NAWALNY

Alexei Nawalny galt lange als einziger, ernstzunehmender Herausforderer für den russischen Diktator Wladimir Putin, zumindest bis er 2020 einem Giftanschlag zum Opfer fiel, den er nur knapp überleben konnte. Eine atemberaubende Recherche von Nawalny selbst, seinem Team und des bulgarischen IT-Experten Christo Grozev konnte dies bestätigen. In erster Linie handelt der Film von der Vorgeschichte und den Begleitumständen des Anschlags, der folgenden Recherche und ihren Erkenntnissen und den nahezu unfassbaren und unwiderlegbaren Beweisen, dass der Kreml selbst und direkt für den Tötungsversuch verantwortlich zeichnet. Der Blick auf die sich auftuenden Abgründe eines durch und durch korrupten Regimes, das Hinabschauen in den „Schlund des Bösen“ wird vor dem Hintergrund des russischen Überfalls auf die Ukraine umso bedeutsamer und erkenntnisreicher. Dies ist kein von langer Hand geplanter oder konstruierter Film, das Dokumentierte spricht für sich selbst und der kanadische Regisseur Daniel Roher war sich bei seiner Publikumsansprache in München auch bewusst, dass er vor allem Glück hatte, mit seiner Kamera „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ gewesen zu sein. Mit Szenen, die einen mit offenem Mund und aufgerissenen Augen zurücklassen. Nicht nur ein zeitgeschichtliches Dokument, sondern am Ende auch ein gelungenes Porträt einer der wichtigsten Figuren der russischen Politik, dessen Anziehungskraft dem Kreml solche Sorgen bereitet, dass er sie am liebsten entfernen lassen möchte. Vielleicht der bisher wichtigste Film des Jahres, und definitiv einer der besten. Wer verstehen will, wie das System Putin funktioniert und Beweise will, dass es ein auf Angst, Lug, Betrug und Propaganda gegründeter Kosmos ist, der vor nichts zurückschreckt, dem es um nichts anderes geht als um Machterhalt um jeden Preis, findet hier die unwiderlegbaren Beweise. Darüber hinaus ist die Doku gut geschnitten, enorm fesselnd und kann mit einem Protagonisten aufwarten, dessen Charisma man sich nur schwer entziehen kann. filmpluskritik.com. 99 min. Ab 12 J.

 

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PROGRAMMFLYER 10.-17.9.22


 

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