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  Der grosse Saal sagt hallo!  Kinoansicht. S-Bahn Obertürkheim: 200m geradeaus und gleich links sehen Sie mich!



Osterprogramm von Montag, 14.4. bis Mittwoch, 23.4.2014.

Film verpasst?  2.Chance!  Neue Filmreihe: "LATE TIME CINEMA".
Für Freunde des besonderen Films präsentieren wir über unser reguläres Filmkunstprogramm hinaus die Filmreihe "LATE TIME CINEMA".
Hier geht es um Filme, die es aus Kapazitätsgründen bis jetzt nicht in unser Programm geschafft haben, um ambitionierte und risikofreudige Werke,
die spezifische Themen bzw. ausgesuchte Zielgruppen ansprechen. Aber auch Sie sind natürlich zu diesen Filmperlen eingeladen. Jetzt aktuell:

Vom Regisseur der HEIMAT-Saga, Edgar Reitz.

DIE ANDERE HEIMAT - CHRONIK EINER SEHNSUCHT

Spielfilm-Zweiteiler (!).  Teil 1: 102 min. Teil 2: 129 min.  Ostermontag 21.4.  13.00 Uhr (Teil 1).  15.15 Uhr (Teil 2).


DER 100JÄHRIGE, DER AUS DEM FENSTER STIEG UND VERSCHWAND – 113 min. – Ab 12 J.
32 Wochen auf Platz Eins der Spiegelbestsellerliste: Jonas Jonassons kultiges Erstlingswerk schrie sozusagen nach einer Verfilmung. Seine Mischung aus lakonischer Satire und intelligenter Geschichtsstunde traf offenkundig einen Nerv. Und was Felix Herngren daraus gemacht hat, ist zum Schreien komisch und passt zum Trend, alte Menschen nicht in die Ecke zu stellen, sondern aufmüpfig durchs Rest-Leben ziehen zu lassen. Allan Karlsson ist einer dieser "Senioren", die sich nicht im Altenheim betütteln lassen wollen. Seinen 100. Geburtstag mag er nicht mit Luftballons, Liedern und Kuchen feiern, er macht sich klammheimlich auf die Filzpantoffeln, raus aus dem Fenster, rein in ein neues Abenteuer. Mit 100 ist schliesslich noch lange nicht Schluss. Schwedens Komiker-Ass Robert Gustafsson mimt den schlitzohrigen Oldie mit hinterhältiger Chuzpe und lässt in seinen Anekdoten aus sehr eigenwilliger Perspektive das politische Geschehen des 20. Jahrhunderts Revue passieren, sein Wodka-Besäufnis mit Stalin, den Stress mit Albert Einsteins Halbbruder, seine Begegnung mit Franco, Kontaktpflege zu wichtigen Geheimdiensten. Natürlich mischte er auch kräftig mit beim Bau der Atombombe und dem Fall der Berliner Mauer. Skurriler Humor inklusive kleiner Morde unter Mafiagesellen, eine große Unverzagtheit und Lust an der Subversion prägen diese Geschichte über einen Querdenker, der sich ganz cool nach dem Motto seiner Mutter "Es ist, wie es ist, und wie's kommt, so kommt's" durchs Leben laviert. Herngren enttäuscht die hohen Erwartungen nicht, setzt auf herrliche Situationskomik und eine bunte Schauspielerriege, und nicht zu vergessen Elefantendame Sonja, die schon mal eingreift, wenn's nötig ist und wie die anderen ihren Lebensabend unter Palmen genießt.

