitarbeiter, seinen ehemaligen Gegenspieler, aufzuspüren. Die deutsche Agentenkomödie nimmt sich selbst nicht allzu ernst und funktioniert gerade deshalb wunderbar als selbstironische, ungezwungene Unterhaltung. An Hübchens Seite eine toughe Antje Traue und alte Haudegen wie Michael Gwisdek, Thomas Thieme und als Spionage-Romeo Winfried Glatzeder ("Die Legende von Paul und Paula"). Gelungen ist auch, mit wie viel Sprachwitz und Situationskomik hier die modernen, top ausgestatteten BND-Agenten auf die früheren Spione aus dem Arbeiter- und Bauernstaat treffen. So bestehen die agierenden Rentner z.B. immer wieder darauf, ohne technischen Firlefanz und nach der eigenen, bewährten  Machart zu agieren. Seine Komik entwickelt der Film aus dem Selbstbewusstsein der »Oldtimer« (höchst spielfreudig von ehemaligen DDR-Bürgern verkörpert) und deren Organisationstalent (»Wir arbeiten analog!«), aber manchmal auch daraus, dass eben nicht alles so funktioniert, wie sie es zuvor geplant haben. Bei aller Liebe zum Handwerk (die auch den Film auszeichnet) schwingen im Hintergrund doch auch die Schwierigkeiten mit, sich in der neuen Gesellschaftsordnung zurechtzufinden, auch noch 27 Jahre nach dem Ende der DDR. Ein herzhaftes Vergnügen!

MARIE CURIE – 105 min. – Ab 12 J.
Der Filmemacherin Marie Noëlle gelingt mit ihrem lebendigen, sensiblen Biopic nicht nur eine längst überfällige Würdigung der zweifachen Nobelpreisträgerin Marie Curie, sondern sie zeigt die geniale Wissenschaftlerin auch als leidenschaftlichen Freigeist und emotionale, moderne Frau, die ihren Weg gegen alle Widerstände geht. Marie Curie fasziniert durch ihren Geist und ihren Mut, dank denen sie die intellektuellen und gesellschaftlichen Beschränkungen ihrer Zeit sprengt. Ihre erste Auszeichnung, den Physik-Nobelpreis, erhält sie gemeinsam mit ihrem Mann Pierre im Jahre 1903. Die turbulenten Jahre zwischen den beiden Nobelpreis-Verleihungen stehen im Mittelpunkt des authentischen, intimen Portraits. Karolina Gruszkas Darstellung einer unbeugsamen, kraftvollen und doch verletzlichen Marie Curie, einer Frau, die ihrer Zeit lange voraus war, begeistert. Die in Deutschland bislang noch unbekannte Darstellerin besitzt die richtige Mischung aus zielstrebiger Strenge, bestechender Intelligenz und zarter Wärme. „Ich konnte es nicht fassen, dass man dieser anständigen, ehrlichen, idealistischen Frau“, empört sich Regisseurin Marie Noëlle, „die nie irgendwelche eigenen Interessen verfolgte, so übel mitgespielt hat“. Darin mag wohl auch der Grund liegen, warum ihre Inszenierung die wissenschaftliche Arbeit Curies streckenweise überlagert. Das freilich schmälert ihr beeindruckendes Biopic in keiner Weise. Vielmehr macht ihre sensible Hommage an die Wissenschaftlerin neugierig, sich mit Curies bahnbrechenden Forschungsergebnissen mehr zu befassen. Sie isolierte die zwei bisher unbekannten Elemente Radium und Polonium, deren Strahlung sie „radioaktiv“ nannte und tauft das Element Polonium nach ihrer Heimat. Ohne zu ahnen, welchen gesundheitlichen Risiken sie sich aussetzte, hantierte sie ungeschützt mit toxischen Chemikalien. 1934 erlag sie schließlich den Folgen der Strahlung.

MEIN BLIND DATE MIT DEM LEBEN – 111 min. – Ab 12 J.
Saliya Kahawatte (Kostja Ullmann) sieht die Welt wie durch ein dickes Milchglas. Doch seine Sehbehinderung soll ihn nicht aufhalten. Er will ein normales Leben führen, Karriere machen und sich verlieben, wie alle anderen auch. Saliya setzt sich in den Kopf, eine gastronomische Ausbildung im Nobelhotel Bayrischer Hof zu machen, obwohl er kaum das Gesicht seines Gegenübers scharf erkennen kann. Der junge Mann stellt sich erstaunlich gut an und überrascht alle, als er den Job tatsächlich an Land zieht. Er beginnt eine tiefe Freundschaft zu seinem Kollegen Max (Jacob Matschenz), der mit ihm alle Lebenslagen im Hotel meistert. Wie richtet man, ohne als Quasiblinder aufzufallen, ein Zimmer her, wie schneidet man die Mortadella, wie mixt man einen Drink? Dann lernt er Laura (Anna Maria Mühe) kennen, und da Liebe bekanntlich erst recht blind macht, stolpert er ungewollt in die heikelsten Situationen. Sein Versteck-Spielchen ist ein fragiles Konstrukt, das jeden Moment bröckeln könnte. Marc Rothemund inszenierte die faszinierende wahre Geschichte von Saliya Kahawatte als schwungvolle Komödie.

INNSÆI – Die Kraft der Intuition –  78 min. – Ab 12 J.
Die Welt verändert sich schneller als je zuvor. Neue Denkansätze sind gefragt. 65% unserer Kinder werden in der Zukunft Berufen nachgehen, die es jetzt noch gar nicht gibt. Statistiken sagen, dass bis 2020 der häufigste Grund für Erkrankungen Depressionen sein werden. Burn-Out, Ablenkung und Gewalt sind zu einem elementaren Bestandteil unserer Kultur und unserer Medienlandschaft geworden. Wir sind auf dem Weg, unsere Verbindung zur Natur endgültig zu verlieren. Dies ist eine Geschichte über Selbst-Hinterfragung, Wissenschaft, Natur und Kreativität. InnSaei nimmt uns mit auf eine Reise, auf der die Kunst enthüllt wird, wie man in der heutigen Welt, voller Stress und Ablenkungen, nicht den Kontakt zu sich selbst verliert. Um sich mit dem anbahnenden Phänomen auseinander zu setzen, begeben sich die beiden Dokumentarfilmerinnen Kristin Olafsdottir und Hrund Gunnsteinsdottir ausgehend von ihrer Heimat in Island auf die Suche nach Antworten. Wieso können wir nicht mehr mit uns selbst im Einklang leben? Wie lässt sich die Welt entschleunigen? Was für Auswirkungen hat die Ablenkungskultur auf unser Wesen? Auf ihrer Reise durch die Welt begegnen sie verschiedensten Denkern, Wissenschaftlern, aber auch naturverbundenen Personen, die ebenfalls am schneller werdenden Alltag leiden. Dieser Film soll als Leitfaden verstanden werden, wie man sich in all dem alltäglichen Stress Zeit für Gefühle, Vorstellungskraft und dem simplen Akt des Wunderns nehmen sollte. Man wäre nicht nur in der Lage, verborgene Kräfte frei zu schalten, sondern auch die Wahrnehmung neu zu justieren. Es gibt Intuition, eine nicht genau zu definierende Qualität, die auch mal Bauchgefühl genannt wird. Bisweilen darauf zu hören und sich nicht nur auf den Kopf zu verlassen, dass kann man am Ende aus dieser Doku mitnehmen.