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STROMBERG – DER FILM – 123 min. – Ab 12 J.
Comedian Christoph Maria Herbst darf als schmieriger, bei Vorgesetzten wie Untergebenen gleichermaßen unbeliebter Bürohengst Bernd Stromberg, diesem menschgewordenen Charakter-Abgrund, alle Register des bitterbösen Sarkasmus ziehen und sein schwarzhumoriges Porträt eines durch und durch lächerlichen Mannes auf die Spitze treiben. Unterstützt wird er dabei von jenen Darstellern, die auch schon in der Fernsehserie das Salz in der Suppe waren. Die hundsgemeine Realsatire erfüllt alle Erwartungen, die man als Kenner der Serie in sie gesetzt hat. Auch der Kinofilm ist aus der Perspektive einer Pseudo-Doku erzählt, was den Charakteren und allen voran natürlich Stromberg reichlich Gelegenheit verschafft, sensationelle Lebensweisheiten von der Maximaltiefe einer Pfütze sowie selbstbezichtigende Bankrotterklärungen aller Art in die Kamera zu sagen. Im Mittelpunkt des Films steht die Feier zum 50-jährigen Bestehen der Capitol-Versicherung, und die ganze Abteilung Schadensregulierung muss mit ihrem "Papa" dahin. Stromberg ahnt, dass seine Abteilung demnächst wegrationalisiert wird. Höchste Zeit, sich beim neuen Personalchef einzuschleimen und die Flucht in die Zentrale anzutreten. Pech für Stromberg: Ernie, der inzwischen Opfer eines Führungskräftetrainings geworden, hat die gleiche Idee. "Büro ist Krieg", weiß Stromberg, "und den gewinnt man nicht bei der Heilsarmee." Das alles scheitert so heiter wie erwartet. Dass Stromberg am Ende in die Politik drängt, mag überdreht sein. Aber es ist ein würdiger Abschluss für diese Ode an den Glanz und das Elend des Mittelmaßes.

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Drei Oscars 2014:  12 YEARS A SLAVE – 138 min. – Ab 12 J.
Oscar-Triumph für das Drama des britischen Regisseurs Steve McQueen (HUNGER, SHAME): Sein Werk ist bei den Academy Awards in Los Angeles in der Königskategorie zum besten Film gekürt worden. Der Historienfilm erzählt die wahre Geschichte eines freien Afroamerikaners, der im 19. Jahrhundert in die Mühlen der Sklaverei gerät. McQueen vermittelt auf intensive und eindringliche Weise, was das dunkelste Kapitel der amerikanischen Geschichte, die Sklaverei, für alle Beteiligten bedeutet hat. Die wie immer hervorragende Bildgestaltung und exzellente Schauspielleistungen machen 12 YEARS A SLAVE zu einem in jeder Hinsicht historischen Film. Es ist vor allem ein Film über die Opfer und die Auswirkungen der Gewalt, bei dem die genauen Motivationen der Täter nicht im Vordergrund stehen. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Spielfilmen setzt McQueen hier mehr auf die Kraft einer kontinuierlichen Handlung und die Identifikation mit einer Hauptfigur, was insgesamt einen konventionelleren Eindruck vermittelt, allerdings dem hohen Niveau der Inszenierung keinen Abbruch tut. Zu einer der größten Leistungen des Films gehört das eindringliche Spiel von Chiwetel Ejiofor, der in seiner Verletzbarkeit große Stärke aufscheinen lässt, aber auch Lupita Nyong'os fragile Darstellung einer in jeder Hinsicht ausgelieferten jungen Frau beeindruckt durch ihre Unmittelbarkeit. Steve McQueen ist es als Brite gelungen, einen der relevantesten filmischen Beiträge zur Aufarbeitung amerikanischer Geschichte zu realisieren und ebenso einen der herausragendsten Filme dieses Jahres überhaupt.

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NON-STOP – 106 min. – Ab 12 J.
Das Gespann Jaume Collet-Serra und sein 61-jähriger Star Liam Neeson kooperieren nach "Unknown Identity" erneut und starten ein cleveres Mord-Psychospiel hoch über den Wolken, das nicht nur den Nahkampfeinsatz des auf Action abonnierten Charaktermimen fordert, sondern mit einer durchdachten Handlung auch das Herz des gehobenen Thriller-Kenners erfreut. Fast ausschließlich auf klaustrophobisch engem Raum eines mit 200 Passagieren besetzten Nachtflugs über dem Atlantik spielend, weiß das präzis ausgetüftelte Szenario mit glaubhaften Akteuren, darunter Julianne Moore als von Neeson ins Vertrauen gezogene Sitznachbarin, nicht zu knapp bemessener Komik, vor allem aber mit frappierend intensiver Suspense und einem Ausgang, der nicht verraten werden soll. Wie sich das fintenreiche Duell zwischen psychischer Manipulation, körperlichen Auseinandersetzungen und für alle tödlicher Bombendrohung entwickelt, beherrscht Collet-Serra mit verblüffend ruhiger Hand. Unter Verzicht auf Stilismen gelingt es ihm, Panik, Furcht und den permanenten Wettlauf gegen die Zeit glaubhaft und nachfühlbar herauszuarbeiten und bietet mental keine Sekunde Verschnaufpause. Selten war man über ein Hollywood-Ende so froh und darüber, nach diesem Thriller festen Boden unter den Füßen zu spüren.

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Cate Blanchett (Oscar als Beste Hauptdarstellerin 2014) im neuen Film von Woody Allen:  BLUE JASMINE – 98 min. – Ab 6 J.
Der Niedergang einer einstigen Society-Lady gehört wohl zu dem psychologisch brutalsten, was Woody Allen einer seiner Heldinnen je angetan hat, ist gleichzeitig aber auch zutiefst menschlich und anrührend. Wie Cate Blanchett versucht, mit Würde die Insignien einstigen Reichtums in die triste Realität hinüberzuretten, auf die Proll-Freunde ihrer Schwester herunterschaut und verdrängt, dass sie nicht mehr zu den Oberen Zehntausend gehört, das tut schon beim Anschauen weh. Als Blanche Dubois in Tennessee Williams "Endstation Sehnsucht" im Theater gefeiert, nimmt sie deren Fragilität und Neurosen mit in diese dramatische Charakterstudie einer Frau, die alles verloren hat, den wegen Investmentbetrug verurteilten Gatten, den sozialen Status, die Familie, die wohlhabenden Freunde. Rückblenden in das New Yorker Leben erinnern daran, was sich einst hinter der feudalen Lügen-Fassade abspielte, zeigen die Kontraste zwischen Gestern und Heute. Als Jasmine im vollgestopften Appartement in San Francisco ankommt, folgt fast logisch der Schnitt auf die riesige leere Wohnung in der Fifth Avenue. Im Gegensatz zu seinen letzten Filmen "To Rome with Love" oder "Midnight in Paris" verzichtet Allen auf die Präsentation von markanten Sehenswürdigkeiten, konzentriert sich auf Seelenlandschaften und Abgründe, Sehnsüchte und Abstürze, geht verzwickte Umwege und überrascht mit nicht vorhersehbaren Situationen, verknüpft ein schweres Thema mit graziler Leichtigkeit. Woody Allen zeigt sich hier so gut wie seit Jahren nicht. Es ist nicht nur die tragikomische Geschichte, die zündet, sondern vor allem die Hauptdarstellerin. Komplexe Frauenfiguren gehören zum Stadtneurotiker wie das Amen in der Kirche, bleiben als Fixpunkte seiner Filme im Gedächtnis. Cate Blanchett spielt furios auf und gibt hier wohl die beste Performance ihrer Karriere: Oscarprämiert als Beste Darstellerin 2014.