DOMIAN – Interview mit dem Tod – 78 min. – Ab 6 J.
Deutschlands wohl berühmtester Nachttalker Jürgen Domian hat mit seinem "Interview mit dem Tod" einen Sachbuch-Bestseller gelandet. Der Journalist, Autor und Moderator machte sich auch mit seiner Radiosendung als „Nighttalker“ einen Namen. Er spricht mit Schlaflosen und Nachtaktiven über ihre Probleme, Ängste und Sorgen, in denen es nicht selten über den Tod geht, und er hört vor allem zu. Seine Sendung gilt als Kult. Regisseurin Birgit Schulz begleitete den Moderator auf einer Auszeit in den Norden, wo er ein Zwiegespräch mit sich selbst führt. Bevor Ende 2016 schließlich die letzte Ausgabe von DOMIAN auf Sendung geht, wird hier anhand eines komplexen und nicht einfachen Themas ein Eindruck von der besonderen Arbeit des Moderators und seinem Umgang mit dem Gehörten vermittelt. Eine aufschlussreiche Doku zum Nachdenken, über sich selbst und den Tod.

PLÖTZLICH PAPA! – 118 min. – Ab 0 J.

Samuel genießt sein Single-Leben in Südfrankreich, er schippert reiche Touristen übers Meer, ein Partytyp, der nichts anbrennen lässt. Das ändert sich, als plötzlich ein Vorjahresflirt, die Britin Kristin, mit einem Baby vor ihm steht. Kurz und knapp erklärt sie ihm, er sei der Vater, und lässt ihn mit dem Kind zurück. Panisch reist er der Mutter nach London hinterher, doch die bleibt unauffindbar. Nach anfänglicher Verzweiflung beschließt Samuel, in London zu bleiben, wo er Freunde und einen spannenden Job findet, eine ungeahnte Leidenschaft für seine Vaterrolle entwickelt und notgedrungen an seinen Aufgaben wächst. Als sich die Frau nach acht Jahren wieder meldet, sind Vater und Tochter ein unzertrennliches Gespann geworden. Sy ist selbst Vater von vier Kindern, möglicherweise ist ihm die Rolle auch deswegen wie auf den Leib geschrieben. Darüber hinaus stimmt die Chemie zwischen ihm und der kleinen Gloria, die in ihrer Rolle als aufgewecktes Mädchen beeindruckt, das für ihren nicht sehr sprachbegabten Vater ständig übersetzen muss. In seinem Werk, der sehr freien Adaption eines mexikanischen Films, lässt Hugo Gélin Omar Sy als Lebemann mit Herz auftrumpfen, ein großer Junge, der erst durch das Kind lernt, Verantwortung zu übernehmen. Die knallbunte Tragikomödie, letztendlich auch eine Ode an das Leben, lebt vom Zusammenspiel zwischen Sy und der kleinen Gloria Colston, ein kaum zu bändigendes Energiebündel, das einfach mitreißt. Da stieben die Funken und stimmt die Chemie, ein beschwingtes Duo in Bestform. Omar Sy ist hier wieder in einer Paraderolle und einer warmherzigen und zugleich turbulenten Tragikomödie zu sehen. Völlig unerwartet wird er mit den Herausforderungen des Vaterseins und der Kindererziehung konfrontiert und muss sich, unnachahmlich charmant, mit den Tücken des alltäglichen Lebens eines alleinerziehenden Franzosen in London herumschlagen. Mit viel Humor und Gefühl spielen sich Omar Sy und die kesse Gloria Colston, mit ihren jungen Jahren bereits als Miss DJ Glo unterwegs, als Vater-Tochter-Gespann in die Herzen der Zuschauer. Très joli, très amusant!