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VATERFREUDEN – 110 min. – Ab 6 J.
Turbulent, witzig, luftig, leicht und recht romantisch geht es auch in Schweighöfers neuem Film zu. Er inszeniert sich als glücklicher Single Felix, der lieber nicht an eine feste Beziehung oder gar Nachwuchs denkt. Lustiger Sidekick ist diesmal (wieder) Friedrich Mücke als nervender Bruder Henne, der mit seinem Frettchen in Felix' Liebesnest hoch über Münchens Dächern zieht. Das niedliche Tier sorgt dann auch mit einem schmerzhaften Biss dafür, dass für Felix eigene Vaterfreuden in unerreichbare Ferne rücken. Das ändert seine Einstellung abrupt, die heile Familienwelt seiner Freunde bekommt plötzlich etwas sehr Anziehendes. Weil ihm sein Bruder aber beigebracht hat, dass sexuell Aktive sich auch mit Samenspenden durchs Leben bringen können, sucht Felix nun hektisch nach den restlichen Ergüssen seiner Männlichkeit und einer Empfängerin seiner guten Gaben. Schweighöfer liefert erneut amüsante Kinounterhaltung, die das große Publikum zufriedenstellen wird. Man darf gespannt sein, wie er sein „eigenes“ Genre nun weiter entwickeln wird.

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DER MEDICUS – 155 min. – Ab 12 J.
England im 11. Jahrhundert. Der Junge Rob Cole wird zum Waisen, nachdem seine Mutter an einer rätselhaften Krankheit verstorben ist. Verzweifelt, weil er ihr nicht helfen konnte, beschließt er, sich einem Wanderheiler anzuschließen und von ihm zu lernen. Doch dann hört er von den Heilkünsten des berühmten Ibn Sina und reist ins ferne Persien, um sein Schüler zu werden. Ein starkes wissenschaftlich-humanitäres Motiv, dem sich ein romantisches unterordnet, treibt die Geschichte an. Das durch Intoleranz aufgeheizte Spannungsfeld der Religionen gibt dem Film aktuelle Brisanz, der Licht und Schatten in allen Lagern zeigt, seine Sympathien aber doch deutlich macht. Unbestritten ist der Mut in den Themen und der Realisierung eines solchen Großprojekts, das relativ gewaltarm von Kollisionen, aber auch von Freundschaft, Liebe und Erkenntnis in irrationalen Zeiten erzählt. Das Schlachtfeld von "Der Medicus" ist das limitierte Wissen, das unbekannte Territorium des kaum erforschten menschlichen Körpers. Ist die Zeit reif für einen Helden, dessen Actionszenen vom Kampf gegen Krankheit, Fremdbestimmung und Verblendung bestimmt sind? Regisseur Philipp Stölzl hat sich der großen Herausforderung einer würdigen filmischen Umsetzung des Weltbestsellers von Noah Gordon gestellt und die Aufgabe mit Bravour gemeistert. Große Emotionen, begeisternde Landschaftspanoramen und eine prächtige Ausstattung sorgen für eine sinnliche und epische Stimmung, die zusätzlich von den Leistungen der großartigen Darsteller eingelöst wird. Deutsche und internationale Stars, wie Fahri Yardim, Elyas M'Barek, Ben Kingsley und Stellan Skaarsgaard, verkörpern ihre Rollen glaubhaft und stimmig. In der Hauptrolle ist Tom Payne die Idealbesetzung des Titelhelden, dem der Zuschauer in eine fremde faszinierende Welt folgt. Ein opulentes Leinwanderlebnis.

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DIE ANDERE HEIMAT – CHRONIK EINER SEHNSUCHT – Teil 1: 102 min. / Teil 2: 129 min. – Ab 12 J.
Der neue Film von Edgar Reitz besticht durch die Konsequenz, mit der er in eine Zeit vor über 160 Jahren und in das Leben der einfachen Leute entführt. Anders als in seiner halb-dokumentarischen Heimat-Trilogie (1981 – 2006) wirkt hier die große Erzählung wie ein kollektiver Traum, eine lebendig gewordene Rückerinnerung, die hineinzieht in eine Zeit äußerster Armut und eines von Entbehrungen und Überlebensanstrengungen geprägten Lebens. Der Film erzählt von einer der ersten großen Auswanderungswellen aus Deutschland im 19. Jahrhundert ins ferne Südamerika, einem Teil unserer Geschichte, der wenig aufgearbeitet ist. Mit prägnanten Charakteren und einem überwältigend authentischen Szenenbild erzählen Reitz und sein Kameramann in großartigen schwarz-weiß Bildern und einer berückenden Langsamkeit ihre Geschichten aus dem fiktiven Dorf Schabbach im tatsächlichen Hunsrück, der im Jahr 1842 zur preußischen Rheinprovinz gehört. Die Älteren erinnern sich noch an die „Franzosenzeit“, als der Code Civil die Adelsprivilegien aufhob. Jetzt herrscht mit den Schulgesetzen Preußens und seinem Junkertum zugleich die Aufklärung und ihr Gegenteil. Die Dorfkinder lernen Lesen und Schreiben, sie werden, wie Jakob Simon, durch Bücher zu Weltbürgern. Die Drucker fordern Pressefreiheit. Die Winzer wollen zur Kirmes ihren eigenen Most ausschenken, nicht den des Barons. Die harte Reaktion der Obrigkeit setzt Auswanderertrecks in Gang. In den Rheinstädten wirbt der Kaiser von Brasilien um deutsche Kolonisten. Noch heute wird in Rio Grande do Sul ein Hunsrücker Dialekt gesprochen … . Vor dem Hintergrund dieses unvergessenen Dramas, entfaltet Edgar Reitz in seinem neuen meisterhaften Kinofilm die Chronik einer Sehnsucht. Bedrückende Nähe und ersehnte Ferne: Hier erleben wir die Geschichte zweier Brüder, die in ihrem Dorf erkennen, dass nur ihre Träume sie retten können. "Ganz großes Kino... Was für ein gewaltiger, die Augen bezaubernder, zu Herzen gehender Film, was für eine große, einfache Geschichte von einem jungen Menschen, der ausziehen will, das Leben zu lernen..." Die Zeit.

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13.00  (Teil 1)
15.15  (Teil 2)
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ALPHABET – Angst oder Liebe – 113 min. – Ab 6 J.
Unser Schulsystem ist als Relikt des industriellen Zeitalters überholt. Darüber ist man sich einig. Doch neue Konzepte zielen fast einstimmig auf eine Leistungsgesellschaft ab, in der der Schüler zu immer größerer Performance getrimmt wird. Dabei können die Herausforderungen unserer Zeit, die politische und wirtschaftliche Unsicherheiten mit sich bringen, nur durch die Fähigkeit zum innovativen Denken gelöst werden. Nach "We Feed the World" und "Let's Make Money" legt der österreichische Regisseur Erwin Wagenhofer den dritten Part seiner gesellschaftskritischen Trilogie, dieses Mal über unser marodes Bildungssystem vor. Er zeigt drastisch auf, wie das kreative und geistige Potenzial der Schüler bereits im Kindesalter systematisch und kontinuierlich minimiert wird. Sein ernüchterndes Fazit: Bei der Geburt sind 98% aller Menschen hochbegabt. Nach der Schule sind es nur mehr 2%. Vordergründig geht es hier um Bildung und die Frage, was Schule und Ausbildung aus unseren Kindern machen, letztlich aber geht es um Bildung an sich, dem Schlüssel zu einer anderen Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in der nicht mehr Konkurrenz und Leistung, sondern Kreativität und Freude am (lebenslangen) Lernen im Mittelpunkt stehen. Eine alarmierende Dokumentation, die Handlungsbedarf gemahnt, die aber auch Mut macht, auch und vor allem durch die vielen inspirierenden Aussagen seiner Protagonisten.