TONI ERDMANN - 162 min. - Ab 12 J.
Schon in ihren ersten beiden Filmen hat Maren Ade die Unzulänglichkeiten der Existenz und die Stromschnellen menschlicher Beziehungen mit schmerzlicher Genauigkeit ausgelotet. Doch die Nöte einer jungen, unerfahrenen Lehrerin in »Der Wald vor lauter Bäumen« und der quälende Urlaubszank eines Paares in »Alle anderen« waren nur Fingerübungen im Vergleich zu diesem minuziösen Meisterstück, das bei der Premiere in Cannes mit Standing Ovations gefeiert wurde. Es genügt ein Blick ins Gesicht von Sandra Hüller, um vom Strudel der Gefühle mitgerissen zu werden, diesem alles verschlingenden Mix aus Scham und Wut, Hilflosigkeit und schlechtem Gewissen, als sie in der Hotellobby - ihre Karriere als Unternehmensberaterin hat Ines nach Bukarest geführt - neben Kollegen und Kunden versucht, die Contenance zu wahren, als sie aus dem Augenwinkel ihren Vater (Peter Simonischeck) entdeckt, der sie unangemeldet besucht und dessen unterschwelliges Anliegen es ist, dass seine Tochter befreit wird aus ihrem Käfig der Kälte und Emotionslosigkeit. Am liebsten würde Ines ihn ignorieren. Weil das nicht geht, nimmt sie ihn notgedrungen auf einen Empfang mit, wo er mit Plastiktüte und Zottelklamotten ein wandelnder Affront ist und sie in ihrer ohnehin labilen Situation ständig aus dem Gleichgewicht bringt. Nach einer Abfolge peinlichster Momente bricht der Vater das Katastrophenwochenende ab, nur um in neuer Identität wieder aufzutauchen. Er klemmt sich ein Fastnachtsgebiss in den Mund, setzt eine Zottelperücke auf den Kopf und betritt als schmierige Kunstfigur Toni Erdmann die klinisch reine Businesswelt … und zwingt seine konsternierte Tochter zum Mitspielen. Mit seinem Schabernack macht er die feinen Haarrisse familiärer Verhältnisse und menschlicher Beziehungen sichtbar und entlarvt die Masken aller Umstehenden, bis sie am Ende im wahrsten Sinne des Wortes nackt dastehen. „Bist du überhaupt ein Mensch? Bist du glücklich?" Wie befreit er seine Tochter aus den Fängen einer Business-Welt, die nur noch Zahlen und Kennziffern kennt? Wie finden sie beide aus ihrer Sprachlosigkeit, über Jahre sich fremd geworden? Toni Erdmann "erdet" die künstliche Gesellschaft, der Mann aus der Fremde entfremdet die Figuren von ihrer Entfremdung. Selbst Ines, die eben noch vor Scham im Boden versinken wollte, fühlt sich von ihrem Vater angezogen, fast so, als erkenne sie in seinen Täuschungen ihre eigenen Selbsttäuschungen. Anfangs ist sie die versteinerte Medusa im Olymp der kapitalistischen Helden, dann, unmerklich, in unwillkürlichen Gesten, kehrt ihr Körper ins Leben zurück. Der Körper "weiß" noch etwas, er ist spontane Natur unterm Schuppenpanzer des aschgrauen Businesskostüms. Zwischen Entsetzen und Belustigung feiert sie auf einer Nacktparty schließlich den letzten Akt ihrer Emanzipation. Ines streift die falsche Haut ab, nicht länger ist ihr Körper ein Objekt von Dressur und Selbstbewirtschaftung. Nacktheit ist das wahre Leben im falschen. Endlich ist Ines frei genug, um peinlich zu sein, denn im Kreis von Untoten ist Peinlichkeit ein Zeichen der Freiheit. Dieser große Film fungiert dabei selbst wie ein Toni Erdmann. Das Kunstwerk doubelt seine eigene Figur und macht sich selbst zum Eindringling: In absurder Verkleidung fällt der Film in den Alltag des Publikums ein und spricht lustig über tragische Dinge, über Tod und Vergänglichkeit und die Einsamkeit des ökonomischen Menschen. Wer in Toni Erdmann lacht, der lebt noch. (Thomas Assheuer/Die Zeit).