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13.00 13.00
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FACK JU GÖHTE – 118 min. – Ab 12 J.
Aushilfslehrer Zeki Müller (Elyas M'Barek) macht der Klasse gleich die Regeln klar: "Wenn ihr keinen Stress wollt, haltet die Klappe, wer mir auf die Eier geht, kriegt eine Note Abzug. Kapiert?" So einen hat die überkorrekte Referendarin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) noch nicht erlebt. Er sieht nicht nur verdammt gut aus, er hat auch eine größere Klappe als die Schüler und bekommt - wie, bleibt sein Geheimnis - sogar Chaotenklasse 10b in den Griff. Hin und hergerissen zwischen Bewunderung und Abscheu ahnt sie nicht, dass "Herr Müller" frisch aus dem Knast kommt und an seine Beute will, die unter der Turnhalle der Goethe-Gesamtschule vergraben liegt. Und als Lisi dahinterkommt und etwas gegen seine kriminellen Machenschaften unternehmen müsste, ist sie längst seinem rauen Charme verfallen ... Regisseur und Drehbuchautor Bora Dagtekin liefert mit seinem "Türkisch für Anfänger"-Hauptdarsteller Elyas M'Barek in einer weiteren frechen Komödie seinen Beitrag zur Bildungsreform. Er peppt die Pauker-Komödien der 1960er Jahre mit Witz, Action und knackigen Sprüchen auf. Wild tobt der Kampf im Klassenzimmer, aufs Korn genommen werden überforderte Lehrer ebenso wie gestörte Schüler, besserwisserische Pädagogen und Tussis aller Art. Karoline Herfurth, Katja Riemann und Jana Pallaske dürfen sich hemmungslos von ihrer komischen Seite präsentieren. Ein Generalangriff auf die Lachmuskeln und die Spießigkeit in deutschen Lehrerzimmern, den nicht nur "Türkisch für Anfänger"-Fans lieben werden.

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LE WEEKEND – 93 min. – Ab 6 J.
Die Metropole Paris offenbart sich aus der Perspektive englischer Touristen als Gewirr von Straßen und Menschen. Nick und Meg reisen in die französische Hauptstadt, die ihrer Ehe nach 30 Jahren neuen Schwung geben möchten und ein Flitterwochen-Revival versuchen. Der Start ist holprig. Das einst romantische Hotel ist inzwischen eine Bruchbude, die Suite im Hotel viel zu teuer, sodass Megs Kreditkarte am Ende streikt und die Luxus-Bleibe durch den Hintereingang verlassen werden muss. Dazwischen liegt ein Wochenende voller Erinnerungen, ziemlich viel Zoff und eine emotionale Auffrischung mit Tücken. Man liegt sich in den Haaren und in den Armen. Die dritte Zusammenarbeit zwischen Hanif Kureishi (Mein wunderbarer Waschsalon) und Roger Michell (Notting Hill) über das Suchen und Wiederfinden der Liebe wärmt das Herz wie ein guter alter Cognac. Die Stärke in diesem sowieso starken Werk liegt in dem imponierenden Aufgebot an Schauspielern. Wenn Oscarpreisträger Jim Broadbent mit Charakterdarstellerin Lindsay Duncan alle Höhen und Tiefen durchleben, dann ist man mittendrin im Gefühlschaos, bibbert um ein Happy End. Wie Hefe im Teig wirkt der weltmännische und sehr amerikanische Jeff Goldblum als Nicks Freund aus Cambridge-Tagen. Seine Figur provoziert die Katharsis der Endfünfziger in dieser tragikomischen und streckenweise sehr melancholischen Geschichte. Im Fahrwasser eines pointierten Drehbuchs mit brillanten Dialogen und anrührenden Momenten, nimmt dieses Filmjuwel Kurs auf einen unvergesslichen Weekend-Trip, bei dem die Protagonisten ihre Lust an der Anarchie, auf das Leben und die Liebe wieder entdecken, und das alles mit britischem Humor und Understatement.