FLORENCE FOSTER JENKINS - 110 min. - Ab 6 J.
Er hat der „Queen“ ein famoses Kino-Denkmal gesetzt. Nun erzählt Stephen Frears, nicht minder vergnüglich, die wahre Geschichte der schlechtesten Sängerin der Welt. Florence Foster Jenkins heißt die Dame. Ihr Traum: Umjubelte Opernsängerin. Das Problem: Keinerlei Talent. Ihr Vorteil: Viel Vermögen. So mietet Florence kurzerhand die berühmte Carnegie Hall für ein Konzert und kauft sich glänzende Kritiken gleich dazu. Letzteres hat Frears kaum nötig. Er trifft, ganz im Unterschied zu seiner Heldin, jeden Ton perfekt. So komisch die Lachnummer über den Trash-Gesang der selbsternannten Diva ausfällt, bleibt die Würde dieser Lady nie auf der Strecke. Die exzentrische Figur bietet eine Steilvorlage für Meryl Streep, die sie mit sichtlichem Vergnügen zur großartigen Glanzparade nutzt. Stephen Frears gelingt mit seiner amüsanten Hommage an diese ungewöhnliche Diva der nicht ganz leichte Spagat zwischen Lachnummer und würdigem Porträt. Allem Reichtum zum Trotz hatte es die Dame in ihrem Leben keineswegs leicht. In jungen Jahren mit Syphilis infiziert, leidet sie an den gravierenden Spätfolgen. Ihre Klavier-Karriere muss sie deswegen aufgeben. Den großen Traum der Musik lässt sie sich nicht nehmen. Meryl Streep setzt ihr ein wunderbares Denkmal und zeigt hinter der ziemlich exzentrischen Schale den sehr sensiblen Kern. Für Hugh Grant ist diese Rolle des eitlen Frauenhelden natürlich eine gemähte Wiese, dabei selbstmitleidig den gescheiterten Shakespeare-Mimen zu geben, passt bestens zu dem auch in der Realität gerne kokettierenden Briten.

TIMM THALER oder Das verkaufte Lachen – 102 min. – Ab 0 J.
Das Lachen eines kleinen Jungen ist einzigartig. So ansteckend und unwiderstehlich, dass es jeden sofort in seinen Bann zieht. Der geheimnisvolle Baron Lefuet schlägt ihm einen ungewöhnlichen Deal vor. Er verspricht Timm, dass er von nun an jede Wette gewinnt. Dafür muss er nur sein Lachen an den Baron verkaufen. Nachdem Timm den Vertrag unterschreibt, merkt er bald, dass es kein schlechter Scherz war. Er gewinnt jede noch so unmögliche Wette und kommt schnell zu Reichtum. Doch bald muss Timm einsehen, dass er ohne Lachen ein unglücklicher Mensch ist. Deshalb möchte er seinen wahren Schatz um jeden Preis zurückhaben, auch seine Freunde wollen den alten Timm zurück! Es ist immer ein Risiko, einen Stoff wie „Timm Thaler“ neu zu verfilmen, gerade wenn das Original, das Ende der 70er Jahre als ZDF-Weihnachtsserie entstand, so ikonisch ist. Den Vergleich kann Andreas Dresens Neuverfilmung dann auch nicht gewinnen, dennoch ist die neue Version ein sehenswerter Jugendfilm, denn Dresen und sein toller Cast (mit deutscher Starbesetzung, auch Jugendschwarm Tommi Ohrner, der damalige Timm, läßt sich einen Gastauftritt nicht nehmen) verfilmen nicht die Serie neu, sondern gehen zurück zur literarischen Vorlage. Eine Neuverfilmung, die zwar in der Vergangenheit angesiedelt ist, jedoch voller zeitgenössischer Bezüge ist. Dass Dresen zudem dem Druck widerstanden hat, seinen Film mit Klamauk (wie in vielen Jugendproduktionen) anzureichern, macht seinen „Timm Thaler“ erst recht zu einem sehenswerten Jugendfilm.