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PETTERSON & FINDUS – Kleiner Quälgeist, grosse Freundschaft – 89 min. – Ab 0 J.
Seit 1984 begeistern der schrullige Pettersson und sein kleiner, sprechender Kater Findus die Kinder. Und nicht zuletzt deren Eltern, die sich genauso gern in Sven Nordqvists warmherzigen Geschichten verlieren. Nach einer Zeichentrick-Serie und mehreren Filmen entstand nun die erste Real-Verfilmung. Die Hauptrolle neben dem computeranimierten Kater spielt Ulrich Noethen. Der grosse technische Aufwand hat sich gelohnt: Der schrullige Alte und sein frecher Kater wirken so lebendig wie nie. „Pettersson und Findus“ transportiert die anarchische und herzenswarme Atmosphäre der Bücher in den Kinosaal, einschließlich urkomischer Hühner und winziger Mucklas. Hier wird nicht gestraft und überbehütet, sondern Findus darf sich und die Welt ausprobieren, auch wenn er Gefahr läuft, dabei auf die Nase zu fallen. Das ist nicht nur allerbeste Unterhaltung für Kinder, sondern auch anschauliche Pädagogik-Anleitung für alle Eltern dieser Welt.

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DIE ABENTEUER VON MR. PEABODY UND SHERMAN – 92 min. – Ab 0 J.
Liebevoll perfekt setzt Regisseur Rob Minkoff in seinem vergnüglichen Zeitreiseabenteuer die Geschichte von dem hochintelligenten Hund Mr. Peabody und seinem Adoptivsohn Sherman in Szene. Die beiden Protagonisten reisen mit Hilfe eines von Mr. Peabody erfundenen "Zeitomaten" durch verschiedene Epochen. Detailgetreu und kurzweilig führt die filmische Reise dabei in die verschiedenen Jahrhunderte zurück, um Weltgeschichte aus erster Hand mit zu erleben. Ein bestens unterhaltender Animationsspaß um einen genialen Erfinder-Hund, dessen menschliches Adoptivkind heimlich seine Zeitreisemaschine benutzt.

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BIBI & TINA – 101 min. – Ab 0 J.
Nach Hörspielen, Kinderbüchern und einer Zeichentrickserie kommen die Abenteuer von Bibi und Tina nun auch auf die Kinoleinwand. Und das unter der Regie von Detlev Buck, der die Abenteuer der Hexe und passionierten Reiterin Bibi Blocksberg und ihrer Freundin Tina teils als gelungenen Kinderfilm inszeniert, teils als bizarre, bunte Popgeschichte voller überdrehter Songs und satirischer Momente. Mit der postkartenhaften Friede-Freude-Eierkuchen-Idylle der "Hanni & Nanni"-Adaptionen hat Bucks farbenprächtiger Gute-Laune-Film jedenfalls nur wenig zu tun. Der Film legt ein flottes Tempo an den Tag, die bis in die Nebenfiguren hinein exzellent besetzten Darsteller sparen nicht mit Selbstironie und die eingestreuten Musik-Nummern sind sensationell choreografiert und inszeniert, was hervorragend mit dem peppig-fetzigen Sound (von Rosenstolz-Frontmann Peter Plate) und den der heutigen Jugendsprache angepassten Texten einhergeht. "Bibi & Tina" ist also eigentlich ein Musical, aber ein topmodernes und originelles, in dem die Songs sehr viel über die Charaktere der jeweiligen Interpreten aussagen. Was die Handlung betrifft, interessiert sich Buck weniger für die magischen Fähigkeiten der Hexe Bibi, sein Fokus liegt auf Spaß und Spannung, wobei er hier eindeutig das ältere Kinderpublikum im Teenage-Alter im Visier hat. Schließlich machen seine beiden Protagonistinnen, die Entdeckungen Lina Larissa Strahl und Lisa-Marie Koroll, ihre ersten Erfahrungen mit Jungs, Liebe und Eifersucht. Für den Krimi-Aspekt sorgt Charly Hübner, der den teuflischen-intriganten Geschäftsmann Kakmann lustvoll verkörpert, einen lässigen Kurzauftritt absolviert "Fack ju Göhte"-Star Max von der Groeben und Ruby O. Fee kreiert als arrogante Großstadtschnepfe Sophia jede Menge Konfliktpotenzial.

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